Donnerstag, 4. Februar 2010
Im Schatten junger Bücher-Blüte
Bezieht sich auf eine Liste der angeblich beliebtesten Bücher der Deutschen. Gefettet bedeutet "habe ich gelesen" - was aber nicht unbedingt heißt, dass ich die Lektüre auch genossen habe geschweige denn anempfehlen würde.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
(mehrere Anläufe unternommen, aber nicht weit gekommen)

2. Die Bibel
(sola scriptura - das war auch für mich als Katholik das Motto)

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
(gelesen, aber keinerlei Erinnerungen)

6. Buddenbrooks, Thomas Mann

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
(naja, Marquez für Arme)

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
(ganz auswendig kann ich ihn nicht...)

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen

18. Der Name der Rose, Umberto Eco
(Film war besser - na los, schlagt mich!)

19. Illuminati, Dan Brown
(vom Grabbeltisch gekauft vor dem Urlaub)

20. Effi Briest, Theodor Fontane
(Auch wenn mich die Germanistenzunft steinigt: FONTANE IST EIN LANGWEILER)

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling

22. Der Zauberberg, Thomas Mann
(eines meiner ewigen Lieblingsbücher)

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse
(Suhrkamp hab ich im Antiquariat nach Kilopreis gekauft...)

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
(wie gesagt: Kilopreis)

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley
(nicht so schlimm, wie alle sagten)

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch
(triggerte meine adoleszente Frisch-Sucht)

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
(blind gekauft, weil mir das Cover gefiel)

37. Owen Meany, John Irving

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder
(Doofies Welt - ok, damals war ich kinderlos)

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane
(*gähn*)

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

50. Der Schwarm, Frank Schätzing
(liegt hier immer noch ungelesen)

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoite Groult

72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
(was ich ehrlich gesagt nicht so liebte...)

76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May
(überhaupt Karl May)

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
(Austen, Brontë, Fontane - da waren sie wieder, meine drei Probleme...)

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
(unsagbar platt, aber irgendwie...witzig)

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johannes Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
(diese ganzen Namen immer...)

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

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Puh, da treten Sie aber bestimmt eine ganze Lawine von Zuschriften los. Von mir so viel: es lohnt sich immer, Hermann Hesse zu lesen (außer die Gedichte). Alles klasse. Bei mir käme er auf die Plätze 1 bis 5. Und danach Harry Potter. Und den "Herrn der Ringe" fand ich auch klasse. Wenn man aber die Filme gesehen hat, reicht das.

Und Sie haben wirklich den "Zauberberg" genossen? Hatte ich auch mal angefangen, aber wieder abgebrochen. Sollte ich noch einmal einen Versuch wagen? Vielleicht während des Heimtrainer-Trainings ;-)) Buchhalterung basteln...hm.

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Ach, ich glaube,
die meisten haben sich schon im Blütenstaubzimmer dazu ausgetobt oder bei Frau Arboretum, ich denke mal eher nicht, dass dazu jetzt noch waschkorbweise Kommentare eingehen. Aber lassen wirs auf uns zukommen.

Der Berg in Davos ist zugebenermaßen nicht von Anfang an zaubertoll, bei mir hat es auch eine Strecke gebraucht, bis mich das Werk so richtig in seinen Bann geschlagen hat. Sagen wir mal so: Wenn der Funke nach dem ersten Drittel nicht gezündet hat, kann man es wahrscheinlich getrost abhaken.

Von Hesse hat mich vor allem der Steppenwolf fasziniert, mit dem Schuldrama "Unterm Rad" konte ich auch was anfangen, aber Glasperlenspiel und Narziss und Goldmund haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Was mir von der Schullektüre Lust auf mehr machte, war der Homo Faber von Max Frisch. Im D-Grundkurs wurde Stiller leider nicht gelesen, den habe ich mir dann halt selbst besorgt und die Unterlagen eines Mitschülers aus dem Deutsch-LK gleich dazu. Irgendwie haben mir diese literarisch verarbeiteten Identitätsprobleme (hier wäre auch Mein Name sei Gantenbein noch zu nennen) in der adoleszenten Selbstfindung doch einen gewissen Trost gespendet. ;-)

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Mein objektiver BÜV-Bericht
5 gutt, 14 gutt, 15 gutt, 18 ok, 22 guut!, 27 gutt, 33 vergessen, 34 gutt, 38 gähn, 48 he he, 50 uffjejehm, 56 gutt, 59 gutt, 70 vergessen, 79 diese Landschaftsbeschreibungen!, 82 nett, 85 gutt, 96 aber richtig gut!

