Dienstag, 19. November 2019
Sentimental Journey


Grad eben auf Facebook einen ZDF-Beitrag über street art in Mannheim gesehen. Just in dem Moment, als die Off-Sprecherin über den Stadtteil Neckarstadt-West sagt, "Viel Verfall, wenig Schönes", zeigt die Kamera die Kreuzung mit dem Altbau, in dem ich fast 15 Jahre lang gewohnt habe (3.Stock). Viel hat sich anscheinend nicht verändert, auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Stadtsparkassen-Filiale im Neubau gegenüber nicht mehr existiert. Die wurde dreimal ausgeraubt von einem älteren Herrn, der mit einem Klapprad flüchtete. Die Kneipe im rechten Bildvordergrund heißt anscheinend auch nicht mehr "Xenia Grill". Dort haben die Streifenbeamten der Polizeiwache Waldhofstraße früher gern mal mit Blaulicht ihr bestelltes Abendessen abgeholt. Ums Eck rechts ist das Sängerheim Flora, eine Kneipe, in der sowohl ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas als auch ein Gebetsraum des Islamischen Arbeitervereins e.V: Platz finden. Das fand ich immer schön symbolisch für das überwiegend friedliche Zusammenleben im Multikulti-Stadtteil. Google Maps zeigt mir in der Mittelstraße viel türkischen Import & Export, diverse Dönerläden und 1-Euro-Shops. Aber solange das Café Mohrenköpfle und das Eiscafé Wissenbach sich halten können, ist die Gegend noch nicht völlig verloren. Ich habe da jedenfalls gerne gewohnt, und ich träume bisweilen immer noch von dieser Wohnung.

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Die wurde dreimal ausgeraubt von einem älteren Herrn, der mit einem Klapprad flüchtete
Was denn, gleich dreimal? Und er flüchtete immer auf demselben Klapprad?
Und die Polizei hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern, weil sie jedesmal grade in einem Großeinsatz Frittenholen waren? Scheint eine gemütliche Gegend zu sein, dort im Süden.

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Weiß nicht, ob es immer das selbe Rad war. Es muss wohl jemand aus der unmittelbaren Nachbarschaft mit entsprechend kurzem Fluchtweg gewesen sein, denn die Polizeiwache ist auch nur zwei Blocks entfernt.

In letzter Zeit soll es nicht mehr ganz so gemütlich sein, wie man hört. Wenn da Menschen aus über 140 Nationen auf kleinem Raum zusammenleben, bleiben Spannungen nicht aus. Wobei man davon weiter vorne, wo ich wohnte, nicht ganz so viel mitbekommen hat. Im hinteren Teil der Mittelstraße nahe Endhaltestelle und Rotlichtbezirk ging es schon seit jeher heftiger ab.

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Als Ehemann und Vater,
zumindest stelle ich es mir so vor, versucht man naturgemäß in einen Weltabschnitt zu ziehen mit seiner Liebsten, wo es zumindest vordergründig idyllisch ist und sich die Zerfransung einer Gesellschaft in engen Grenzen hält. Das ist man wohl auch seiner Verantwortung schuldig. Aber als Kerl, zumindest bei mir ist das so, zieht es einen doch irgendwie auch ins nicht ganz so idyllische, wo die Dinge hin und wieder in Bewegung geraten, unerwartet, ohne Schicksalsschlag, und es Ort wie auch Menschen gibt, deren Knautschzone nicht ganz so groß und breit sind und wo sich der Verdacht bestätigt, spätestens nach dem zweiten Banküberfall, dass das Leben echter ist und direkter und weniger ausgeschäumt wie eine teure Matratze.

