Donnerstag, 11. März 2010
Gedanken zum Abend Tag
Wo ich grad in der Nachbarschaft mal wieder über dieses Unwort stolpere: Es ist ja bekanntlich nicht aller Tage abend, und so frage ich mich, wie polarnachtumnebelt im Sprachzentrum und im Zeitempfinden man sein muss, um ausgerechnet aus dem schönen "Samstag" einen "Sonnabend" zu machen. Ja, ich weiß, der von mir verehrte Max Goldt findet den "Sonnahmt" auch ganz fürnehm, aber sehen wir doch mal den Tatsachen ins Auge: Tag ist es, wenns hell ist, und abends wird es dunkel, das müsste eigentlich auch Nordlichtern und Ostgoten einleuchten. Und wie beknackt hört sich das denn an: "Als ich am Sonnabend morgen um 4 Uhr 56 den frischen Tau von den Wiesen schöpfte..." Das geht nun wirklich gar nicht. Aber wer unbedingt meint, diese linksdrehend-lunarkalendarische Schrulle weiterhin kultivieren zu müssen, der möge doch bitte so konsequent sein und dann auch den Mittwoch Donnerabend nennen und den Montag Dienstabend und so fort.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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Wikipedia sagt, das gehe auf die Germanen zurück. Bei denen begann der Tag mit dem Abend. Im frühem Mittelalter erweiterte sich das dann auf den ganzen Tag. Der Sabbat beginnt übrigens - wie alle Tage im jüdischen Kalender - auch am Abend, das mal nur so nebenbei. Er dauert von Freitagabend bis zum Sonnenuntergang am Sonnabend. ;-)

Wollen Sie etwa auch den Heiligabend abschaffen?

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Abschaffen
wäre zuviel gesagt, auch wenn ich dieses Fest nicht übermäßig vermissen würde. ;-) Natürlich weiß ich auch um die Tradition der Altvorderen, den Abend als Tagesbeginn zu betrachten (das Thema hatten wir ja schon mal). Oder denken wir an die Walpurgisnacht: Der dem Allerheiligenvorabend im Jahreskreis gegenüberliegende Feiertag ist ja auch eine ältere Traditionslinie als der heutige Maifeiertag.

Trotzdem klemmt sich mir der Sonnabend beim Lesen oder Hören quer in den Sehnerv oder den Gehörgang.

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Wenn man drüber nachdenkt...
...und dazu gibt dieser Blog ja dankenswerter Weise Anlass, haben Sie natürlich Recht. In meiner Umgebung sagt allerdings auch niemand "Sonnabend". Die Kinder wüssten gar nicht, was gemeint ist. Genauso, wie ich immer unsicher war, was die Eltern meinten mit "es ist viertel vier". Gemeint war dann 15.15 Uhr.
Und: "heuer" schon Rad gefahren?

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Über "heuer"
bin ich früher auch gestolpert. Inzwischen verwende ich das sogar manchmal anstelle von "dieses Jahr", auch wenn es eigentlich ein Regionalismus ist.

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Das ist aber DiskriminisierungDiskriminierung, wenn sie den einen Regionalismus nutzen und den anderen verteufeln. Ich werde mich z.B. nie an den Samstag gewöhnen können.

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"heuer"
konnte mir ein Dozent im Linguistik-Proseminar schlüssig und nachvollziehbar herleiten - aus "hiu jaru", oder wie auch immer "dieses Jahr" auf Mittelaltklingonisch genau hieß. Jedenfalls folgt das genau den gleichen Wortbildungprinzipien wie "heute", was zusammengezogen aus "hiu dagu" (oder so ähnlich, Frau herzbruch weiß das sicher genauer) entstanden ist.

Aber einen einzelnen Wochentag außer der Reihe zum Abend zu deklarieren, das hätte mir auch Professor Seibicke nicht wirklich näherbringen können - auch wenn ich wie gesagt um die traditionelle Betrachtungsweise des Abends als des eigentlichen (Fest-)Tagesbeginns weiß.

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Eh klar. Hauptsache, das geht sich aus.

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Dös is leiwand,
Herr Kid, dass Sie hier auch für unsere Zuschauer in Österreich noch ein Regionalismus-Fass aufmachen. Ribisl, Almdudl, Powidl...