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Merci,
kompakter geht es kaum, hier ist Ihre Plakette *kleb*. Sofies Welt hat mich auch unendlich gelangweilt (für einen Schnelleinstieg in die Philophenwelt empfehle ich ja immer "Die philosophische Hintertreppe" von Wilhelm Weischedel). Aber vielleicht gebe ich dem Buch eine zweite Chance - als Vorlesebuch für meine Tochter, wenn wir mit Pippi Langstrumpf durch sind.

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Als störend empfand ich vor allem die seitenlangen Passagen, die eigentlich aus Kurzreferaten bestehen. Das muss auch dem Autor oder dem Lektor aufgefallen sein,"mehr Dialog!", muss jemand gefordert haben, denn zwischendrin steht dann immer mal ganz willkürlich: "Aha", sagte Sophie.

Neulich bekam ich, um bei diesem Thema zu bleiben, das dumm betitelte, aber sehr gut lesbare Wer bin ich, und wenn ja, ... geschenkt. Das würde ich durchaus empfehlen, wenn's um einen verdaulichen Abriss einiger wichtiger philosophischer Fragen und Antwortversuche geht. Aber auch die Hintertreppe habe ich noch im -kopf, denn Sie sind nicht der erste, der es mir empfiehlt.

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(OT: Die Doku "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" über Prechts Kindheit ist sehr vergnüglich, zumal wenn man die Gegend und die Zeit ein wenig kennt.)

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(OT = Offene Tür. Das Buch liegt auf meinem Stapel. Danke für die Bekräftigung!)

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Komische Liste.

Coelho auf Platz 8 bringt mich jetzt fast um. Schade, dass mir gerade nicht einfällt, wer auf blogger.de den neulich so herrlich verrissen hat.

Da meine Eltern bald goldene Hochzeit Mitgliedschaft dort feiern, behaupte ich mal: das riecht doch sehr nach Bertelsmann-Club.

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Ich habe es nicht akribisch zurückverfolgt,
aber irgendwo hieß es, die Liste stamme vom ZDF - was einiges erklären würde, auch eine gewisse Schnittmenge zu den Präferenzen von Buchclub-Mitgliedern.

Wobei ich dieses Zielgruppen-Merkmal auch nicht ehrenrührig finde. Peinlicher sind mir die runtergekürzten Readers-Digest-Auswahlbücher in der elterlichen Schrankwand. Aber auch das ist (inklusive des ganzen Eso-Ratgeberzeugs meiner Mutter) immer noch besser als wenn da Videokassetten in Pseudo-Buchumschlägen rumstünden.

Zu Coelho habe ich irgendwie gar keine Meinung, das ist halt ein Teil von jener unüberschaubaren Masse an Zeug, das bei mir im Buchladen keinen Greifreflex auslöst.

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Die Info, dass das ZDF diese Liste via Zuschauerabstimmung erstellt hat, fand ich bei der Kaltmamsell. Zu Coelho leihe ich Ihnen gerne meine Meinung aus - die ist so schlecht, das reicht auch für zwei. ;-)

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Kann sogar sein,
dass hier irgendwas von dem (geschenkehalber) rumliegt. Bevor ich jetzt hier eine Pointe lande und womöglich eine Freundschaft gefährde, frage ich lieber nochmal meine Frau, was es damit auf sich hat. ;-)

Aber ich hätte Coelho vorurteilsmäßig sowieso auf den Wühltischen verortet, die nur seltenst irgendetwas darbieten, das mich interessiert. Ich weiß gar nicht, was passieren müsste, damit ich freiwillig nach einem Buch wie "Der Medicus" (oder auch "Der Schamane") greifen würde. Und nachdem ich bei "Illuminati" von Dan Brown trotz einiger bedenken doch zugegriffen habe, muss ich sagen, das hätte ich mir auch ersparen können ohne dass mir was gefehlt hätte.