Hätte ich die Wahl und könnte ich die Bronx Richtung monströser Idylle verlassen, sie wissen eh womit ich es habe, würde ich trotzdem immer wieder in die Bronx zurückkehren für ein paar Wochen und beim Hofer, gleich die Straße rauf, eine neue Kassa eröffnen, wo Fertigpizzas verkauft werden, wie in der besseren Welt bei Starbucks & Friends ein Lebensmarkengefühl. Dieses ganze (kleinst)bürgerliche Blink-Blink in den besseren Wohn-Milieus, biografisch wie beruflich und etc. wo sich alle andauernd herausputzen in ihrer Art und viel drauf geben unangreifbar und unantastbar zu wirken und auf eine fast schon obszöne Art freundlich, wie gleichzeitig bestimmt, und bei jeder kleinen Grenzverschiebung den Balken runterlassen und sich auf nichts mehr einlassen, kann einem Mann schon ziemlich zusetzen. Bilde ich mir zumindest ein. Da braucht man dann einen Zufluchtsort aus solchen Verhältnissen. Und wenn man es nicht zu derb haben möchte, und hinten hinaus keinen Bock mehr hat auf Kneipe, benötigt man(n) einen kleinen Zweitwohnsitz. Die total besseren Leute machen dann einen extremst exklusiven Zweitwohnsitz, während jene die ihre Jugend wider erwarten überstanden haben, hauen dann für Tage oder wenigstens Stunden in eine Gegend ab, wo es dampft und kocht, und Menschen an einem vorbeigehen, denen man ansieht dass sich auch nicht weiter als bis nur nächsten Straßenecke planen, ganz ohne dreifachen Netzt und Möglichkeiten. Hätte ich eine bürgerliche Existenz als Ehemann und Vater, würde ich auf genau so einer Zweitexistenz bestehen. Also ich habe überhaupt nix dagegen in gewissen Momenten zwischen 140 Nationen und Rotlicht unverstanden zu bleiben.

Eventuell schwingt bei ihnen so ein Gefühl mit.

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Nicht auszuschließen. Wobei ich zu Mannheimer Zeiten bisweilen davon träumte, ich hätte noch meine Heidelberger Studibutze als Zweitwohnsitz behalten. Kurioserweise sieht diese Heidelberger Bude im Traum immer völlig anders aus als in der Realität, aber wenn ich von der Mannheimer Wohnung träume, entspricht die schon ziemlich genau den damaligen Verhältnissen.

Das Dasein mit Frau und Kind kriege ich mit der Bronx auch nicht so recht zusammen, das sehen Sie schon richtig. Meine Ex hat an einer der Schulen dort Lehrpraktikum gemacht, das war schon sehr herausfordernd, und ich höre von Freunden in Berlin-Wedding von der dortigen Grundschule auch Dinge, die man lieber nicht hören möchte, wenn man sich den Glauben an das friedliche und gedeihliche Zusammenleben in Multikultistan bewahren möchte.

Es ist schon komisch, in meine alte Hood gehöre ich nicht mehr hin, aber vollumfänglich angekommen bin ich hier in der Speckgürtelgemeinde auch nicht. Es bleibt bisweilen so ein Lebensgefühl zwischen Baum und Borke.

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Je älter man wird, um so wichtiger wird die Vergangenheit. Neulich fand ich ein Bild im Netz, von dem Haus, in dem ich einige Jahre als Kind wohnte. Bei Regen, und das war ja dort nun meistens so, lief der Schiefer richtig schön schwarz an. Vielleicht sind meine Träume deshalb so. (Es befand sich damals allerdings ein "Kolonialwarenladen" darin, jedenfalls hieß er noch so. Auch eine Form von multi-kulti.)

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"Kolonialwaren" - da springt einen die Ausbeutung der dritten Welt förmlich an, das könnte man heute nicht mehr bringen, wo gewisse Kreise schon wegen "Mohren-Apotheke" Schnappatmung kriegen.

Diese typische bergische Bauweise mit Schiefer, grünen Fensterläden und weißen Fensterrahmen spricht mich aber sehr an. Da kommt mir auch das Stichwort Bergische Kaffeetafel in den Sinn, Schloss Burg und viele schöne Radtouren, die ich in der Gegend absolviert habe.

