Mittwoch, 22. August 2007
Desparate Houseman (Folgeweißnichtmehrgenau)
Dass es Hausarbeiten gibt, die leichter von der Hand gehen und andere, um die man sich lieber etwas länger herumdrückt, das ist wohl ganz normal. In unserem Haushalt könnten oberflächliche Beobachter zu dem voreiligen Schluss kommen, ich sei schlicht zu faul, die Wäsche abzuhängen - oder diese Tätigkeit widerstrebe mir im innersten Wesenskern. Doch weder noch, nichts könnte weiter entfernt sein von dem eigentlichen Sachverhalt. Der Punkt ist nämlich: Ich greife prüfend hin und habe das Gefühl, das Zeug hängt ja immer noch total klamm auf dem Wäscheständer. Ja, vielleicht ist eine Woche Hängenlassen bei der derzeitigen Luftfeuchtigkeit wirklich zu kurz, um die Plünnen in den Schrank verfrachten zu können.

Aber hilft ja alles nichts, die nächste Ladung in der Maschine hat ihren Schleudergang beendet und fordert ihren Platz auf dem Wäscheständer ein. Vielleicht sollte ich diese Silikatsäckchen sammeln, die in der Verpackung von Computern und anderem Elektrogerät oft drin sind und dem Transportgut die Feuchtigkeit entziehen sollen. Die könnte ich in den Schrank legen mit dem guten Gefühl, dass eventuelle Restfeuchtigkeit nun kein Problem mehr ist. Oder ich gehe wieder dazu über, wie zu Singlezeiten einen ordentlich pustenden Standventilator längs zum Wäscheständer aufzustellen.

Den Plan, das Zeug einfach zum Trocknen auf den Balkon zu stellen, kann man wohl knicken bei der derzeitigen Großwetterlage. Ach ja: Hatte ich erwähnt, dass es schon wieder schüttet wie aus Kübeln? Erderwärmung my arse. Wenn diese sommerliche Zwischeneiszeit nicht bald endet, muss ich mir was überlegen: Zuerst werde ich künftig die grünen Flaschen in den Braunglascontainer werfen, das sollte eigentlich mittelfristig ausreichen, um die Weltdurchschnittstemperatur um ein paar Nanograd anzuheben. Dann kommen Pappe und Papier nicht mehr in den Altpapiercontainer, sondern in die Restmülltonne, und dann wollen wir doch mal sehen. Deoroller werden nicht mehr angeschafft, künftig werden wieder Sprays verwendet. Ich bin allmählich zu allen klimaverändernden Schandtaten bereit. OK, alte Autoreifen auf freiem Feld abfackeln vielleicht noch nicht. Aber ich würde es nicht beschreien, lieber Petrus. Denk drüber nach...

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Genau! Hausfrauen und -männer wehret Euch! Mir scheint es herrschen perfekte Tage für Killefit Revolutionen.

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Ich sehe grade:
Wir stehen nicht allein - in der "Wirtschaftswoche" ist Mülltrennung grad Titelthema. Angeblich stehen grüner Punkt und gelbe Tonne vor dem Aus. Was eine gute Nachricht wäre, müsste man nicht befürchten, dass alles, was danach kommt, noch komplizierter und ineffizienter wird.

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Ich finde Mülltrennung ebenso überbewertet. Zudem könnte ich mir Mühe machen, wie ich will. Meine Vermieter sind mit der Tonnenbefüllung immer schneller als wir, so dass unser grüner Punkt eh immer im Normalmüll landet. Ich bin also schon Profi-Revoultionär.

Kristofs Idee ist auch sehr gut. Ich werde doch gleich heute nachmittahg anfangen, meinen Kondensationstrockner umzubauen und einen Schlauch durch ein zu stemmendes Loch in der Band porkeln, durch das Souterrain-Kinderzimmer der lieben Vermieter führen und händereibend das Klima erwärmen. Das wird ein Spaß!

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Ich persönlich mag keine superweichflauschigen Handtücher und auch die Tshirts ect werden so fusselig im Trockner. Aber zum Antrocknen verwende ich die Maschine selten, aber doch (oder um das restliche Geld im Zähler zu verpulvern).

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Bei mir wird nix superflauschig. Komisch.

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Wir haben eine uralte Mi*e*le.
Oder es sind genug Weichspülerreste drin *zuck*

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Uaaah, Weichspüler!
Sowas kommt mir ja nun gar nicht in die Tüte Trommel. Mit weichgespülten Frotteehandtüchern hab ich immer das Gefühl, man wischt und schmiert und rubbelt und wird doch nicht trocken. Bretthart muss ein Handtuch sein, dann trocknets am besten. Ist auch gut für die Durchblutung...

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Ein Peeling sozusagen.

