Freitag, 20. September 2013
Gold gab ich für Eisen?


Vor dem Goldankauf-Geschäft steht seit Tagen dieses Fahrrad. Ob das in Zahlung gegeben wurde?

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Vermutlich ein begehrtes Sammlerstück aus einer noblen italienischen Radmanufaktur. Das ist mit Gold gar nicht aufzuwiegen!

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Oder das Logo mit dem Leu auf dem Steuerrohr signalisiert, dass der Drahtesel in Venedig einen goldenen Löwen gewonnen hat? ;-)

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Leu?
Natürlich ein Belgier,der zuviel Stella Artois intus hatte und das Fahrrad abstellen mußte !

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Ach, von dort kommt das. Nachdem mir diese Biermarke zuerst in Frankreich begegnet war, hatte ich das unhinterfragt für ein französisches Produkt gehalten.

Was das Fahrrad im Übrigen auch ist, wie das Großbild verrät.

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Wenn es sich ein bisschen so verhält wie mit abgestellten Autos, könnte es einfach damit zu tun haben, dass die Besitzerin (Damenrad?) ihr Rad immer noch sucht?
(Ohne Notizen hätte ich Fahrzeuge schon x-mal verloren nach dem Abstellen und Versuch des Wiederfindens in terras ignotas in mir unbekannter Gegend.)

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Das Fahrrad ist gegen Diebstahl wohl mehr durch sein Alter / Zustand geschützt als durch das Schloss, oder?

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Nö, wieso? Steht doch nicht schlecht da, wie man im Großbild sieht. Hat sicher paar Jahre auf dem Buckel, aber keinen Rost oder offensichtlichen Klapperatismus.

Es ist im Übrigen auch ein populärer Irrtum, dass alte Möhren per se weniger diebstahlgefährdet wären.

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Ich meine nur, weil es nur ab- aber nicht angeschlossen ist. Kümmert doch heutzutage keinen mehr, wenn man ein Rad wegträgt...

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@rocky raccoon:
Da ist was dran. Aber wenn die Laterne schon belegt ist, sind die Möglichkeiten zum Anschließen rar. Und man sollte sich da auch wegen der Ladenlokale nicht zu sicher sein. Bevor der Goldankauf hier eröffnete, war da ein Buchladen drin, und dem Inhaber ist das Rad aus dem Radständer geklaut worden - es war allerdings auch gar nicht abgeschlossen. Es gab dann sogar so etwas wie eine Verfolgungsjagd, jemand aus der Nachbarschaft ist noch mit dem Auto hinterher, aber die Straße endet in einer Sackgasse, aus der nur ein Fuß- und Radweg wegführt und wo man mit dem Auto nicht durchkommt...

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Oha, da hab ich nun erst "Bauchladen" gelesen...

Mit "Goldankauf" da sind sie ja knapp am Wettbüro oder der Spielo vorbeigeschlittert. Dennoch, so eine Bude ist der Beginn der Gentrifizierung rückwärts. Da muss man beizeiten, Hals über Kopf, das Viertel verlassen. So wie der Radeigentümer das auch getan hat. Nur mit Perso in der Tasche das Weite gesucht...

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#prieditis, da haben Sie aber gerade recht.
Das Foto erinnerte mich an die Georg Schuhmann Straße in L.

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Wieso? Da war doch noch hauptsächlich Glas in den Fensteröffnungen!?

Die Georg-Schwarz-Straße hingegen hatte vornehmlich Holzglas...
Gibt es hier übrigens auch, in Bruckhausen.

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Don Ferrando, Goldankauf wäre in der Georg-Schumann völlig überzogen. :-) Typisch sind Second-Hand-Läden, die sich abwechseln mit An-und-Verkauf, Geschäften für Gebrauchtwaren und 'Previously owned'-Superstores für Kaffee-Togo-Mitbringer.

Es wird aber, ernsthaft, in diesem Quartier beharrlich aufgehübscht, begrünt, verkehrsberuhigt, getan und gemacht (is nich so einfach, die Straße ist länger als ein durchschnittliches Theaterstück von Rolf Hochhuth und von Haus aus von ähnlichem Liebreiz).

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Prieditis, Holzglas, da das der Stadtwesten ist, darf der das, der ist cool. Der ist coolheitsmäßig auf dem Weg, der neue Süden zu werden (hab ich z.T. aus der überregionalen Presse erfahren).

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Aus Bruckhausen wird Chemnitz

http://bruckhausen.blogspot.de/

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Auch das noch, der berühmte Sympathieträger Chemnitz, das sächsische Manchester**.
In der Tat, in Chemnitz gibt es ähnliche Bestandsaufnahmen in Blogform.
Fairerweise muss man zugeben, es gibt Trilliarden erhaltene und wiederhergestellte Häuser aus Gründerzeit und Jugendstil in Chemnitz (Funny van Dannen: scheiß Jugendstil, scheiß Jugendstil), weltweit berühmt bei jedem, der sich dafür interessiert und sich nicht zu sehr vor dem Überschreiten der Interzonengrenze ekelt.

Was den Kahlschlag des Krieges überstanden hat, die psychedelische Zwischenzeit 1945-90, die Erdanziehung und die zerstrittenen geldsniffenden Erbengemeinschaften bis heute überstanden hat: das sollte um Gotteshimmelswillen alles erhalten werden (meiner Ansicht nach per Stadtratsbeschluss immer auf Kosten der zehn reichsten Apotheker der Stadt und auf Kosten der zehn größten Großfressen in Stadtparlamenten, Presse und Bürgertum.)
__________

*M. estimée Eric, erinnerst du dich an den Eingangsbereich im Asisi-Panorama: "Im sächsischen Dreiklang neben der Industriestadt Chemnitz und der Residenzstadt Dresden ist Leipzig die Kaufmannsstadt. Nicht umsonst heißt es: In Chemnitz wird das Geld verdient, in Leipzig vermehrt und in Dresden ausgegeben."

**Dein Wanderer-Fahrrad weiß, wovon ich rede. :-)

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@prieditis: Den Wechsel vom Buchladen zum Goldankauf haben wir natürlich auch als Menetekel der drohenden Degentrifizierung dechiffriert. Aber solange der Bioladen und der hochpreisige Juwelier sich halten können und der Edeka nicht zum kik oder nkd wird, besteht noch Hoffnung, dass der Totalabsturz des Viertels abgewendet ist.

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Ach ja, runtergekommen (oder gar von Holzverglasung bedroht) ist diese Ladenfront aus den späten 50ern oder frühen 60ern überhaupt nicht. Wird alles gut in Schuss gehalten. Jedenfalls hat es sich seit jener Aufnahme

nicht nennenswert verschlimmert.

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Das ist eines der 15 Millionen selten benutzten Fahrräder, die Rudolf Scharping, auf den es die Schwerkraft (also Herr Newton) besonders abgesehen hat, weltpolitisch repräsentiert.

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@ilnonno:
Reiben Sie es uns Radfahrern nur rein, dass dieser Hypercharismatiker uns repräsentiert. Wobei: Ich hab den nicht gewählt...

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