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(...)wo gewisse Kreise schon wegen "Mohren-Apotheke" Schnappatmung kriegen.

Wer ist/sind denn """"gewisse Kreise"""" ¿

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Sprachwächter der political correctness, social justice warriors, Berufsempörte, was weiß denn ich.

Viele Inhaber von Mohren-Apotheken haben laut „Apotheker Zeitung“ schlechte Erfahrungen gemacht, schreibt "Focus", von Demonstrationen bis hin zu Anschlägen. Vielleicht gibt es da Bekennerschreiben, die genaueren Aufschluss geben, mir liegen aber keine vor.

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( ) Prima, auch hier alles ~beim Alten~ sprich,daß Sie immer noch Lunten legen und sich dann ins Vage | Unverbindliche | Glatte | Wasweißich rhetoriken.

( ) Ok boomer

( ) Bedanke mich für die kleine Konversation und wünsche 1 schönen Abend.

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Das ist was Millieu bedingtes
Anders geht`s nicht. Unten drin, wo man sich festlegt, so intellektuell unbedarft wie man ist, und die zu kurze Lunte zündet, wird man dann hier beim Blog-Obersten zur Anzeige vorgebracht. Das ist nicht so einfach ein Unbehagen immer so auf den Punkt zu bringen dass man auch Letztverantwortlich sein möchte. Das geht an die Substanz. Besser mal hier ein wenig so und dort ein wenig so und dann wieder hier von der anderen Seite her. Sonst klickt ja niemand mehr hin oder kündigt sofort sein Abo. Das Netz ist ja auch dafür wie gemacht zu allem und jedem was einem nicht passt sofort "NEIN" zu sagen, während man analog einfach weiter geht und sich seinen Teil denkt.

Ich habe textlich gerade was gegen einen schwulen Araber am Start. Aber nicht weil der schwul ist, sondern weil mich der alte Sack auf der Donauinsel unter aller Sau anmachte. Eventuell wäre ich bei einem Afrikaner, also Ex-Mohren, in der Frage gelassener. Was weiß man.

Würde ich mal bei der Frau Samojede reinschreiben. Bitte machen sie mal nur Bein in einem Foto, sie haben davon ja ziemlich viel und lang, hätte ich auch schon den Scherben auf in Richtung aktiver Ablehnung und nicht einzig passiv;-)

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@samojede: Ich habe zu danken. Wobei ich mich schon frage, ob Sie ernsthaft erwartet haben, dass ich hier Namen und Adressen liefere. Wenn man die letzten Jahre nicht unter einem Stein gelebt hat, dürfte man schon in etwa eine Ahnung gekriegt haben, welche Kreise sich an solchen Bezeichnungen besonders stören. Das müssen im Fall der Mohren-Apotheken nicht unbedingt die gleichen sein, die in Berlin für eine Umbenennung der Mohrenstraße plädieren. Dort geht es im größeren Stil gegen unkritische Reminiszenzen an die Kolonialzeit, in diesem Zusammenhang wird ja das ganze Afrikanische Viertel im Wedding problematisiert.

@der imperialist: Im Fall des Mohren ist ja nicht immer eindeutig klar, ob damit ein Maure - also ein Nordafrikaner - gemeint ist oder ein Schwarzafrikaner. Einen Nordafrikaner, zumal, wenn er wie in den Berberstaaten üblich Arabisch spricht, auf den ersten Blick von einem Araber zu unterscheiden, dürfte nicht immer ganz einfach sein.

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Wäre das in der Situation in der ich steckte
angebracht gewesen zuvor herauszufinden bevor ich Stellung beziehe. In der Regel nicht so wie der alte Sack wollte. Siehe Bosnien-Herzegowina;-) Die sind dort ja alles ethnisch und gleichzeitig kein Staat.