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Sehr schön Herr Mark : )
(Das heißt Almdudler, aber sonst sehr gut aufgepaßt. Werde vllt heuer wieder einen Sprachexkurs starten *fg* )

Ich stell noch Golatsche und Zwetschke dazu.

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ich gebe ihnen grundsaetzlich recht, und auch viertel vier ist quatsch, gebe aber zu bedenken, dass sonnabendmorgen kein bisschen alberner ist als samstagnacht...

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Viertel vier ist Quatsch, halb vier aber nicht? Es ist möglicherweise (in diesem Sprachraum) ungewohnt — aber Quatsch? Ich meine mich zu erinnern das im ostdeutschen Sprachraum die Bezeichnung viertel-, halb- und dreiviertel-vier ganz normal waren/sind.

Und ist Samstagnacht nicht die Dunkelphase zwischen Freitag-Abend und Samstag-Morgen, also 24 Stunden zu früh?

Kein Wunder, dass sich alle missverstehen, sobald Wörter im Spiel sind …

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Rein subjektiv
würde ich Ihnen da widersprechen, was den Alberheitsvergleich angeht, aber das liegt wohl tatsächlich im Auge des Betrachters.

Und viertel vier mag Quatsch sein, dann ist aber auch halb vier Quatsch - und seltsamerweise wird halb vier in aller Regel mühelos von den Leuten verstanden, die sich mit viertel oder der dreiviertel vier einen abbrechen.

Wenn also halb vier in die Köpfe geht, warum nicht auch viertel und dreiviertel? Das verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht so recht.

Nachtrag: Ah, da war der_papa etwas schneller mit halb vier.

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ich hatte den smiley vergessen. nach ernst diskutieren war mir gar nicht...

(und abend/morgen, tag/nacht, sie verstehen?)

anderes thema.

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Hieß das jetzt korrekt
*facepalm* oder *palmface* ? ;-)

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oh, ich musste googlen. ich bin so nicht 2010...

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den „:-)“ hatte ich mitgelesen, Madame.

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oh, ich nicht.

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*fistfuck* heißt das, glaube ich, ich habe mal eben für Sie gegoogelt.

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ja, das kenn ich wieder.

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am samstag kommt bekanntermaßen das sams und deswegen heißt das ja schließlich auch so.
daher muss sonnabend quatsach sein.

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Viertel nach 3, weil näher bei 3 als bei 4.
Halb vier weil genau in der Mitte zwischen 3 und 4 und weil "halb vor vier" keiner sagt.
Und viertel vor vier, weil näher an 4 als an 3.

Es gab/gibt ja auch noch die Variante "3/4 vier", was meinte 15.45 Uhr. Auch seltsam.

Alles klar? ;-))

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Das ist SO nicht korrekt. Immerhin könnten wir "halb nach drei" oder "drei und halb" sagen, tun wir aber im Gegensatz zu andren Sprachen nicht. Ich erinnere hier an "half past" im Englischen oder ".. et demi", das Sie in sämtlichen romanischen Sprachen in ähnlicher Form finden können.

Viertel, halb, dreiviertel Variante ist für alle die nicht schwer, die ein Minimum an Mathe beherrschen.

1/4, 2/4 = 1/2, 3/4, 4/4= ganz/voll/punkt

KANN nicht ganz so schwer sein, da es einer gängigen Logik folgt.

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Vollends undurchsichtig wird's beim Umgang mit den Iren, die umgangssprachlich für "halb zehn" nicht etwa "half past nine" sagen, sondern als Guiness-trunkene Schlawiner schon mal gern ein Wörtchen schlabbern, weshalb das Ergebnis dann "half nine" lautet. Woran schon manche Verabredung mit Germanen gescheitert ist.

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Bei Wetten, Dass ...? wurde (noch in der Ära Frank Elstner) mal folgendes zur Saalwette gewählt: "Isch wedde, dass Sie es nischt schawwen, die ganse Worre nachnamensmäßisch komblett auf die Bühne zu bekomme. Mit freundlischem Gruß, Ihr Willy Samsdaach."

Das war ein Ding, über das man montags erst mal auf dem Pausenhof reden musste. Wahn-sinn! Und die haben das geschafft! Besonders ins Herz geschlossen habe ich damals einen ganz bestimmten Nachnamen. Unter den ganzen wochentagsbenamten Menschen auf der Bühne befand sich nämlich auch ein Herr Sonnabend.