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Bis auf den einen Coelho, den mir ein alter Freund schenkte, bekam ich die anderen ausgeliehen.

Das Gute ist ja, dass man Bücher auch querlesen oder irgendwann unfertig ganz beiseite legen kann. :-) Den "Medicus" habe ich aber komplett gelesen. Auch die seichtere Lektüre kann durchaus einen Sog entwickeln. Sie haben ja immerhin Mondscheintarif in die Hand genommen und wohl auch zu Ende geschafft.

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#coelho
ich tippe auf erasmus von meppen: ein-satz-verriss

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Ja,
das war im Unterschied zu "Herr der Ringe" oder "A Tale of Two Cities" von Charles Dickens (die ich beide irgendwann weglegte) auch keine nennenswerte Anstrengung. Ein gewisses Maß an Seichtheit kann mit einer Prise Witz immer noch erträglich sein in bestimmten Lebenslagen. Und so bekenne ich mich auch dazu, ein oder zwei Bücher von Tommy Jaud gelesen zu haben (auch wenn mir das in Sachen Distinktionsgewinn ein bisschen die Bilanz verhagelt ;-)).

@vert: Danke!

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Treffer, Herr vert!
Etwas weniger Nettes war dort allerdings auch noch zu lesen. Ist aber weg.

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Oh je...
... der Deutschen Lieblingsbücher.

Es gibt so ein paar Sachen, die musste ich (Bibel, Faust, Frisch). Ein paar, die wollte ich (Hesse, Orwell, Mitchell, Frederiksen, de Saint-Exupéry; Rowling und Tolkien nur im Original). Ganz viele, die ich kein zweites Mal wollen würde (von Kürthy - niemals wieder!!, Pilcher, Wood). Bestseller, die ich mir spare (Mankell, Hofmann, Ahern, Schätzing). Die sogenannten historischen Romane sind von vorneherein raus, ich kann diese Titel nicht mehr lesen... "Der kleine Prinz" ist, unvoreingenommen und vor allem ganz gelesen, gar nicht so schlecht, auf jeden Fall steckt mehr drin als nur zwei, drei brauchbare Trausprüche... Und Douglas Adams steht sowieso für sich.

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Die haben alle den Puppenmord nicht gelesen, sonst stünde der in der Liste...

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Pst,
ich hab ihn auch nicht gelesen...

Andererseits: "1000 legale Steuertricks" haben sicher mehr Leute gelesen als den Puppemord, und der Konz ist mit seinem Megaseller auch nicht in der Liste. ;-)

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Pruuuust. Wenn ich sage, dass ich den Puppenmord mit 14 gelesen habe, bin ich dann entschuldigt? Mit den 1000 Steuertricks, die ich mal geschenkt bekam, bin ich dafür aber nicht sehr weit gekommen.

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In dieser Disziplin
der fortgeschrittenen Steuervermeidung habe ich es auch nie weit gebracht. Ich tröste mich mit der Gewissheit, dass mein Name nicht auf dem vieldiskutierten Datenträger steht, den die Regierung nun ankaufen lässt.

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Ach ja,
den Konz habe ich nie gelesen, kurz drin geblättert in der Buchhandlung und wieder ins Regal gestellt. Geht nicht, ich kriege von der Beschäftigung mit Steuerthematik echt Zustände.

Übrigens wundert mich auch, dass "Jetzt helfe ich mir selbst (Golf 3)" nicht in der Liste auftaucht.

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Hite Report, anyone?



(Habe ich mit 13 gelesen.)

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Haben Sie davon profitiert?? ;-)

Schade, dass auch hier niemand "Die Wand" von Marlen Haushofer gelesen hat. Das war für mich eine echte Entdeckung, seltsam faszinierend...

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und hier ist meine Liste

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@ siria: Doch, mifasola hat es gelesen.