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Ja, sehr kompliziert, man sieht es ja nicht mal den Nachnamen an, ob man es mit Bosniern, Kroaten oder Serben zu tun hat, die enden fast alle auf -ić. ;-)

Ich weiß noch, wie in den 90ern auf einmal der massive Zuzug aus dem früheren Jugoslawien losging. Da wollte man nicht immer ganz genau wissen, was die neuen Nachbarn in ihrer alten Heimat so für Freizeitbeschäftigungen hatten.

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@imperialist, kenne die Thematik nicht bzgl Blog-Obersten.Wer ist das, der andere Ex-FAZbruder? Ihren Text habe ich gelesen. Es steht außer Frage: Von Ihren Texten+ Begabung+Poesie (zb " Wie ich mit der Ohnmacht umgehe? An den besseren Tagen haue ich vor der einfach auf die Donauinsel ab und versuche dort bella Figur zu machen, während ich nur so herumstehe wie ein herrenloser Koffer" <---gefällt mir schön²)+Gegenalldasimmerwiederaufsneueanschreiben und Ihre Offenheit bzgl Prostata & Wortmacher &soweiterundsofort träumen hier die ganzen Hurensöhne& Töchter. Aber natürlich kommentiere ich auch nicht bei Ihnen, weil die Welten getrennt sind. Ist auch besser so. Für mich sind hier im Endeffekt alle Wixxxer*innen. ..& ich verbitte mir das mit *dem Bein*, so schliesst sich auch dieser klein| groß | gutbürgerliche Kreis.

@mark: Bitte, gerne.

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@samojede: Mit dem Blog-Obersten dürfte der Plattformbetreiber Dirk Olbertz gemeint sein. Warum legen Sie da nicht mal ein gutes Wort ein, dass er den ganzen Wixxxer*innen-Laden endlich dichtmacht? Dann wär doch Ruhe im Karton.

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Davon gehe ich ja eh aus keine Sorge;-)
das sich sie Selbiges verbitten Frau Samojede. Sie machen in der Richtung eh recht viel, wenn ihnen danach zu mute ist. Genaugenommen hatten sie eh schon Bauch, Bein, Po und hin und wieder sogar mit Ausschnitt. Läuft doch wunderbar. Ist doch sehr charmant von ihnen. Auch über gewisse Grenzen hinweg.

Auch gegen Wixxxer*innen erhebe ich in meinem Fall keinen Einspruch. Besser als der in Totalirre, der in seinem Wahn einen der Weizäcker finalisierte, der als Arzt tätig war.

Weiterhin frohes Schaffen und danke für ihre Bereitschaft auch a bissl ins Körperliche zu gehen. Grauenhaft wenn eine/r bei ihnen in den Kommentarblog schreiben würde. Mit vollen Hosen ist leicht stinken. Sie sind ja überhaupt nicht fett. Das was sie machen ist nicht mutig.

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@mark &imperialist: Wie gesagt: Bitte gerne. Ich gehe davon aus, daß sie sich am Ende (gegenseitig )die Eier schaukeln. Ich würde *das* dann natürlich beim Blog-Obersten melden.