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Gerade heute früh hat mich mein Kind gefragt, wieso der Tag Samstag und Sonnabend heißt.

Es ist interessant, dass diese Fragen genauso wie die Uhrzeit so heiß diskutiert werden. Der Ostdeutsche ist diesbezüglich übrigens zweisprachig, er versteht Samstag und Sonnabend sowie Viertel Vier wie Viertel nach Drei. Sowas kann man lernen.

Es fehlt jetzt eigentlich noch die Diskussion, ob es Pfannkuchen oder Berliner heißt, doch diese hatten wir kürzlich anderswo.

Und wieso sagt der Franzose zu 70 Zehnsechzig und zur 80 Vierzwanzig?

Wir sollten uns in der heutigen Zeit auf ein digitales System verständigen, dass auch Ei-Pod-Kompatibel ist ;-)

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Wetten, dass...? Die große Sonnabendabendshow?

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Sonnahmtahmt (M. G.)

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@conma: Haha,
immer wieder gern genommen, die Frage nach der Zwanzig und soixante. Die Prominenz der 60 im Französischen findet ihre Parallele zumindest in den 60 Sekunden der Minute und den 60 Minuten der Stunde, was erklären könnte, warum diese Zahl von unseren Nachbarn als runde Zahl empfunden wird. Ob das nun auf die Sumerer zurückgeht, die auch den Kreis in 360 Grad eingeteilt haben, mer waases net...

Auch ein Klassiker: warum es elf heißt und nicht einzehn.

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quatre-vingt
vier mal zwanzig. ist doch klar.

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Soweit
hat sich das schon erschlossen, aber warum heißt 40 dann nicht deux vingt (oder double vingt)?

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Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß Asterix und Obelix die Kelten einst mit einem 20er-System gerechnet haben und die hier erwähnten Zahlen gewissermaßen Relikte dieser mathematischen Altvorderenzeit sind.

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@mark
Na weil die doch bis 60 zählen können ; ))

Mir persönlich gefällt das franz. System. Das aktiviert bisserl die Hirnmuskeln (möchte man meinen, aber dafür ist man zu schnell drin). Die Belgier kürzen ja ab, da wird aus 60 70 nante und aus 70 90 nonante.

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@maternus:
Für diese Annahme, die einiges für sich hat, spricht auch das englische score (=20), was dem Kenner der King-James-Bibel in der Zahl des Tieres als "six hundred three-score six" oder so ähnlich entgegenspringt.

@sid: Boah, das wird ja immer besser. Wenn diese Frage bei "Wer wird Millionär" aufgetaucht wäre, hätte ich ja bei nonante eher auf 90 getippt als auf 70. Warum zuzm Henker nicht Septante?

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Die Belgier und in der franz. Schweiz wird das eh auch gesagt : )

Aber wie gesagt, ich finds hübsch und nicht weiter störend. Da gibts viel mehr "bärks" Kram in andren Sprachen, als das Nummernsystem.

Ich werd ja nicht müde sämtlichen Fremdvölkern zu erklären, wie logisch wir bei zweistelligen Zahlen sind.
drei-zehn, drei-und-zwanzig ect, im Gegensatz zu dem Wechsel von (E) drei-zehn auf zwanzig-drei.
Klar, letzteres läßt sich einfacher schreiben, aber... der Logik folgen wir.

Womit wir wieder bei 1/4, 1/2, 3/4 wären *gg*

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Geben Sie's zu,
Frau Sid, Sie wollten mich verwirren mit nonante=70. Oder testen, ob ich das ungeprüft schlucke.