Seltsam, dass außer mir anscheinend keiner gemerkt hat, dass Kinkels Roman Die Puppenspieler heißt, nicht der.

Ich habe dann später Soziologie studiert. ;-)

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@arboretum:
Müsste dieser Titel einem so geläufig sein, dass das auffällt? Ich muss gestehen, mir sagt der gar nichts, und der Name der Autorin auch nicht.

Im Hite Report (oder war es Kinsey?) habe ich als Teenie auch mal rumgeblättert, war mir aber irgendwie, wie soll ich sagen, zu trocken. ;-)

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In den Buchläden hat(te) das Buch einen Dauerplatz in der Auslage, auf den Tischen mit den Bestsellern wie auch vor den Regalen [Sie wissen schon, die Stapel, die immer vor den Regalen liegen, damit man sie nicht übersieht. ;-)]

Sozialwissenschaftliche Studien und Texte sind oft eine eher trockene Lektüre. War also eine gute Vorbereitung fürs Studium. ;-)

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#steuertricks
schöne variation: die frühjahrsbestseller sind da! - "die 1000 besten steuerhinterzieher" ;-)

#puppenspieler: gibt schlechtere historienromane. und die fugger sind ganz gut getroffen

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Also sorry, vor einmal Salz auf der Haut lese ich zehnmal Tom Sharpe...

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@ilnonno: Ich will mal so sagen:
Wenn Ihnen eine Ihnen näherstehende Dame das "Salz auf unserer Haut" mit Papier und Schleifchen unter den Weihnachtsbaum oder in den Geburtstagsgeschenkekorb packt, dann werden auch Sie wahrscheinlich nicht die Herzenskälte haben, der betreffenden Person ins Angesicht zu sagen, Baby, Deine Beziehungskomödie kannste Dir in eine Körperöffnung Deiner Wahl stecken, warum hast Du nicht anstelle dieses Schmachtschmökers den Puppenmord von Tom Sharpe gekauft?

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Ja sicher. Aber das war nicht die Frage. Ich beurteile Bücher doch nicht danach, ob sie mir geschenkt wurden oder warum nicht.

Die Salz-Geschichte hab ich schon gelesen (leider nach dem ersten ..., naja), ich hab mich sogar in den Film ziehen lassen. Emma Bovary macht mich trotzdem mehr an.

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Wie oben ganz zu Anfang gesagt:
Dass ich Titel aus dieser Liest als "gelesen" markiert habe, impliziert keinerlei Qualitätsprädikat oder Kaufempfehlung. ;-)

"Angemacht" hat mich Emma Bovary nicht, aber dem Psychogramm dieser Person eignet etwas zeitloses, immer noch aktuelles, insofern wird der Roman heute immer noch zu Recht hochgeschätzt.

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Hab ich verstanden. Ich wehre mich nur schüchtern gegen kanon-mäßige Qualitätsanmutungen, die dann gegen einen Tom Sharpe sprächen.

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Von Qualität steht da doch gar nichts, vielmehr handelt es sich dabei um die Liste der Lieblingsbücher von 250.000 ZDF-Zuschauern.

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Unsortierte Gedanken vom Papa
- Tolkien ganz oben? Irritierend.
- „Sola scriptura“ ist Selbstkasteiung, aber da kennen sich die Katholen ja super aus. Aber das die Bibel überhaupt drinne ist wundert mich schon.
- Heinrich Böll (ganz oben „Ansichten eines Clowns“) nicht gefunden. Eigenartig.
- Effie Briest ist langweilig (und ein paar andere), nicht aber Fontane
- Von allen Grass' die ich kenne ist „Die Blechtrommel“ der mit Abstand mieseste. Scheint nur ein Alibibuch fürs Regal zu sein, oder mein Geschmack ist nicht Massenkompatibel.
- (Einwurf meiner Tochter) Wo ist „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von M. Ende?
- Wo ist „Quo Vadis“ oder „Ben Hur“?
- Kein einziger „Scheibenwelt“-Roman? Scheint doch nur eine kleine Leserschaft zu haben.
- „Sofies Welt“ ist ein Prachtbeispiel wie man [Eigenzensiert] via Hype verkauft. So ein maßlos dämliches Buch.
- Hemingway scheint aus der Mode gekommen zu sein.

