Freitag, 6. September 2019
Zwischenruf aus Zimmer 8


Das ist nicht das Bild für den ausstehenden Freitagstexter, es illustriert viel mehr, warum ich mich davor immer noch drücke. Ich liege mit schwerer Lungenentzündung in der Klinik - und auch wenn es mir gefühlt schon schlechter gegangen ist, habe ich die Ärzte noch nie so besorgt erlebt. Ist mit der Immununterdrückung natürlich immer eine blöde Kombi. Mit Internet ist es auch nicht weit her, irgendein Android-Update hat mir den Login zerschossen, ich komme also nur während der Dialyse mit einem anderen Zugang ins Netz. Nehmen Sie es also nicht persönlich, wenn ich schweigsam bleibe.

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Samstag, 3. August 2019
Kurze Durchsage
Ich habe einen Blog - das ist der letzte Satz vor "ich gehe gleich die Stütze abholen."

Harald Schmidt im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". Vor 15 Jahren hätte er damit noch einen veritablen Shitstorm ausgelöst, so wie der Hamburger Werbefuzzi, der von den "Klowändern des Internets" sprach. Heute juckt so ein Sager keine Sau mehr in Kleinbloggersdorf.

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Montag, 27. Mai 2019
Krankenhaus-Koller, Familienpackung
Da saß ich heute mittag mit der besten Ehefrau von allen draußen vor der Klinik-Cafeteria. Ich hatte gerade die Dialyse hinter mir, und meine Frau hatte gerade erfahren, dass sie nach ihrer Unterleibs-OP vorige Woche morgen nach Hause gehen kann. Plötzlich eine whats-app-Nachricht von mademoiselle793, sie sei im Sportunterricht ohnmächtig geworden und werde jetzt ins Krankenhaus eingliefert. Und da wir beide grad im Krefelder Klinikum seien, lasse sie sich vom Rettungswagen auch hierher bringen. So hatten wir dann eine gute halbe Stunde später in der Aufnahme der Kinderklinik eine ungeplante Familienzusammenführung. Die Ursache der Unbill war schnell gefunden, Töchterlein hatte mal wieder nicht gefrühstückt und auch zu wenig getrunken. Aber um andere Ursachen definitiv auszuschließen, werden noch diverse Tests gemacht, und diese Nacht muss die Kleine auf der Kinderstation verbringen. Das ist natürlich voll der Horror, vor allem, wenn man kein Handy-Ladekabel dabei hat. Aber nun hat ihre Bettnachbarin, die besser ausgestattet ist, Töchterlein ihre Powerbank geliehen, der Abend ist also teilweise gerettet.

Schon schräg: Jetzt sitze ich Dauerpatient allein zu Hause, während meine beiden Süßen in der Klinik weilen. Na ja, hoffen wir, dass wir morgen hier wieder komplett sind. Und soviel sei noch angemerkt: Von meiner Frau heute morgen bei der Dialyse wachgeküsst zu werden, das war eine ganz besondere Überraschung. Normalerweise ist die Station für Ungbefugte ja "off limits".

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