Aber wo wir schon von unserem eigenen Zahlensalat reden: Haben Sie schon mal von Zwanzigeins gehört? Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, etwas mehr Logik in die Zahlwörter zu bringen. Vielleicht sollten wir beitreten. ;-)

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Huch - nein, aehm (jetzt versteh ich, warum man sagt, man solle nicht betrunken bloggen) nante = 70, nonante = 90.
Hach, ich wollt bloß testen, ob wer aufpaßt *lach*

Hab schon von ähnlichen Anliegen gehört, aber ich bleiben dem Zehnersystem treu.
Man muß sich doch irgendwie aus der breiten Sprachmasse abheben ; )
Außerdem, was hätte ich dann noch für Ausreden betreffend linksrechts-Vermischungen. Und es sorgt immer für Erheiterung, wenn ich die Zahlen verdreh - man lernt damit leben. Stärkt den Charakter oder so *g*

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Dreiviertelsieben
Kein Wunder das sich weder Aufschwung noch blühende Landschaften im Land der aufgehenden Sonne durchsetzen konnten. Niemand wusste etwas mit ihrer Forderung nach einer Dreiviertelvierzigstundenwoche anzufangen.

Lassen Sie uns dieses sprachliche Defizit ausmerzen und plündernd sowie brandschatzend durch diesen Landstrich ziehen um den nackten Eingeborenen wenigstens etwas Bildung, Frieden und Wohlstand zu bringen. Ich hole schon mal Feuerzeug&Taschenlampe.

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Das Problem ist,
diese Zeitangaben benutzt und versteht man auch dort, wo die Audis, BMWs, Benze und Porsches herkommen, also da, wo noch Wertschöpfung stattfindet, auch wenn das "Schaffe, Häusle baue" zu Lasten des standarddeutschen Spracherwerbs geht. Diese Geberländer werden für den Länderfinanzausgleich gebraucht, da sollte also Milde walten.

Wenn wir hier schon Fässer aufmachen, dann müßte man auch jedem, der sagt "Ich fahr nach Ikea" die Hartz-4-Bezüge oder sonstige Sozialleistungen kürzen.

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Eben. Als Vertreterin eines dieser Geberländer sind für mich diese Zeitangaben nicht nur selbstverständlich wie sonst kaum was, sondern auch völlig logisch.

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Na klar ist das logisch, schließlich ißt ja auch niemand eine "Viertel vor" Pizza...

Nicht verstehen tut das die Leute, die nicht bis 3 zählen können ; )

Woher aber jetzt der Glauben kommt "Sonnabend" würde nur im ehm. Osten verwendet werden, ist mir nicht klar. Ich hab das vor allem im damaligen Westen gehört.
Oder ich hab Vorschreiber falsch verstanden, auch möglich...
Hier bei uns gehen ja die Uhren anders. Nämlich im Vierteltakt, und auch im Dreivierteltakt. Das ist mit ein Grund, warum wir besser Walzer tanzen können. Eh klar ; )

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Wenn wir hier schon Fässer aufmachen, dann müßte man auch jedem, der sagt "Ich fahr nach Ikea" die Hartz-4-Bezüge oder sonstige Sozialleistungen kürzen.

Ich sehe den Unterschied zwischen „Ich fahr nach Ikea“ und „Ich fahr auf Schalke“ nicht. Letzteres mag von der Tradition beschützt überlebt haben, Schmerzen bereitet mir jedoch beides.

Habe übrigens gerade eine Verwendung des Samstag-Imitates gefunden, die auf das Original nur schwer anwendbar wäre. Bitte lesen Sie hier weiter…

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Es braucht einfach ein bisschen Toleranz. Ich verstehe und benutze in zwischen auch den "Samstag" und halte das nicht (wie mancher Ossi) für Kulturimperilismus. Bitte im Gegenzug wenigstens um Akzeptanz von Regionalismen.
Und was die Argumentation betrifft, die leuchtet nicht ein. Ich z.B. habe in meinem versicherten Hauptjob am hellerlichten Tag um 15 Uhr Feierabend, während ich noch in dunkler Nacht meiner Schreibtischarbeit nachgehe und keineswegs "Feierabend" habe. Und beginnt nicht auch der Heilige Abend schon um 12?

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Einen Feierabend
kenne ich als umsatzsteuerpflichtiger Sätzedrechlser gar nicht, da gibt es Abgabetermine, oder wie man neudeutsch sagt deadlines, und ob ich diese Termine im Tageslicht oder im Mondschein einhalte, interessiert da weniger. Zumindest verstehe ich den Feierabend gewissermaßen als Endpunkt eines Werktags, von daher finde ich das sooo unlogisch nicht.