Na ja. Habe letzten Samstag auf 'nem evangelischen Bücherflohmarkt einen halben Meter Weltliteratur für 4 € gekauft. Ich geh' dann mal wieder zu meinem Lesesessel …

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@der_papa:
sola scriptura heißt "allein durch die Schrift" und ist ein durch und durch protestantisches Motto (aber das hier nur am Rande).

Dass von Böll gar nichts dabei ist, hat mich auch ein wenig gewundert. Ist wohl auch aus der Mode wie Hemingway (von dem ich jetzt aber auch kein Lieblingsbuch benennen könnte). Ansonsten vermisse ich in der Liste Philippe Djian, Henry Miller, Haruki Murakami - und Ephraim Kishon, der hierzulande immerhin Millionenauflagen hatte.

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Dabei ist die Schlussszene von Hemingways Fiesta so großartig, so traurig. Aber das sagte ich ja schon.

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"Ach Jake", sagte Brett.
"Wir hätten so glücklich zusammen sein können." (...) "Ja, schön, sich das auszumalen, nicht wahr?"

Mit Happy End wäre es wahrscheinlich keine Weltliteratur geworden. Aber irgendwie hat bei mir der Film die Erinnerungen an das Buch etwas überlagert.

Ansonsten frage ich mich ja immer, was für Bücher Hemingway geschrieben hätte, wäre er nicht von als Kind von seiner Mutter in Mädchenklamotten gesteckt worden. ;-)

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ich fand sophie's welt immer ganz gut, bis ich irgendwann dann mal bei einer lektuere feststellen musste dass es ein original gibt (russell, philosophie des abendlandes.)

jugendsuenden.

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Eine Jugendsünde,
wegen der niemand in Sack und Asche gehen muss. Den Versuch von "Sophies Welt", Grundlagen der Philosophie einigermaßen voraussetzungslos darzubieten, finde ich eigentlich recht ehrenwert. Nur hat halt die konkrete Umsetzung mich nicht angesprochen. Vielleicht werde ichs meinem Töchterlein aber trotzdem vorlesen.

Den Russell hab ich nun schon mehrfach rühmen hören, vielleicht stelle ich den meinem gern empfohlenen Wilhelm Weischedel mit seiner philosophischen Hintertreppe irgendwann mal zur Seite.

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Ach, evangelisch? Na so was. Egal. Die Bibel enthält das Wort Gottes. Zumindest für Christen. Gott hat es nicht selbst geschrieben (was viele kritisieren) sondern seine Propheten. „Sola scriptura“ heißt „allein durch die Schrift“, was wiederum bedeutet das die Worte der Propheten nichtig waren, weil sie nicht in der Schrift standen bevor sie niedergeschrieben wurden. Es gilt ja nur die Schrift! Erkennst Du das Paradoxon? Es ist ein Maulkorb für den lebendigen Gott. „Hey, Gott! Wir sind an weiteren Aussagen von Dir nicht interessiert. Ich denke, wir haben genug Texte gesammelt. Lass uns erst mal damit fertig werden. Was da in der Bibel steht ist ja schon genug Stoff zum Nachdenken. Also halte bitte mal für eine Zeit lang den Mund. Wir melden uns, wenn wir mehr wollen. Aber hoffe nicht drauf. Bis dann mal. Tschökes.“ So in etwa.

Aber egal. Wer will heute schon was von Propheten wissen? Im Prinzip waren sie nie wirklich beliebt …

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@der_papa:
Also sooo blöd und eindimensional sind die Lutheraner nun auch wieder nicht unterwegs, als dass es wirklich angezeigt wäre, sich an diesem Stichwort in der Form abzuarbeiten, ohne den Kontext drumherum zu kennen:

Der Ausdruck sola scriptura (lat. „Allein (durch) die Schrift“) ist ein theologischer Grundsatz der Reformation. Gemäß dem sola scriptura ist die Bibel die hinreichende Vermittlerin des Heils und benötigt keine Ergänzung durch kirchliche Traditionen. Aus diesem Grundsatz entwickelte die Lutherische Orthodoxie in Anbindung an die Lutherischen Bekenntnisschriften ihr Schriftprinzip.