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Wäre da nicht ein Trockner mit Abluft nach draussen genau das richtige? Wäsche trocken, Klima wärmer.
(Nein, bitte, Sie müssen sich nicht bedanken.)

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Weiß nicht,
Trockner sind natürlich schneller, aber ich hab den subjektiven Eindruck, dass die auch eine gewisse Restfeuchtigkeit in den Klamotten drinlassen. Der Vorteil könnte aber sein, dass der Energieverbrauch das Erdklima zusätzlich anheizt. ;-)

@Mülltrennung: Dass dem Restmüll vor der Verbrennung vielerorts mühsam von den Haushalten extra gesammeltes Altpapier zugeführt wird, um auf die nötige Verbrennungstemperatur zu kommen, ist seit mindestens zehn Jahren bekannt. Trotzdem tragen die Leute brav jeden Kassenzettel oder verpappten Pizzakarton zum Container. Ich hatte dazu vor vielen Jahren einen erbitterten Streit mit meiner Ex, die mir Vorhaltungen machte, dass ich Papier und Pappe nicht sorgfältig genug aus dem Restmüll draußen hielt. Ich setzte ihr detailliert auseinander, wie unsinnig es ist, das mit allzugroßer Akribie zu betreiben. Alles, was ihr dazu noch einfiel, war dann: "Aber irgendwas muss man doch tun."...

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"Schranktrocken plus" ist trocken genug. Bei meinen Millionen T-Shirts käme ich mit Wäscheleine gar nicht zurecht.

Ich habe ja mein Lebtag nicht getrennt.

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Was die Mülltrennung angeht: Ich ärgere mich gerade sehr darüber, dass es hier im Haus keine Biotonne gibt, und ich alles in den Restmüll werfen muss. Aber wenn hier auch noch alle ihren Gelben-Sack-Kram in die normale Mülltonne werfen würden, wäre die in nullkommanichts voll - und wir hätten ein großes Problem bis zur nächsten Abfuhr.

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Biotonnen sind teilweise überbewertet. Was da alles an Schimmel reingeworfen wird, dient keiner Kompostierung mehr.

Ich hab ja seit ewig und 3 Tagen eine Komposttonne (mal sehen, ob man noch lesen kann, wie das mal wirklich hieß) und was da alles NICHT rein darf, was andre Leute die die öffentl. Biomülltonnen verfrachten - das ist kein Dreck...
Ich benutze das Monster ausschließlich als Zwischenlager für den Balkonmüll, weil die Dichtungen schon so hinüber sind, daß das Ameisenvolk mind. 2x/Sommer dort die Jungen großzieht. Hat aber auch was für sich den Deckel zu heben und die nichtgeordnete Panik zu betrachten, wenn sie wie wild mit den Eiern rumlaufen *lach*

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Hier wäre eine Biotonne
ratzfatz voll. Dank des Imbiss-Betriebs im Erdgeschoss ist bei uns sozusagen jede Tonne Biotonne. Entsprechend eklig-klebrig geht es im Hinterhof zu.

Wenn ich das Gefühl habe, dass nach der physischen Trennung durch den mündigen und verantwortungsbewussten Verbraucher auch sinnvoll weiterverfahren wird mit dem ganzen Zeug, habe ich mit Mülltrennung eigentlich wenig Probleme. Papier, Glas, ja klar, am alten Wohnort auch Blechdosen, why not. Das Problem ist aber auch, dass das regional total unterschiedlich gehandhabt wird und man sich nach einem Umzug erst mal wieder völlig neu orientieren muss, was wohin kommt und was nicht. Da brauchts zum Teil wirklich Fachabitur...

@Kristof: Ich weiß nicht, wie es in DA-Stadt ist, im Landkreis drumrum wäre es uns jedenfalls verdammt teuer gekommen, nicht zu trennen.

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Wieso? Wegen Müllpolizei oder wg. Mengen?
(PS: Papier und Altglas natürlich schon.)

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Mengen- bzw.
abholfrequenzbedingt. Die (den Wohnungen per Barcode zugeordneten) Restmülltonnen wurden sozusagen on demand geleert, wenn man sie selber rausstellte. Jeder Leervorgang wurde mit dem Scanner erfasst und ging dann in die Stadtwerke-Rechnung mit ein. Wenn Du jeden Abholzyklus dabei bist, summiert sich das per annum locker auf paar hundert Euro. Da guckst Du dann schon drauf, dass nichts in die Restmülltonne kommt, was da nicht unbedingt rein muss.

Wie das in den Wohnblocks/Mietshäusern mit den größeren Müllcontainern lief, weiß ich nicht. Da wird es wohl bei der Pauschale geblieben sein, vermute ich.

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Das vermute ich auch.
Aber das ist ja das Doofe, dass nicht etwa aus ökonomischen Sinn getrennt wird, sondern nur, weil der normale Müll so teuer geworden ist.