Aber Toleranz gegenüber Regionalismen finde ich gut, das muss ja kein Hinderungsgrund sein, sich ab und zu bissken zu beömmeln, wie man hier am Westpol sagt. Im Übrigen hätte ich das Sonnabend-Samstag-Ding mehr als Nord-Süd-Ding verortet denn als Ost-West-Konflikt. Da wäre mir jetzt eher an Mittagbrot vs. Abendbrot in den Sinn gekommen.

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Weiter östlich, also da, wo schon länger kein Deutschland mehr ist, sagte man auch Sonnabend, glaube ich. Jedenfalls sagte meine schlesische Großmutter das auch immer. Genauso wie dreiviertel vier und Abendbrot. Mittagbrot habe ich hingegen noch nie gehört, egal wo.

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Wie weit verbreitet
Mittagbrot war, weiß ich nicht, eine frühere Mitarbeiterin meiner kleinen Bürogemeinschaft sagte das immer. Das war eine im Sommer 89 "rübergemachte" aus Thüringen kurz vor Sachsen-Anhalt. Deren ostzonaler Akzent klang für mich auch immer ziemlich gesächselt, aber sie und ihr Mann stritten das immer entrüstet ab, mit Sachsen phonetisch in einen Topf geworfen zu werden. Vielleicht ist Mittagbrot ein sehr lokal begrenzter Regionalismus. Im Gegensatz zum Güntertag - der wurde wohl DDR-weit begangen. Von einem Günterabend ist mir nichts überliefert. ;-)

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Der Weltkindertag wird hier aber auch gefeiert, richtig mit riesigem Kinderfest und so. Allerdings nicht am 1. Juni, sondern am 20. September.

Abends gehören die Kinder ja auch ins Bett.

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... was das Thüringische betrifft, stimme ich zu: Das klingt für mich auch einfach wie Sächsisch, nur dass man es nicht versteht. "Mittagbrot" klingt für mich einfach uralt - meine Großmutter (aus Sachsen-Anhalt, Jahrgang 1896) sagte das immer. Und wenn wir schon dabei sind: Eine große Enttäuschung war es, als ich bis zählen lernte (bei der Großmutter im Sommeruralub) und dann später wieder daheim in Potsdam von meinem großen Bruder erfahren musste, dass es nicht "ölf und zwölf", sondern "elf und zwölf" heißt.

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Hihi, "ölf"
sagte meine Lütte anfangs auch, als sie zählen lernte - wobei das ö nicht ganz so prononciert und eindeutig war wie in "zwölf". Keine Ahnung, wo sie das hernahm.

@Arboretum: Der "Güntertag", so wie ihn unsere liebe B. aus dem Osten kannte, dürfte mit dem Weltkindertag heutiger Prägung nicht mehr allzuviel gemein haben, das Stichwort "internationale Brigaden" ist mir in dem Zusammenhang jedenfalls nicht mehr begegnet. ;)

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Och, international geht es da schon zu, allerdings ohne Brigaden, schon klar.

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Vor nicht allzu langer Zeit hörte ich auch zum ersten Mal, dass Schüler im Rest der Republik nicht strecken, sondern aufzeigen. Aufzeigen, wie klingt das denn? (Danke an Frau N.)

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Hm,
das kenn ich eher als sich melden.

"Wer schnipst, kommt nicht dran!"

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Sich melden kennen wohl alle. Aber verwenden tu ich's nicht. Oder selten.

Und pfeifen, winken, stöhnen hilft auch nix.

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Wenns mir wichtig war dranzukommen,
hab ich mich immer ostentativ mit anderem beschäftigt, dem Banknachbarn oder was auch immer. Aber strecken, melden, aufzeigen, gar schnipsen oder stöhnen - never ever. ;-)

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Und nun zu den Sprichwörtern
Früher hieß es:

"Morgenstund hat Gold im Mund."

Heute:

"Der frühe Vogel fängt den Wurm."

Mal abgesehen davon, dass ich, obwohl im Land der Frühaufsteher geboren, gerne ausschlafe, woher kommt die letzte Wendung? Aus dem Englischen?

Übrigens gehören Teile der Lausitz zu Sachsen, aber Sächsisch wird dort nicht gesprochen.