Zusammen mit den Begriffen des „sola fide“, des „sola gratia“ und „solus Christus“ bildet „sola scriptura“ entscheidende Eckpunkte evangelischer Theologie. (...)


Damit sollte auch einem theologischen Laien hinreichend klar sein, dass die Schrift nicht die oberste oder alleinseligmachende Instanz ist, die höher anzusiedeln wäre als Christus, der Glaube und die Gnade. Wenn es Dich reitet, kannst Du Dir jetzt gerne die verbleibenden Paradoxien vornehmen, aber zumindest brauchst Du nicht mehr einen vermeintlichen Irrtum zu widerlegen, den in der Form eh nie jemand ernsthaft gepredigt hat. ;-p

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Der Überhang an klassischer Schullektüre beruhigt meine Frage, wann Sie denn Zeit zum Lesen haben.

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Fassen wir "Schullektüre"
ruhig etwas weiter und nehmen noch die Sachen mit, von denen irgendwelche Lit.-Wiss.-Dozenten an der Uni meinten, die gehörten irgendwie dazu. Für so ein enormes Lesepensum wie damals fehlt mir nicht nur die Zeit, sondern auch die Aufnahmefähigkeit, muss ich gestehen. Auch muss ich heute nicht mehr "mitreden können" in Sachen Literatur.

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Wie würde eine Liste an Musiktiteln aus derselben Ecke aussehen?

Sicher genauso. Ohne Djian, ohne Fauser. Ohne, ohne ohne. Mit welcher Band würde ich die vergleichen? Mit welcher Band würde ich Brecht vergleichen?

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Oje,
die Stones vielleicht? Wie eine solche musikalische Liste aussähe, möchte ich eigentlich gar nicht so genau wissen. Die wäre wahrscheinlich ein buntes Allerlei vom Gefangenenchor aus Nabucco über "Looking for Freedom" von Hassel the Hoff bis "Griechischer Wein"...

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Immerhin hat sich Brecht nicht ein Lebtag lang gecovert...

Galilei in der 11. Klasse war gut. Die eher kleine, blonde, aber unglaublich kampfeslustige Referendarin fragt, wie die Lektüre so war. Die übliche Stille folgte, dann der übliche ich: seit langem das erste spannende Buch ohne jeden Schweinkram.

Die 90% Nichtleser: was, der liest Schweinkram-Bücher?

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Zwei Märchenbücher
auf den ersten beiden Plätzen?
Ich frag' mich, was soll es bedeuten...?

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Wobei ich ja meine Zweifel habe,
ob alle, die für "Herr der Ringe" gestimmt haben, die ganze Schwarte auch tatsächlich gelesen haben. Desgleichen bei der Bibel - die werden die meisten doch auch nur auszugsweise gelesen haben auf der Suche nach einem Tauf- oder Trauspruch. Aber doch nicht das ganze Gemetzel aus dem Buch der Makkabäer und das ganze Psalmengedöns im Mittelteil. ;-)

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Schlag mich tot dafür...
...aber ich hab' das tatsächlich gemacht. ;-) (mit dem "Herrn der Ringe", mit der Bibel ist das was anderes...).

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Nicht,
dass man mich jetzt für besonders fromm halten müsste, aber bei mir wars genau umgekehrt: Bibel komplett, aber Tolkien nur angefangen...

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Gratuliere
glänzende Idee mit der Liste, seit es Focus gibt, steht da ja jeder drauf.
Kein Vorwurf, im Gegenteil, sehr interessant, was die Leute so bewegt.

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@leuwerik:
Das Zweite Deutsche Fernsehen hat sich mit diesem Ranglisten-Virus auch ganz schön infiziert. Aber Sie haben recht, so richtig salonfähig gemacht wurde diese permanente Listenschreiberei von Helmut Markworts "Fakten, Fakten, Fakten"-Postille.

