Donnerstag, 15. Dezember 2005
Desperate Housemen (4)
Bei der FTD bloggt neuerdings ein Kollege, der sich in das Abenteuer Elternzeit gestürzt hat. Recht amüsant, was der Herr Haushaltsvorstand dem Papi-Alltag für Geschichtlein ablauscht. Hätte als längergedienter Homeoffice-Manager vielleicht auch manchen hilfreichen Tipp parat für den frischgebackenenen Vater. Aber ehrlich gesagt hat mich die Registrierungshürde bei der FTD dann doch abgeschreckt. So wie ich das Eingabeformular verstanden habe, erwerbe ich mit der Registrierung auch ein Online-Abonnement, zu dessen Umfang es unter anderem gehört, dass mir die aktuellen Wertpapierkurse meines persönlichen Depots jeden Morgen auf den Frühstückstoast gebrutzelt werden. Oder so ähnlich. Aber was soll's - wie mir da und dort von wohlmeinenden Bloggerkollegen geflüstert wird (Tröllölilö...) kommentiere ich eh schon zuviel. Also lass ich den FTD-Hausmann erst mal machen.

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Dienstag, 13. Dezember 2005
Existenz-Jubiläum
Ein Jahr ist sie jetzt schon alt, die kleine Maus. Und ich denke zurück an die ersten glücklichen Momente zu dritt im Krankenhaus. Ich kann nicht sagen, dass es mich sofort komplett weggerissen hätte, wie es andere frischgebackene Papis geschildert hatten. Ich war einfach froh, das alles glatt gegangen war, dass es meiner Frau gut ging und dass an dem süßen Winzling alles dran gewesen ist was dran sein sollte. So richtig in mein Herz gestohlen hat sich die Kleine dann in den ersten Tagen und Wochen zu Hause. Wenn ich daran denke, dass sie jetzt ja auch schon ein halbes Jahr in die Kita geht, dann wird mir schwindlig, wie die Zeit rast. Weihnachten steht ja nun auch schon wieder vor der Tür, dann können wir schon bald anstoßen aufs neue Jahr, und wenn das in dem Tempo weitergeht, dann können wir der Kleinen demnächst Klamotten kaufen für den Abiball den ersten Schultag. Aber wie end- oder zeitlos mag sich so ein erstes Jahr für ein Kind anfühlen? Wie unabsehbar lange war ein Sommer, als ich selber noch klein war? Faszinierend und irgendwie auch erschreckend, wie sich die Perspektive ändert mit der Zeit. In diesem Sinne: Happy Birthday, kleine Maus!

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Sonntag, 11. Dezember 2005
Sunday of love


Der Sommer der Liebe war definitiv schon vorbei, als ich spätgeborenes Herbstkind damit begann, von meiner sexuellen Reife Gebrauch zu machen. Ob die späte Geburt im Autumn of '63 eine Gnade oder ein Fluch war, tja, schwer zu sagen. Jedenfalls war ich zu jung, um die Studentenunruhen, Sit-ins und Sex, Drugs & RocknRoll-Exzesse der späten Sechziger aktiv mitzuerleben. Aber so ganz ist diese kulturelle Prägung auch an meiner Generation nicht vorübergegangen, wie ich heute in der Frankfurter Schirn Kunsthalle sehen konnte. Das ganze psychedelische Gewaber in Gelb, Orange- und Rot-Tönen, Bewegtbilder, die den Betrachter auf einen Trip zu schicken scheinen, diese ganze vertraute Ikonographie des Hippie- und Gammlertums, vor dem mich meine Eltern immer gewarnt hatten, das alles bettet die Frankfurter Ausstellung sehr gut ein in den popkulturellen Kontext jener Jahre. Leider stellte sich das Aufsichtspersonal ziemlich stur in Sachen Fotographieverbot, sonst hätte ich hier liebend gerne ein paar Eindrücke serviert - etwa den flower-power-mäßig bemalten Porsche von Janis Joplin (kein Wunder, dass sie dann den HErrn um einen Mercedes-Benz anflehte). Allerdings wurde mir von dem ganzen psychedelischen Hippiekram dann doch so schwirr im Schädel, dass ich schon anfing, Zimtsterne zu sehen und Glühwein zu riechen. Aber nach dem Genuss einer knackigen Rostbratwurst auf dem Weihnachtsmarkt am Römer war ich wieder im Hier und Jetzt angekommen. Im winter of love 05. Und glühweinselig wie ich war, ließ ich mich (ausnahmsweise mal) nicht lumpen, als mich ein Tippelbruder um Kleingeld ansprach. Ich bestand nicht mal auf der sonst üblichen Spendenquittung. Unser Steuerberater wird mir deswegen sicher Vorhaltungen machen. Aber jetzt, wo das Fest der Liebe immer näher rückt, wollen wir doch nicht so kleinlich sein. Und gleich mal ne passende Musik für den Tages-Ausklang raussuchen: All you need is love von den Beatles, gefolgt von Come together...

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