Donnerstag, 10. April 2014
Notre vie avec une fille française (2)
Mademoiselle Leroc hat sich bei uns sehr gut eingelebt. Das Heimweh, das sie in der ersten Woche stark quälte, war ab Woche zwei praktisch kein Thema mehr. Seit es mit der Verständigung besser klappt, wachsen sich die kleinen Konflikte und Zickereien zwischen den beiden Mädchen nicht mehr zu Riesen-Dramen aus. Es ist halt wie bei richtigen Geschwistern so, dass nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, aber im Großen und Ganzen geht es doch recht harmonisch zu, es ist viel Lachen und Gekicher im Haus. Und manchmal auch so viel Trubel, dass ich mich insgeheim schon ein bisschen auf den zweiten Teil des Austauschs freue, wenn Mademoiselle793 in Frankreich weilt.

Frappierend ist jedenfalls, wie unbefangen unser Gastkind inzwischen auf Deutsch rumplappert. Mit der, die, das und anderen Feinheiten hapert es natürlich noch, auch sonst wird munter improvisiert, wo der richtige Begriff fehlt. So musste ich dieser Tage einen Moment lang überlegen, was genau sie mit dem schönen Wort "Mädchenfisch" meinte.

Hätten Sie es sofort gewusst?

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Ich kriege den Backfisch nicht aus dem Kopf; aber ich bin auch schon was älter.

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;-)
@schon etwas älter: Ich habe da ein Zeitungsfoto aus den späten 60ern vor Augen, das meine Mutter beim Backfischessen zeigt, Bildunterschrift "Backfisch zu Backfisch". Dabei war Frau Mama zu dem Zeitpunkt - ebenso wie der Begriff Backfisch für Mädchen - auch schon ein bisschen älter.

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Das ist eine ganz wunderhübsche Geschichte!
Aber die Auflösung war auch nicht schlecht.

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Fischfilet? Nee. Mir fällt da nichts ein. Aber ein sehr poetisches Wort. Vielleicht von Ringelnatz.

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Hihi, ich lass es mal noch offen. Ehrlich gesagt hätte ich aber auch viel länger rumgerätselt, wenn ich kein Mädchenpapi wäre.

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Hmm.. mir fällt nur eine Meerjungfrau dazu ein, allerdings bin ich schon gedanklich beim Freitagsfisch - Fischhändlerin (vulgo Fischfrau) wär zu offensichtlich : )

Schön, daß sie sich so schnell eingelebt hat! Und die Zeit ist schon fast zur Hälfte um, oder? Wie lange haben Sie noch Ihr Dreimäderlhaus?

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Bingo: Meerjungfrau. Herzlichen Glückwunsch! Hatte fest damit gerechnet, dass Sie als Freitagsfisch-Expertin das Rätsel mühelos lösen.

Ich schicke Ihnen als Hauptgewinn bei Gelegenheit ein Fischbild für Ihre Freitagsserie, versprochen!

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D A S nenn ich mal einen Preis!!! *freu*
Muß aber nicht bis morgen sein, ich hab ein kleines Fischdepot ; )
Hätten Sie nicht Märchen gesagt, wär ich auch beim Backfisch Mädchen vom Fischmarkt hängen geblieben.

Jetzt würd ich aber gerne wissen, ob Ihr Töchterchen mit "Sirene" etwas anfängt.

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Der Begriff (mit hörbarem `überm ersten e) ist jedenfalls mal gefallen, ob Töchterlein ihn auch abgespeichert hat, schwer zu sagen.

Ich denke, solange sie es nicht aktiv anwenden muss, gehen ihr die paar französischen Brocken, die sie jetzt so mitkriegt, in ein Ohr rein und zum anderen wieder raus.

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Nein nein, ich meinte schon das deutsche Wort.

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Wenn das mit zwei Kindern so gut klappt, dann böte sich doch ein echtes Geschwisterchen an!

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Da hätte man aber wenns nicht so gut klappt kein Umtauschrecht (davon abgesehen dass jetzt der Altersunterschied eh zu groß wäre, als dass sich da noch viel abspielen würde). Und im Grunde war das Austauschprojekt auch ein bisschen als Trostpreis dafür gedacht, dass wir mademoiselle793s Wunsch nach einem Geschwisterchen, der vor drei, vier Jahren öfters mal geäußert wurde, nicht erfüllt haben.

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Ich erlebte mal, dass eine Französin etwas Kaltes mit Sauerkohl trinken wollte, und in der Camargue werben Pensionen und Bauernhöfe mit "Früschtuch". Im Ägypten spricht man auf Englisch nicht vom Piloten sondern vom Flighter (weil das arabische Wort wörtlich "Fliegenmacher" heißt), und das Wort "spoil", im Englischen normalerweise schlanker machen oder auch verderben im Sinne von kaputtmachen wird als Allersweltvokabel gebraucht, to spoil same tea in the cup oder auch spoiling history (Geschichtsklitterung).

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"Früschtuch" - wie süß! Die ersten Versuche vom Gastkind, das Pixi-Taschenbuch "Conny kommt in den Kindergarten" vorzulesen, klangen ein wenig wie der Zwerg in der TV-Serie "Twin Peaks", der sich so seltsam anhört, weil er seinen Text ursprünglich rückwärts eingesprochen hat, was dann für die Tonspur nochmals gerückwärtst wurde und somit ein ganz eigentümlich klingendes Vorwärts ergab.

Aber zumindest haben wir sie soweit, dass man nur sagen muss, "Jeanette, Baguette, ganz nett" - und dann antwortet sie meistens mit dem bekannten Refrain "Fronkraisch, Fronkraisch".

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Hihi - sehr gut gedrillt : )

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