Tatsächlich finde ich die Bücherliste an sich auch gar nicht soo spannend wie den netten Austausch darüber hier und in der Nachbarschaft. So habe ich bei Frau conma beispielsweise (zu meiner großen Bestürzung) erfahren, dass "Dschamila" von Dschingis Aitmatow mal irgendwann tatsächlich Schulstoff war - was mich einigermaßen fassungslos macht, denn ich halte dieses Buch für totalen Kitsch, mit dem man Schüler eigentlich nicht belämmern müsste...

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Mal ganz was ganz anderes
hat hier schon mal jemand was von thomas bernhard gehört? Nur mal so, größter Dramatiker allerl Zeiten? Nein?

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Als Dramatiker
hatte ich den Herrn jetzt gar nicht so prominent auf dem Schirm, aber Sachen wie "Verstörung" und "Frost" haben mich schon, wie soll ich sagen, beeindruckt mit ihrer Sprachgewalt.

Und Elfriede Jelinek (wie komm ich jetzt auf die?) natürlich auch...

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@ leuwerik: Nee, haben wir natürlich nicht, wir sind nämlich alle ganz dumm und gucken den ganzen Tag lang nur ZDF - wenn wir nicht gerade Coelho oder Pilcher lesen. ;-)

@ Mark: Jelineks Klavierspielerin fand ich sehr öde und die Figuren extrem nervig. Es gehört zu den ganz, ganz wenigen Büchern, die ich später tatsächlich weggeworfen habe.

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@arboretum:
Ja, nervig sind die Figuren in der Klavierspielerin schon irgendwie, aber so komplett abgestoßen hat mich das Buch nicht. Lust fand ich auf andere Art ziemlich heftig (und auch unerquicklich), aber gerade das macht einen Teil der Größe aus.

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Die Auslöschung
sollte man lesen, Herr/Frau arbroetum, tut mir leid, dass ich da so oberlehrerhaft daherkomme. Aber die Auslöschung muss man lesen. Gehen, natürlich auch, alles eigentlich von Bernhard. Ich habe niemanden für dumm gehalten, das würde ich mir nie anmaßen, echt nicht.

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@ Mark: Ich kann nicht einmal sagen, dass es mich abgestoßen hat. Es hat mich einfach nur gelangweilt. Ich konnte weder Sympathien für die Hauptfigur entwickeln noch interessierten mich sie oder ihre Obsessionen. Erika Kohut erweckte allenfalls gereizte Ungeduld in mir.

Nachtrag: @ leuwerik: Alles gut. Bei der Steilvorlage konnte ich einfach nur nicht widerstehen. :-)

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@gereizte Ungeduld:
Oh, diese Regung ist mir auch durchaus vertraut, beim Filmgucken (vor allem im Kino) noch mehr als beim Lesen von Büchern.

@leuwerik: Danke für den Tip mit der Auslöschung! Habe eben nochmal schnell nachgeschlagen, was es mit dem Dramatiker auf sich hatte. Ja, klar, Burgtheater, Peymann, da klingelt schon ein bisschen was in meinen Ohren, aber nehmen Sie's mit nicht übel, zum Grödaz braucht es m.E. rezeptionsgeschichtlich dann doch ein bisschen mehr als ein paar Eklats in der EFTA-Zone mit bösen Schmähreden von der "Kronenzeitung" und Lobhudeleien vom "Zeit"-Feuilleton. Hat uns Bernhard unsterbliche Figuren geschenkt wie Shakespeare oder die alten Griechen? Bleibt von Bernhards Dramen irgendetwas von dauerhafter Weltgeltung, wenn das Skandalon nur noch eine ferne Erinnerung ist?

Oder werden es im Zweifelsfall nicht doch eher seine Romane sein, die ihm den Platz im Olymp sichern?

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... setze ich einfach mal - streng prosaisch - meine eigene Liste dagegen (die Reihenfolge sagt nichts über den Rang aus, wer ein Drittel davon kennt, nähert sich in meinen Augen der Satisfaktionsfähigkeit) ...

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Ah,
da komm ich doch gleich mal gucken.

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