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Herr Mark folgendes. Eventuell sehen sie die Sache ganz anders. Ich habe mich ja tatsächlich mal ziemlich intensiv mit den Folgeschäden des europäischen Kolonialismus in Afrika auseinandergesetzt. Gibt ja genügend Literatur dazu. Sehr empfehlenswert " Warum Nationen scheitern" von Daron Acemoğlu und James A. Robinson. Die Sache ist ja so. Diese Schäden die wir Europäer dort gerissen haben gehen so tief dass es heute völlig unerheblich ist wie wir das Thema "Der Mohr" angehen. Ob jetzt mit leicht rassistischen Unterton wie sie oder gegen diesen Unterton aufbegehrend wie die Frau Samojede, spielt keine Rolle mehr. In dieser Frage kann man keine Lunte mehr legen. Der Laden ist schon vor vielen Generation explodiert. Der explodiert heute noch, wenn in den USA ein Schwarzer von einem weißen Polizisten angehalten wird oder wenn das dortige, zu tiefst rassistische Wahlmännersystem, einen wie den Trump ins höchste Amt hievt, der fast 3 Millionen Stimmen weniger hatte und nur wegen der Onkel-Tom-Südstaaten gewann. Die historische Schuld ist so immens dass wir im Grunde jeden Afrikaner der nach hier her übersetzt persönlich begrüßen müssten. Was natürlich nicht gehen kann, weil Europa von seiner tieferen Struktur her zu tiefst rassistisch ist und es immer bleiben wird. Außer die Araber & Friends sind tatsächlich so blöde, auch über Generationen hinweg wie der Sarrazin das einmahnt, der natürlich auch Rassist ist und wir verblöden nachhaltig. Sind wir hier alle. Wir sind alle Rassisten und Grenzsetzer*innen. Einige mehr andere weniger. Siehe 678 000 Obdachlose in Deutschland die anscheinend niemand zu sich in die Wohnung bittet.

Nehmen sie nur Südamerika. Dort ist gerade Land, nein Kontinent unter. Natürlich auch wegen dem was die Spanier einst dort angerichtet haben. Das war ja eins der übelsten Gemetzel überhaupt in der Weltzerstörungsgeschichte. Denn der europäische Fortschritt ist ohne die Plünderung Südamerikas und seien Rohstoffen nicht denkbar.

Was aber dem Gipfel des Rassismus die Krone aufsetzt. Anstatt die dortigen sozialen Probleme zu entschärfen, siehe Chile, Bolivien, Argentinien, Venezuela, Ecuador, Brasilien, und zwar in weltweiter Anstrengung, haben die neuen Klima-Kolonialherr*innen den EU-Klimagipfel bzw. die Konferenz von Chile bzw. Santiago de chile, wo ein Land in den Ruin der Bevölkerung privatisiert wurde, nach Madrid verlegt. Nach Madrid, genau in jene Stadt die das Epizentrum für die dortigen Zustände in Südamerika eine brutale historische Verantwortung trägt neben Lissabon. Geht`s den noch rassistischer und abgehobener von einem tieferen Geschichtsverständnis her. Und wenn man das mit den Rassismus tatsächlich ernst nimmt, dürfte man weder belgische Schokolade esse noch in Brüssel arbeiten.

Und nein Herr M. Den Laden hier einstampfen halte ich für keine gute Idee. Ich hab sonst nix. Ich muss hier weiter schreiben.

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Frau Samojede
sie liegen da völlig falsch. Nicht weil sie die Sache falsch einschätzen, was die Hoden-Wippe zwischen dem Herr M. und mir betrifft, sondern weil ihre Information unvollständig sind. Wir sind erst wieder seit dem Zeitpunkt Kumpels, als ich hier las wie schwer der Herr M. erkrankt ist. Ka Spaß. Das war der Punkt an dem ich wieder auf den Herrn M. zuging und ihn meine Hand reichte, um unsere Feindschaft zu beenden. Ich fand das schickt sich nicht. Der Mann braucht ein anderes Umfeld. Auch beim Bloggen.

Genaugenommen schaukelt mir hier auf Blogger.de kaum mal wer die Eier. Hier sind fast alle so wie sie mit Grenzen, weil die Welten getrennt sind. So gesehen gibt es also tatsächlich Paralleluniversen. Sie machen da jetzt aus Rassismus Richtung Mohr auch noch das Geschlechterdings auf. Natürlich geht in letzter Konsequent Bruder vor Luder. Oh jetzt hab ich Spaß.

