Donnerstag, 17. Februar 2005
U-elektronischer Overkill
Zu den zahlreichen technischen Errungenschaften, die unser ausladendes Phonomöbel im WoZi fast zum Bersten bringen, kam heute noch ein Sat-Empfänger dazu. Und der will natürlich auch verkabelt sein. Und zwar so, dass Fernseher, Videorekorder, Audioverstärker mit Surroundsystem, DVD-Player und der Radiotuner sinnig zusammenwirken. Dabei liegen schon jetzt hinter unserem Home-Entertainment-Center Mengen an Kabel, die einem Ü-Wagen der ARD alle Ehre machen würden. Und der Elektrosmog, den die Gerätschaften allein schon im Standby erzeugen, reicht aus, um tiefgefrorene Suppenhühnchen binnen weniger Minuten zu Graphitklumpen zu rösten. Na ja fast zumindest. Sollten Sie in den nächsten Tagen nichts mehr von mir lesen, habe ich mich vielleicht im Kabelgewirr hinterm Fernseher verheddert. Lauschen Sie ab und zu mal, ob Sie eventuell Hilferufe hören. Solange Sie wildes Gefluche hören, ist alles in bester Ordnung.

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Bekenntnisse
Genüsslich ziehe ich der goldfarbenen Schachtel die Cellophan-Hülle ab. Ratsch ist das Goldpapier weg, das mich noch vom Inhalt trennt, vor dem mich die EU-Gesundheitsminister eindringlich warnen. Das Feuerzeug leuchtet auf vor meinem Gesicht, der erste Zug rauscht die Luftröhre hinunter in die Bronchien bis in die hintersten Alveolen. Ausatmen, leicht pustend, jaaah, blauer Dunst kringelt sich Richtung Zimmerdecke.

Dergleichen träume ich öfters in den letzten zwei Monaten. Ist OK, sagt sie, solange ich weiterhin nur träume. Das riecht sie ja nicht, morgens beim Aufstehen...

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Mittwoch, 16. Februar 2005
Sekundärtugenden
Postkarte vom Vermieter bekommen. Aus Australien. Fragt, wie es geht und ob mit Wohnung und Haus alles ok ist. Dann guck ich genauer auf die Zielanschrift und sehe mit Staunen: Die Karte ist nicht nur an uns adressiert, sondern auch an das Pärchen in der Wohnung darüber. Gespartes Porto: 1,10 australische Dollar. Respekt! Und Erleichterung darüber, dass die Mieteradressen seiner Zweitimmobilie hier am Ort nicht auch noch draufstehen...

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Obenliegende Bloggenwellen
sind nur ein beliebig-blödes Wortspiel, das mit dem weiteren Inhalt dieses Postings nur ansatzweise zu tun hat. Um also die Kurve zu kriegen: Auf der Hilfeseite von Blogger.de gehen täglich terabyteweise Anfragen von Blogwilligen ein, die wissen wollen: "wie komme hier an ein Blog?" Nachdem ich dort erfahren musste, dass meine Freischaltung mehr oder weniger ein technisches Versehen war, spüre ich natürlich eine Verantwortung. Nämlich, den orientierungslosen jungen Menschen da draußen, die nicht so viel Glück hatten, Trost und Zuspruch zu geben. Nicht ganz ohne Eigennutz, zugegeben: Das Thema und der dazugehörige Thread auf der Hilfeseite spülen mir einen Mörder-Traffic auf die Seite. Macher und Entscheider (siehe Impressum) gehen hier ein und aus und adeln mein unbedeutendes Anfängerangebot mit richtungsweisenden Ansagen und Kommentaren. Kurzum: Es lässt sich richtig nett an. Aber je weiter ich mich selber in die Blogosphäre reinarbeite, desto deutlicher stoße ich auf ein protokollarisches Problem: Wie ist das mit dem Duzen und Siezen in den Kommentaren? Beleidige ich subtil und perfide, wenn ich sieze - oder mach ich einen auf undistanziert-ranschmeißend-zufrühvertraulich, wenn ich duze? Beim Kollegen Powerbook waren ein paar interessante Überlegungen zu lesen zu dieser brisanten Frage. Aber so richtig klar sehe ich da noch nicht. Ist das Siezen ne Marotte aus dem Ameisendorf und das Duzen der gute Ton aus den Usenet-Zeiten? Rückmeldungen und Einschätzungen dazu sind hochwillkommen - nicht nur wegen des Traffics;-)

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Dienstag, 15. Februar 2005
Making of this blog
Am Anfang schuf Gott - na schön, das würde jetzt zu weit führen. Also vor zwei Wochen, da war alles wüst und leer, bis ich auf der Blogger.de-Startseite links oben den Menüpunkt "Neues Blog anlegen" sah. Und schon flüsterte der Versucher mir ins Ohr: "Hat Gott Euch wirklich verboten, neue Blogs anzulegen? Hier ist doch der Link - klicke drauf, und Du wirst Admin sein wie Gott in Frankreich." Und ich klickte. Jetzt kommt es heraus - der Link war nur versehentlich freigeschaltet. Dieses Blöglein verdankt seine Existenz somit a) einem völlig strunzdummen Zufall, b) dem Wirken des Widersachers oder c) einer höheren Macht (suchen Sie sich was aus, das Ihrer Weltanschauung entspricht). Die Aussicht, das Bloggerparadies hier verlassen zu müssen, bringt mich jedenfalls fast zum Heulen und Zähneklappern. Daher mein Appell an Leser und längergediente Blogger.de-Confratres: Legen Sie bei Dirk O. und Axel K. Fürbitte für mich ein. Ich will mich auch weiterhin bemühen, die von Anke Gröner aufgezählten sieben Todsünden des Bloggens zu vermeiden...

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Fan-Artikel
Die geschätzte Frau Ramirez prangert an, dass so viele U2-Konzerttickets bei Ebay-Zwischenhändlern gelandet sind. Ergo: Der Fan ist mal wieder der Dumme. Hm, wohl wahr. Könnte das nicht auch daran liegen, dass Dummheit womöglich eine notwendige Vorbedingung für das Dasein als Fan ist? Kann es sowas geben wie intelligente Fans? Also, sicher bin ich mir da nicht. Ab einem gewissen Intelligenzquotienten müßte einem der popkulturelle Verblendungszusammenhang doch sowas von deutlich aufstoßen, dass man sich nicht in die blökende Herde einreiht, um irgendwelchen saturierten Heinis zuzujubeln für ihren Lärm und dafür auch noch nen dreistelligen Eurobetrag abdrückt. Denk ich mal. Aber ich kann mich auch irren. Bin ja kein Fanatiker...

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