Samstag, 23. Juli 2016
Die üblichen Verdächtigen mal wieder
Eine kleine Randbemerkung zum Terror der vergangenen Tage sei mir gestattet: Ich frage mich, wo Richard Gutjahr in den kommenden Wochen sich aufzuhalten gedenkt. Ich frage deswegen, weil er sowohl in Nizza vor Ort war, wo der LKW durch die Menschenmenge pflügte, als auch jetzt in München in der Nähe des Shoppingcenters, wo gestern zehn Menschen durch Schüsse eines Amokläufers starben. Wenn der geschätzte Reporter und Blogger nun ankündigen würde, beispielsweise demnächst nach Portugal an die Algarve zu fliegen, dann würde ich unseren geplanten Urlaub dort womöglich stornieren. Denn gefühlt würde sich damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es dort kracht, wo ein Richard Gutjahr sich zufällig aufhält.

Und spätestens bei einem dritten zufälligen Dabeisein wo`s kracht hätte ich auch Schwierigkeiten, noch an Zufall zu glauben. Aber als Hobby-Konspirologe hat es mich natürlich interessiert, ob es schon Verschwörungs-Theorien zum Thema Richard Gutjahr gibt - und Bingo!. Gutjahr ist mit einer früheren Knesset-Abgeordneten verheiratet. Somit liegt es für fortgeschrittene Paranoiker klar auf der Hand, dass Gutjahr von einer Mossad-Agentin gewissermaßen ferngesteuert wird, die natürlich schon vorher weiß, wo der israelische Geheimdienst den nächsten False-Flag-Anschlag stattfinden lässt.

Mannmannmann, kannste Dir echt nicht ausdenken sowas (ach ja, und you read it here first, fefe hat dazu noch nichts).

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Mittwoch, 20. Juli 2016
Abgerundet


Also, das war ja wohl nix. Präziser gesagt: nichts für mich. Auf der Website war eine Gruppenausfahrt in "entspanntem Tempo" angekündigt, aber ziemlich schnell zeigte sich, dass ich ziemlich hart am Anschlag bolzen musste, um da mitzuhalten, nachdem wir aus der Stadt raus waren und es in die Hügel ging. So entschloss ich mich hinter Ratingen, einem Ruf der Natur (genauer gesagt einem dringenden Appell meiner Blase) Folge zu leisten und anschließend nicht mehr an die Gruppe heranzufahren, sondern eine eigene 100-km Runde in gemächlicherem Tempo zu drehen.

Wohlverstanden, dieser Beitrag soll kein Vorwurf an die Veranstalter und MitfahrerInnen sein, das sind allesamt fitte Leute, und die sollen ihren Spaß haben. Ich stelle nur fest, dass ich mich wohl überschätzt habe, wenn ich davon ausging, die erforderliche Grundfitness für eine "entspannte Runde" mitzubringen. Das heißt, in meiner jetzigen Verfassung stecke ich zwischen Baum und Borke, mit wirklich fitten Leuten (ganz gleich ob Männlein oder Weiblein) kann ich nicht mitfahren, aber für den AOK-Radsonntag bin ich noch etwas zu ambitioniert. Das macht es schwer, Mitfahrer auf annähernd gleichem Level zu finden, vielleicht passt am ehesten die Dienstagsrunde der Senioren vom VfR Büttgen zu meinem derzeitigen Leistungsvermögen. Und das meine ich nicht ironisch, ich bin da ja mal vor ein paar Jahren eine Teilstrecke mitgerollt, das war vom Tempo her moderat, und Pinkelpausen gab es auch in ausreichender Zahl.

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Mittwoch, 13. Juli 2016
And I ride and I ride...
Heute morgen, als ich gerade mit der Brötchentüte vom Bäcker zurückkam, sprach mich der ca. 14jährige Sohn des Nachbarn an, er sei soeben zweieinhalb Kilometer Fahrrad gefahren. Nun war es offensichtlich, dass er dafür von mir irgendeine Art von Zuspruch erwartete, und ich bemühte mich, nicht allzu herablassend zu klingen, als ich sagte, "Sehr gut junger Mann, so fängt man an". Ich verkniff mir dabei den Hinweis, dass ich in dem Alter pro Tag knapp 40 km runterkurbelte, aber dass ich gestern zum Pommes essen nach Venlo geradelt bin, den Punkt musste ich dann doch machen.



Und das, wo ich meine gute Form der Frühjahrs-Eroica nicht in den trüben Sommer hinüberretten konnte. Aber ca. 100 Kilometer nach Venlo und zurück gehen eigentlich immer, zumal es da keine allzu großen Anstiege zu bewältigen gibt. Die Süchtelner Höhen sind genau richtig dimensioniert, um der Landschaft ein gewisses Maß an Abwechslung zu geben, ohne dass man sich zu sehr verausgaben müsste. Und das Grenzgebiet rund um die Krickenbecker Seen und die Venloer Heide ist mir sehr ans Herz gewachsen. In den Hügeln rund um Hinsbeck kommt stets sowas wie Urlaubsfeeling auf, da lümmeln die Kühe im Gras, und auf den kleinen Sträßlein durch die Felder rund um Burg Bocholt kann man schon mal völlig das Gefühl dafür verlieren, wo man gerade ist, wenn Landmarken wie der romanische Doppelkirchturm von Nettetal-Lobberich und der neugotische Spitzturm von Dornbusch nicht mehr im Blickfeld sind und sich die Sonne hinter Wolken versteckt (was sie in dieser Gegend fast immer tut, wenn ich da unterwegs bin).



Kollege Crispinus schrieb dieser Tage, so richtig vertraut werde ein Rad einem erst ab 200 Kilometer Streckenlänge. Für mich, der ich nicht so ein Langstrecken-Spezialist bin, liegt diese Marke eher bei 100, und die habe ich mit dem Chesini jetzt schon dreimal geknackt. Zu meiner großen Überraschung fährt sich Signore Chesini trotz größerer Überhöhung auf der langen Strecke etwas ermüdungsärmer als Monsieur Mercier, bei dem mir auf dieser Strecke zuletzt ein paar Mal die Hände eingeschlafen waren. Kurioserweise kann ich aber mit dem Franzosen dauerhaft größere Gänge treten als mit dem Italiener, den ich mehr auf dem kleinen Blatt und mit etwas höheren Trittfrequenzen fahre. Zum Teil hängt das sicher mit einer etwas anders verlaufenden Kettenlinie zusammen, aber wahrscheinlich spielt auch ein unterschiedlicher Sitzwinkel in Relation zur Tretlagerachse mit hinein. Beim Klettern macht das allerdings wenig Unterschied, da bietet der Franzose neuerdings mit dem 30er-Ritzel einen geringfügig komfortableren kleinsten Gang, beim Chesini ist derzeit bei 28 Ende Gelände.

Aber die Laufradsätze sind mit ihren 8fach-Kassetten ja jederzeit austauschbar, und so bin ich noch unentschlossen, welches der beiden Räder ich nehmen werde, wenn es Anfang September mit meinen Brüdern nach Badisch-Sibirien gehen soll.

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