Ich muss aber zugeben, dass das bei mir mengenmäßig kaum ins Gewicht fällt. Ich lebe allein und koche selten, da fällt kaum was an. Da kann ich mir die Gedankenlosigkeit leisten :o))

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Das sollte vermutlich "ökologischen Sinn"
heißen, denn die Teuerung ist ja ein ökonomischer Faktor. Wir haben jedenfalls für die ganzen Babywindeln im Müll ganz schön bluten dürfen. Allzuweit sollten die Kommunen die Schraube m.E. auch deswegen nicht anziehen, weil sonst für viele Mülltourismus und illegale Entsorgung attraktiv wird. Hier wird zum Beispiel Sperrmüll mehrmals pro Jahr kostenfrei abgeholt, und ich habe den Eindruck, es liegt hier weniger sperriges Zeux in der Landschaft rum als in Südhessen, wo man sich dreimal überlegen musste, ob man eine kostenpflichtige Abholung ordert und wenns dumm läuft in der Nacht noch allerlei Ramsch von den Nachbarn draufgesattelt kriegt.

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Natürlich "ökologischen Sinn". Meine Finger haben mir einen Streich gespielt.

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Au Backe. Ich trenne brav, habe einen Komposthaufen in meiner Gartenimitation und bringe Papier und Glas ganz lieb vor 20:00 Uhr zum Container. Was für ein Unmensch doch in mir hockt!

Aber mal nebenbei gefragt: Gibt es sonst noch Themen? Bei mir nämlich nicht, und so rette ich mich von einem Tochterbild zum nächsten SpOn-Link. Irgendwie tote Hose in KBD. Wo sind denn die großen Blogthemen alle geblieben?

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Tja,
ich frag mich auch, ob das Papi- und Homeofficer-Dasein den Blick verengt. Mit dem putzigen Geplapper meiner Kleinen könnte ich seitenweise Beiträge füllen. Aber ich seh kein großes Blog-Thema, das danach ruft, es auch in der Dunkelkammer besorgt zu kriegen. OK, Bildblog kriegt Promi-Werbung im TV, die Läster-Pioniere Don A. und Lanu kriegen sich in die Wolle. Das ist aber alles nicht der Rohstoff für Blogbuster-Beiträge. Aber warten Sie mal ab, im September, wenn alle wieder da sind, dürfte wieder mehr los sein im Dorf.

Und nochmal zurück zur Mülltrennung: Wäre die Wiwo-Titelgeschichte online zur Verfügung gewesen, hätte sich da vielleicht was draus machen lassen, inklusive Stöckchen, wie hältst Du es mit der Entsorgung von Teebeuteln? Wundert mich aber auch, dass die etablierten Blätter bisher nicht größer eingestiegen sind. Am dualen System hängen schließlich ein paar Millionen Euros und etliche Arbeitsplätze dran...

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also mein "Haben Sie es gut, schon Feierabend?" - "Nein, ich arbeite zu Hause" Dasein lässt klar den Schluss zu, dass sich der Blick verengt. Sie merken ja wenigstens noch, obs draussen warm oder kalt ist...
Umweltmäßig sollten Sie klein anfangen und sich ausschliesslich von Dosenthunfisch in Öl ernähren uns das Ganze langsam steigern (Altreifen verbrennen, tss, erst mal gilt üben, üben, üben).
Nix zu danken.

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Öligen Dosenfisch,
da sagen Sie was. So Zeug vertilgt mein Töchterlein in rauhen Mengen auf ihren Frühstücksbrötchen, das macht echt meinen Tag, wenn sie mir dann auf den Schoß gekrabbelt kommt. Da darf ich umwelttechnisch also schon paar Briketts drauflegen zur Beschleunigung des Klimawandels. Aber Altreifen abfackeln hatte ich ja auch mehr so als mittelfristige Perspektive abgepeilt. ;-)

Wenn Sie also mit der Außentemperatur so gar keine Fühlung mehr aufnehmen vor lauter Businesserfolgreich delegiert haben - oder hat sich das Thema anderweitig erledigt?

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und wenn sie a l´huile an die Tastatur geht und der Vater zu Weihnachten im offenen Kamin Pneumant Ultra Grip anzüdet..
Zu allem anderen hätt ich viel zu erzählen, aber ganz bestimmt nicht im Internetz.
(Ihre Postings in diesem Holgi-Quatsch sind so herzerfrischend "normal")

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@zu allem anderen:
Da sollten wir auf alle Fälle mal telefonieren in naher Zukunft.

@Holgi & Co.: Mit Hysterie und Hexenjagd hab ichs ja nicht so. Wie mein Vornamenvetter bei antville immer sagt: hey, is doch nur internetz... ;-)

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