Donnerstag, 7. Februar 2013
Aus dem Ressort "Vermischtes"
Der nur mäßig hippe Dienstleister mit den drei Großbuchstaben, über den ich die Rohrpost der Dunkelkammer abwickle, hat sein User Interface gründlich überarbeitet. Es sieht jetzt alles fast so cool und minimalistisch aus wie beim großen Konkurrenten aus dem Hause Tante Gu in Mountain View. So richtig intuitiv finde ich mich indes noch nicht zurecht in all den umdrapierten Menüs und neu verdrahteten Funktionalitäten. Wenn Sie in diesen Tagen der Umstellung also Mails mit seltsamen Inhalten und wechselnden Absendern bei gleichbleibenden Betreffzeilen bekommen von mir oder Mitmenschen, die ebenfalls diesen Dienst nutzen, wundern Sie sich bitte nicht.
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Der Buchladen hier am Eck macht zu. Dass meine Frau und ich ein ganzes Vermögen hingetragen hätten in den letzten Jahren, wäre zwar leicht übertrieben, aber das Resümee "an uns lags sicher nicht" kann ich definitiv ziehen. Anders als bei dem Ladenlokal für frische Fruchtsäfte und Salate zwei Blocks weiter, das ich überhaupt erst zur Kenntnis nahm, als es schon wieder dicht machte. Überhaupt herrscht hier ja sehr viel Fluktuation in der Geschäftswelt. Und man kann schon Wetten darauf abschließen, wenn hier irgendwo ein Optiker oder ein Klamottenladen dicht macht, was dann danach eröffnet. Mit "Friseur" haben Sie meinen heißen Tipp. Jedesmal, wenn man denkt, nu is aber mal gut, eröffnet prompt noch einer. Im Wirtschaftsjournalistenjargon nennt man sowas "Clusterbildung", glaube ich. Also spätestens, wenn auch der Edeka-Markt zum Hairstyling-Zentrum umgewidmet wird, dann werd ich zum Haarlekin, echt jetzt.
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Und sonst so? Danke der Nachfrage. Ist wohl doch keine Erkältung, sondern schon der Anfang der Allergiesaison. Ob der Auslöser eher von draußen kommt oder was inhäusiges reizt, könnte ich nicht mal mit Sicherheit sagen. Aber wie heißt es so schön? Legal, Hexal, scheißegal - oder so ähnlich.

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Dienstag, 5. Februar 2013
Sieben Jahre Zweisamkeit
Fast wäre es unbemerkt an mir vorbeigerauscht, dass heute Safer Internet Day ist. Diverse private Radiosender (die ich wahrscheinlich auch dann nicht hören würde, wenn sie hier empfangbar wären) versuchen zu diesem Anlass, das Bewusstsein der Hörer für die Gefahren des Cybermobbings zu schärfen. Zu den ziemlich holzhammerhaften Spots bitte hier entlang. Deutlich weniger plakativ, aber dafür umso eindringlicher liest sich die Geschichte von Frau Serotonic, der seit sieben Jahren ein Online-Stalker hinterhersteigt.

Eine Ferndiagnose zu stellen ist natürlich immer problematisch, aber vom Inhalt seiner Mails und dem Bild ausgehend, das der ihr nachstellende Zeitgenosse an Frau Sero geschickt hat (siehe ihren Beitrag), kann man wohl schon davon ausgehen, dass Matthias S. aus K. einen mächtigen Kopfsockenschuss hat. Doch leider bestätigt der Fall eigene einschlägige Erfahrungen aus der Offlinewelt: Solange nach üblichen polizeilichen und staatsanwaltlichen Kriterien noch nichts passiert ist, fehlt es den Behörden und Organen der Rechtspflege erheblich an Problembewusstsein. Was eigentlich ziemlich erstaunlich ist, wenn man das Gebarme von Innenpolitikern und sonstigen Populisten vom Internet als rechtsfreiem Raum noch im Ohr hat. Im Übrigen widerlegt dieser Fall auch die in Fankreisen von Law and Order gern geäußerte Hypothese, wenn doch nur die Klarnamen bekannt wären, würden sich auch alle gut benehmen im Netz.

Schön wärs.

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Freitag, 1. Februar 2013
Hin- und hairgerissen
Die marquise793 hadert gerade ein wenig mit ihrer Haartracht. Um der werten Leserschaft ein ungefähres Bild der Lage zu geben: Seit jener Aufnahme dürften gut zehn Zentimeter Länge dazugekommen sein, Farbe hat etwas nachgedunkelt. Die Erfahrungen aus früheren Beziehungen lehrten mich, dass so ein gefühlt haariges Problem für den Partner tendenziell eine No-win-Situation ist: Stört einen die aktuelle Frisur nicht, ist man womöglich ein unsensibler Klotz, der aber auch gar nichts versteht. Macht man einen Verbesserungsvorschlag, lautet die Antwort meist: "Ach, mit meinen dünnen Haaren * funktioniert das nicht." Kurzum, ich habe schon lange vor meiner Heirat so viele Diskussionen zu dem Thema gehabt, dass ich auf die über kurz oder lang immer wiederkehrende Frage meiner jeweiligen Holden, was sie mit ihren Haaren machen solle, irgendwann die Standardantwort gefunden habe: "abschneiden, um festzustellen, dass es lang doch besser aussah."

Der Digitalisierung sei Dank lässt sich das Risiko eines Totalflops mittlerweile aber erheblich reduzieren. Es gibt Seiten, auf denen man ein Bild von sich hochladen und gucken kann, wie sich diese oder jene Frise mit dem eigenen Gesicht verträgt. Nachdem meine Frau mir ein paar Varianten gezeigt hat, bin ich gar nicht mehr so pessimistisch, dass ein neuer Schnitt unweigerlich eine Verschlechterung mit sich brächte. Und falls doch, wird das an meinen Gefühlen für meine Liebste natürlich nichts ändern. Wer weiß, vielleicht kriege ich dann ja auch Lust auf Veränderung.

Ich habe da schon mal was ausgeguckt.

* Es könnten im Prinzip auch Naturlocken oder sonstwas sein, aber den Fall hatte ich halt noch nie.

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