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Der frühe Vogel
dürfte tatsächlich aus dem Englischen in den hiesigen Sprachgebrauch geflattert sein. Ich hab ja auch nie verstanden, wie es zuging, dass die morgendliche Schlafstörung zu so einer Kardinaltugend avancieren konnte. Das hat wohl mit der christlichen Lust an der Kasteiung zu tun. Wenn ich sagenwirmal um dreiviertel vier in der Nacht ins Bett falle und um halb zehn morgens aufstehe, gelte ich nach landläufigen Standards als faul, wohingegen jemand, der um sechs in der Früh aufsteht, als fleißig gilt, selbst wenn er sich schon um 20 Uhr 15 nach der Tagesschau aufs Ohr gelegt hat. Schräg, oder?

Und was wird jetzt in der sächsischen Lausitz gesprochen? Sorbisch, Schlesisch, Kaschubisch? Jemand aus jener Ecke würde ja auch nicht unbedingt verorten können, ob ein Sprecher aus dem Südwesten aus Karlsruhe oder Stuttgart kommt. Und die Mannheimer, obwohl formal Baden-Württemberger, reden weder badisch-alemannisch noch schwäbisch, sondern südrheinfränkisch, wenn ich diese laienlinguistische Leier mal wieder anwerfen darf. ;-)

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Im Grunde genommen ist es doch schön, wenn es im Deutschen noch eine Vielfalt gibt, die nicht vom Englischen niedergebügelt wird.

So seh ich das und leb mit (für mich) Unwörtern wie "Apfelsine", "Schorle", "Käsekuchen" (NEIN, das IST eine Topfentorte. Zumindest bei uns. Und wer "Käsekuchen" essen will, soll nach .-de fahren. Fertig.) und andren grauslig klingenden Wörtern : )

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Ist Topfentorte identisch mit Käsekuchen oder mit Käse-Sahne-Torte? Käsekuchen kenne ich übrigens auch als Quarkkuchen. Und Apfelsinen gibt es gar nicht mehr so häufig in Geschäften, meist heißen die heutzutage Orangen.

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Bitte fragen Sie mich das nicht. Allein bei der Kombination "Käse-Sahne" rennt mir hier die Ganselhaut rauf und runter.

Vergleichen Sie selbst - hier ein Rezept.

Für die Variante mit Früchten hat meine Großmutter da immer eine Dose reingepackt, also deren Inhalt - versteht sich.
Sollte das Original-Oma-Rezept doch noch mal auftauchen und Sie Interesse haben, stell ichs bei mir rein.

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heisst kaesekuchen nicht inzwischen immer new york cheese cake? oder ist das nur hier im internationalen metropoliten rheinland?

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whiskey-tango-foxtrott-cake?
Die New-York-Variante ist mir noch nicht bewusst aufgefallen, muss ich gestehen. Bis hierher in die Nachbargemeinde ist diese internationale Benennung anscheinend noch nicht vorgedrungen.

Bei Topfen frage ich mich allerdings immer: eintopfen oder umtopfen? Ansonsten könnte ich nicht sagen, dass ich die .de-Varianten grundsätzlich schöner fände. "Paradeiser" klingt irgendwie leckerer als "Tomate", aber "Kukuruz" (oder gar "Blunzen") hört sich für mich ziemlich ekelerregend an. Und "Palatschinken" finde ich irgendwie irreführender als "Pfannkuchen".

Die "Apfelsine" (China-Apfel!) kann gerne auf dem Komposthaufen der lexikalischen Geschichte verrotten, und bei "Clementine" denke ich immer noch an die Alte aus der Waschmittel-Werbung.

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Wer im Palatschinken sitzt, soll nicht mit Käsekuchen werfen.

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Haha!
Friede den Hüttenkäsen, Krieg den Palatschinken!

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Die Leute aus der Lausitz klingen auch für Laien nicht wie Sachsen oder Thüringer, sondern eher wie Leute aus Brandenburg oder allgemeiner Norddeutschland.

Käsekuchen ist bei uns identlisch mit Quarkkuchen und ist sehr beliebt, allerdings nicht bei mir.
In Dresden gibt es noch die berühmte Eierschecke (hat nichts mit dem Dresdner Stollen zu tun) und in meinem Wohnort gibt es die Freiberger Eierschecke. Diese unterscheidet sich von der Dresdner durch das Fehlen der Quark- bzw. Käseschicht. Das liegt daran, dass Quark damals als Mörtel verwendet wurde und deshalb nicht verfügbar war. Deshalb esse ich im Gegensatz zur Dresdner die Freiberger Eierschecke. Allerdings muss man aufpassen. Wenn man zu viel davon isst, wird einem schlecht. So wie einem ein leckerer Apfelwein oder Äppelwoi oder Cidre oder Cider oder ... langsam aber sicher zu Kopf steigt.

