Montag, 15. Juli 2013

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Mittwoch, 10. Juli 2013
Mannmannmann, ich werd gleich geschlechterrollig
Wo ich gerade das hier lese: Standardsprüche, die sich ein Vater anhören muss, der alleine mit seinen Kids unterwegs ist. Hm. Den einleitenden Satzteil "ich find das ja gut..." habe ich zwar auch öfters gehört, aber irgendwelches Mitleid mit dem armen Kind, das doch sicher die Mutter ganz doll vermisse, ist mir zuletzt (und zuerst) im Pekip-Kurs begegnet. Da kann man jetzt natürlich über die Gründe spekulieren, wieso ich mit solchem Gequatsche im Alltag wenig bis gar nicht behelligt wurde: Ob wir in einer fortschrittlicheren Umgebung wohnten oder ob sich viele aufgrund meines äußeren Erscheinungsbilds womöglich erst gar nicht trauten, mich von der Seite anzusprechen, man weiß es nicht, man steckt nicht drin.

Und dann war da noch ein Papa, der mit den in gängigen Kinderbüchern vermittelten Rollenbildern hadert. Zu den in der DDR beliebten Geschichten von der Ameise Ferdinand kann ich genauso wenig sagen wie zu diversen Janosch-Erzeugnissen, aber von den Pixi-Büchern der "Conni"-Reihe konnte mademoiselle793 eine Zeitlang gar nicht genug bekommen. Nun ist es tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass diese Buchreihe, die bestimmte Episoden im Leben eines blondbezopften Mädchens erzählt wie "Conni lernt Schwimmen", ein ziemlich traditionelles Familien- und Rollenbild vermittelt. Man mag es kackscheiße gesellschaftspolitisch rückschrittlich finden, dass in dieser Kinderbuchreihe der vollzeiterwerbstätige Papa abends nach der Arbeit nach Hause kommt und dass somit die Perspektive alleinerziehender lesbischer Rollstuhlfahrer_Innen schwarzer Hautfarbe weiträumig ausgeklammert wird. Man kann auch - wie es eine Kommentatorin anregt - beim Vorlesen die Papa- und Mamarolle in der Geschichte vertrauschen, wenn man das für pädagogisch besonders wertvoll hält.

Aber wenn ich Wert darauf legte, meiner Tochter ein anderes als das traditionelle elterliche Rollenverständnis zu vermitteln, dann würde ich diese eminent wichtige Aufgabe nicht irgendwelchen Kinderbüchern überlassen, sondern es einfach vorleben. Ich glaube, das überzeugt im Zweifelsfall mehr als alles andere.

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Samstag, 6. Juli 2013
Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii


Als ich im November 2011 an dieser Stelle anhielt, um dieses Bild zu knipsen, dachte ich mir noch, ja sapperlot, ein nahezu perfekter Sandstrand in unmittelbarer Stadtnähe, hier müsste man mal im Sommer herkommen. Voriges Jahr hat es sich - mangels Sommer oder warum auch immer - nicht ergeben, Bacardi-Feeling nördlich der Benrather Linie zu tanken. Doch heute war endlich der Tag. Während die marquise793 noch ihren Schönheitsschlaf hielt, hatte ich bereits bereits die Picknickdecke vom Dachboden geholt, den Proviant klargemacht und die Räder aufgepumpt. Erstaunlicherweise kamen wir auch direkt nach dem Frühstück (also gegen Mittag) los. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, oft fordert die Stadtbücherei noch irgendwelche Bücher zurück, Tochter muss noch Violine üben, der Haushalt erledigt sich auch nicht von alleine, man kennt das ja, ruckzuck ist es Nachmittag, die Sonne sinkt schon wieder Richtung Autobahnkreuz Mönchengladbach-Nord. Oder von Westen her ziehen tiefhängende Regenwolken auf, und dann kann man eigentlich auch gleich zuhause bleiben.

Aber ich schweife ab. Schon auf der Hinfahrt war vom gegenüberliegenden Ufer aus zu sehen, dass trotz des freundlichen Wetters noch jede Menge Platz für Handtücher und Picknickdecken war. Kurzum: beste Voraussetzungen, ein schöner Liegeplatz mit Blick auf Oberkassel, das Rheinknie und die Skyline zwischen Rheinturm und Schlossturm, zur Perfektion fehlten nur Strandkörbe, sanitäre Anlagen und ein Büdchen Beachvolleyballfeld. Wäre es etwas heißer gewesen, hätte ich vielleicht sogar ein Bad im Rhein genommen wie einige Unerschrockene. Leider hatten wir keine Kamera im Gepäck, um diesen schönen Strandtag im Bild zu dokumentieren, genauer gesagt hat meine Frau mit dem Handy ein unscharfes Bild geschossen, das mich nicht unbedingt von meiner vorteilhaftesten Seite zeigt, also gerade gut genug, um es bei Facebook zu verwursten, aber nicht hier in der Dunkelkammer, doch seien Sie versichert: schön war's, auch wenn wir uns inmitten all der jungen Leute aus vieler Herren Länder und ihrer Gespräche über Clubs, deren Eintrittsgelder, Musikauswahl und Getränkepreise schon fast ein wenig alt fühlten. Aber zumindest noch nicht so alt, dass es uns dazu gedrängt hätte, den jungen Leuten auf die Nase zu binden, dass wir ja auch mal jung waren. Da können die ruhig von selber draufkommen.

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