Donnerstag, 4. Mai 2006
Lesen und Lesen lassen
Also ich hab ja nie zu den Leuten gehört, die sich hinstellen und sagen: Bloglesungen sind Bockmist. Sonst käme ich mit Blick auf den rechts stehenden Veranstaltungshinweis jetzt in ziemliche Erklärungsnöte. Aber nachdem ich die vorige Veranstaltung in Frankfurt als Besucher sehr genossen habe, freue ich mich darauf, bei dem kommenden Lese-Event auf gleicher Bühne auch ein paar Texte beisteuern zu dürfen. Initialzünder ist wieder der umtriebige und bühnenerfahrene Herr Bandini. Da senkt es mein beträchtliches Lampenfieber um ein paar Milligrad, dass mit Madame Saintphalle eine weitere Lesungsdebütantin am Start ist. Und dass Herr Shhhh sowas schon mal gemacht hat, ist sicher auch nicht verkehrt. Ich denke, dass dieses blogosphärische Quartett für eine spannende und interessante Geschichten-Mischung gut sein wird. Und natürlich hoffen wir auch darauf, dass das anschließende meet & greet in dem schnuckeligen Café wieder in eine gepflegte Versackung ausartet - und weiteren Blogstoff generiert.

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Sonntag, 30. April 2006
Bloggerlied zum 1. Mai
Und weil der Mensch ein Mensch ist,
drum braucht er Webspace, bitte sehr.
Es macht ihn eine statische Homepage nicht satt,
die schafft keine Kommentare her.

Drum links, zwei, drei!
Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Genosse, ist!
Reih' dich ein in die Webloggereinheitsfront,
Weil Du auch ein Weblogger bist.

Und weil der Mensch ein Mensch ist,
Drum braucht er auch noch Fotos dazu!
Es macht ihn ein Blindtext nicht warm
Und auch keine Kryptik dazu.

(Einheitsfront-Refrain)

Und weil der Mensch ein Mensch ist,
Drum hat er nervende Trolle nicht gern.
Er will unter sich keinen Schleimer sehn
Und über sich keinen A-Lister-Herrn.

(Einheitsfront-Refrain)

Und weil der User ein User ist,
Drum wird ihn auch kein anderer befrein.
Es kann die Befreiung der Anwender nur
Das Werk der Anwender sein.

Drum links, zwei, drei!
Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Genosse, ist!
Reih' dich ein in die Webloggereinheitsfront,
Weil Du auch ein Weblogger bist.


Frei nach Brecht und Eisler

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Mittwoch, 26. April 2006
Chicken-Curie mit Becquerelsauce
Wie ich den Tag der Reaktorkatastrophe genau verlebte, weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich war ja Student, und da war mein Leben noch nicht so verplant und termingebunden. Womöglich werde ich grad eine Vorlesung geschwänzt und mich auf der Neckarwiese geflätzt haben, als das Strahlungsmaximum auf Westdeutschland herunterregnete. Nun war ich auch schon vor diesem Datum kein vehementer Befürworter der Kernenergie. Und selbstredend hat dieses Ereignis mein Verhältnis zu den nähergelegenen Einrichtungen in Biblis, Philippsburg und Obrigheim auch nicht herzlicher gestaltet. Aber abgesehen davon, dass ich in der Folge meinen Konsum von Jägerschnitzel stark einschränkte, habe ich dieses Ereignis nicht als schwerwiegende Zäsur empfunden. Wie immer in solchen Fällen erzeugt ein Overkill an medialer Hysterie bei mir irgendwann unweigerlich einen gegenteiligen Effekt von Na-und-ist-mir-doch-egal. Für mich ist und bleibt der 26. April in erster Linie der Geburtstag meines älteren Bruders. Und das ganze Gewese um dieses Datum ist nicht der schlechteste Reminder, da mal anzurufen.

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