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@monnemer
Wer im Palatschinken sitzt, soll nicht mit Käsekuchen werfen.

Erstens sitzen wir nicht IM Palatschinken (das ist aus mehreren Gründen einfach unmöglich) und zweitens fassen wir auch keinen Käsekuchen freiwillig an. Dürfen Sie also getrost behalten und sich in den Mund stopfen...

@mark
Daß Sie Palatschinken als irreführend empfinden liegt vllt auch daran, daß wir keine Kuchen daraus produzieren...
Die werden schon dünn ausgegossen bei uns...

Was Sie als Pfannkuchen empfinden geh für uns schon Richtung Kaiserschmarrn.

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IM Palatschinken, klasse Deckname!
Der Führungsoffizier war sicher ein Schlagobers


sid, Käsekuchen oder Topfentorte, Palatschinken, Kaiserschmarrn, ich stopf mir alles rein.

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Topfenkuchen ist bei uns zwar was andres, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen...

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Sorry, ich hatte das wohl zeitgleich verbessert.

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Ach...ich kenne da einen Menschen, der Palatschinken nie bestellen würde, weil er Vegetarier ist. Sowas klärt man auch nicht auf.

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Wozu auch,
am Ende ist es auch noch ein Veganer, und dann kommt der Verzehr wegen Milch und Eiern nicht in Frage.

Wobei ich gestehen muss, dass ich auch fragen musste, was genau das für ein Schinken sein soll, den man mit so süßen Sachen dazu essen kann.

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Man erklärte mir mal, das Wort sei dem ungarischen (oder wars tschechisch?) palacinka entlehnt und dann quasi österreichisiert worden. Wie überhaupt küchenösterreichisch wirklich herrlich ist. Paradeiser, Karfiol. Fr. feuerlibelle hatte da mal ne ganze Serie drüber.

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Im
Kroatischen kennt man das auch, von daher hat es mit Schinken wahrscheinlich nicht viel zu tun.

Mit Vorlesungen aus einem österreichischen Kochbuch (oder gerne auch aus der niederländischen Gebruiksanwijzing von neu gekauften Elektrogeräten) hat mich meine Ex immer wieder zu erheitern gewusst. Aber vor lauter "klingt das putzig" hab ich mir dann doch nicht dauerhaft merken können, was "Karfiol" eigentlich ist. Oder "Buchteln"...

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Ach, es kommt mit der Gewohnheit. Wir sagen auch nicht Oberschiiinen. Und was macht der Ober darin *harhar*

Ja, die Feuerlibelle hatte einen Steirisch-Deutsch-Kurs : )

Bei uns ist halt viel böhmisch bzw. kaiserlich *fg*. Hat Tradition und vor allem ganz viel Geschichte. Deswegen schmeckts auch so gut bei uns.

Btw. ein Vegetarier kann sehr wohl Palatschinken essen, zB mit Spinat gefüllt. Oder ganz traditionell: Marillenmarmelade und Staubzucker.
Bei uns gibts fast keine Variante, die es nicht gibt ; )
Gucken Sie u.a. im Dreivierteltakt *ggg* hierher.

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ich hätte da auf ungarisch noch palacsinta im angebot (wenn wir die k.u.k.(kreuz und kwer)-übersetzung vervollkommnen wollen.)
man hatte einander mal wieder nicht richtig zugehört.
kein wunder, dass das reich auseinander brach.


(#topfen:
das erinnert mich daran, dass ich mal einen computerspielaffinen freund fragte, wie denn das spiel "turok" so sei.
"totaler quark" entgegnete er. wiederbelebung des vert.)

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Ja diese Sonnabend sager, lachen aber wenn ich im Süden "nachtessen" sage. Obwohl es ja schon dunkel ist. Wo ist da der Fehler?

"Dabei ist Abendbrot ja total doof. "Was gibt es zum AbendBROT" .."Schnitzel".

;-)

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