Dienstag, 8. August 2006
Vom Hölzchen aufs Stöckchen
So ganz geheuer ist mir das Procedere bei dieser Umfrage ja nicht, so mit Trackback und dem ganzen Pipapo. Vermutlich bestelle ich mit der Eingabe dieser ID-Nummer eine aufblasbare Waschmaschine oder eine Baggerfahrt durch die Eifel. Aber nachdem es ja bei solchen Online-Geschäften sehr verbraucherfreundliche Rücktrittsklauseln gibt, lasse ich es jetzt einfach mal drauf ankommen. Bringen wirs also hinter uns:

Warum bloggst du?
Abwechslung zum harten Lohnschreiber-Brot, dazu eine Prise Exhibitionismus und Lust am Diskurs. Mit dem Kommentieren hat es eigentlich angefangen, und nachdem Frau Wortschnittchen immer wieder gedrängt und gestichelt hat, wo denn nun mein eigenes Blog bleibt, habe ich mich irgendwann breitschlagen lassen, es selber zu versuchen.

Seit wann bloggst du?
Hier in der Dunkelkammer knapp 555 Tage. Bei motzblog.de hatte ich vorher auch mal bisschen mitgelästert.

Selbstportait?


Warum lesen deine Leser dein Blog?
Darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht ist die dunkle Seite ja erholsam für Augen, die da draußen viel Buntes und Schrilles sehen müssen.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
Search request: Lüsterklemme Badezimmer

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Zu Unrecht wohl keiner. Allenfalls störe ich mich ein wenig daran, dass ein paar der Beiträge in der mostread-Liste über Gebühr geklickt werden, weil sie halt in der Liste drin sind - aber nicht, weil sie nun besonders gelungen wären.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Ich guck ja immer rum im Dorf und finde viel Interessantes. Ins hermetische Café setzte ich mich aber immer wieder sehr gerne, das ist und bleibt mein Stammlokal.

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Also wir kriegen alle zwei Wochen vom Demeter-Dealer unseres Vertrauens eine Kiste Gemüse ins Haus. Beantwortet das die Frage?

Deine Lieblingsband?
Schwierig. Bei Demon Burger geb ich mir schon mal ganz gern das Maxi-Menü. Andermal darfs auch leichtere Kost sein. Wers genauer wissen will, kann ja nach dem Musik-Stöckchen graben.

Deine Lieblingsfarbe?
Soll das ne Frage sein?

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Das überleg ich mir lieber nochmal. Oder gibt es Provision für jeden geworbenen Proselyten?

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Donnerstag, 3. August 2006
Ein Bild von einem Blümchenblogger
Ja, alles ganz übel, ich weiß. Libanon, Gesundheitsreform, verschlüsselte Satellitenprogramme, randalierender Rechtsblogger-Mob und terrorbedingte Bahnverspätungen. Kann man als Blogger vor alledem die Augen verschließen? Nein, nicht wirklich. Aber selbst wenn ich wüßte, dass morgen die Welt unterginge, würde ich mir heute noch eine Prise Blütenstaub gönnen. Ich bin und bleibe, was ich bin: ein Blümchenblogger.

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Montag, 31. Juli 2006
Flurbereinigung
Mehr als einmal habe ich mir schon vorgenommen, dieses Provisorium von Deckenleuchte im Flur endlich zu beheben. Die dreistrahlige Halogenschiene liegt auch schon länger parat. Nun könnte ich mich damit rausreden, dass mich die zwielichtigen Erfahrungen mit Leuchten aus dem Hause Ikea schrecken. Aber es ist auch Bequemlichkeit im Spiel und mangelnde Lust, mir beim Dübellöcher-Bohren in diese mörderharte Betondecke Rücken und Nacken zu verrenken.

Tja, und verschärfend hinzu kommt noch ein kleines Trauma in Sachen Provisorien im Flur: Als ich anno 90 mit meiner damaligen Freundin zusammenzog, hatten wir uns beim Renovieren der heruntergekommenen Altbauwohung ziemlich verausgabt. Nicht unbedingt finanziell, aber nervlich. Auf den letzten Metern ging uns beim Verlegen des Teppichbodens (Leute, vergesst Eure berechtigten Einwände: Den Dielenboden wieder herzurichten, hätte einen vierstelligen DM-Betrag verschlungen) die Luft aus. Im Flur stand noch allerlei herum, das seinen Platz noch nicht gefunden hatte. Und so blieb der Flurboden mit den verfleckten und unabgeschliffenen Holzdielen eine offene Wunde in der ansonsten sehr gepflegten Wohnung.

So gingen einige Jährchen ins Land. Ich hatte noch ein paar Anläufe unternommen, meine Freundin zu motivieren, allez hopp, lass uns doch die letzten Meter jetzt auch noch klarmachen. Aber irgendwie wollte sie nicht so recht. Aber als sie dann zu einer einwöchigen Studienreise nach Irland fuhr, schritt ich zur Tat: Mit einem Freund holte ich die Reststücke aus dem Keller, und zusammen puzzelten wir so lange rum, bis der Flurboden endlich zum Rest der Wohnung passte.

Die Rückkehr meiner geliebten C. in unser gemeinsames Domizil verlief dann aber anders als ich mir das vorgestellt hatte: Sie zog einen Riesen-Flunsch und machte mir bittere Vorhaltungen, wie dilettantisch wir das angepackt hätten. Sie hätte es doch schon so perfekt durchgeplant gehabt, dass auch der Strich des Bodens bis in die letzten Winkel stimmt, und wir hätten das ja jetzt wohl total vergurkt. Darauf ich: "Deine detaillierte Planungsarbeit in Ehren, aber de facto lagen die Reststücke vom Boden jetzt schon fünf Jahre im Keller. Und dort wären sie bald auch endgültig verrottet, wenn ich das jetzt nicht in Angriff genommen hätte."

Dem Argument hatte sie nichts entgegenzusetzen. Und damit war das Thema erst mal durch. Aber irgendwie hatte ich das vage Gefühl, dass bei ihr da ein Restgroll zurückgeblieben war wegen der Aktion. Wie auch immer, einige Monate später versandete war unsere Beziehung ohnehin im verflixten siebten Jahr. Und als sie mir ankündigte, auszuziehen, sagte ich nur, ist ok, vermutlich das beste für alle Beteiligten. Jahre später im Rahmen eines Aufarbeitungsgesprächs gestand sie mir dann, dass meine Aktion im Flur ihr tatsächlich das Gefühl gegeben habe, dies sei nicht mehr ihre Wohnung. Im Lauf der Jahre hätte sich bei ihr nämlich die Vorstellung festgesetzt, dass sie wohl ausziehen würde, sobald dieses Provisorium im Flur behoben wäre. Und so war es dann auch. Manchmal, wenn ich das oben abgebildete Ensemble aus Lüsterklemme, Leitungsdraht und Birnenfassung einschalte, durchzuckt mich die Erinnerung an das vorige Flur-Provisorium. Dieses hier werde ich wahrscheinlich lassen, wie es ist.

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