Außerdem gehört der Herr M. zu den wenigen Personen die bei mir auch regelmäßig Kommentieren und meine Schreibe nicht ins Leere stürzen lassen. Hauptsache sie setzen sich weiterhin für das Lebensglück des Wortes Mohren ein, der eventuell eine Apotheke ziert, und überwinden da gewisse Grenzen, auch kulturelle die der Kolonialismus gerissen hat. Mein Vorschlag. Falls sie einer Person aus Sierra Leone begegnen schließen sie diese bitte sofort in ihr Herz oder gleich in ihre Wohnung ein. Sierra Leone wurde von unsere Ahnen brutalst malträtiert. Eventuell sind die heute in den USA die Bitches von anderen ehemaligen Slaven, nee Sklaven. Ich werde dann auch meinem Kumpel dem Simba aus Nigeria mal von ihnen erzählen. Auch dass sie von Natur aus ziemlich langen Beine haben. Wofür ich nix kann. Ehrlich. Sie haben mal geschrieben 1,89 groß zu sein. Im Grunde sind sie mit all ihren Bilder eh schon nackt. Ka Spaß. Aber nicht pornografisch. Was ich wie gesagt sehr charmant finde.

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@Kolonialismus:
Da haben Sie mir sicher einiges an Kenntnissen voraus, allerdings tue ich mich schwer damit, mir diesbezüglich eine Schuld aufbürden zu lassen. Vom Gold der Conquistadoren und von den Profiten der Baumwollplantagen dürfte wenig bis gar nichts bei meinen bäuerlichen Vorfahren in Badisch-Sibirien und in der Ukraine angekommen sein. Das Thema exklusiv in Europa abzuladen scheint mir auch zu einseitig, da sowohl Araber als auch schwarze Stammesführer kräftig mitgemischt haben im Sklavenhandel.

Und bei allem Mitgefühl für Sierra Leone: Meine Heimat, die Pfalz ist im 30-Jährigen Krieg ziemlich entvölkert und danach noch zwei Mal von den Franzosen komplett plattgemacht worden, die Städte mit Ausnahme von Heidelberg im WK II völlig zerbombt, aber deswegen rede ich meinen französischen und angelsächsischen Zeitgenossen auch keine Schuldkomplexe ein.

Dabei haben Sie im Grunde ja recht, dass wir uns diesen Schuh irgendwie anziehen müssten. Aber so viel Füße haben wir gar nicht für so viele Paar Schuhe, viele sind ja mittlerweile schon von der historischen Verpflichtung überfordert, der NS-Verbrechen angemessen zu gedenken, da sind dann für den Genozid an den Herero oder für die Niederschlagung des Boxeraufstands keine Kapazitäten mehr übrig.

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Bruder vor Luder
Es geht aber auch 3 Anständige gegen eine, oder nicht? :) Ich habe es ja immerhin schon geschafft, mich hier bei Ihnen allen ungeachtet des Geschlechts unbeliebt zu machen. Sorry Herr M., das mit dem weiten Bogen wird jetzt nur was, wenn Sie mich hier in hohem Bogen wieder rauswerfen. Bei der Kollektivschuld an allem Übel dieser Welt bin ich allerdings eher bei Ihnen als bei Herrn S. Und getriggert haben mich jetzt nicht nur die vielen Schuhe sondern auch die zahlreichen Mohren, die auch im Rebellmarkt-Blog immer eine Heimstatt finden. Ich komme nämlich gerade von der Lektüre des offenen Briefes der Volksverpetzer an Don Alphonso, den ich offen gesagt so blöd nicht finde (äh, den Brief jetzt), lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Sie deuteten ja letztens im Warlog an, etwas in die Richtung schreiben zu wollen.

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Sehr schöner Text
und sehr kurzweiliges und anregendes Gespräch im Kommentarblog. Vielen Dank dafür.

So ist das mit den Idyllen: Im ausstellungsfähigen, blitzsauber geschrubbten Stadtteil (oder Dorf), wo es keine Übergriffe (zumindest nicht öffentlich), keine zu laute Musik, keine viel zu schnellen Autos, keine hässlichen Trashläden etc gibt, gibt es dafür selbsgefällige Menschen, die alles und jeden ausgrenzen, der oder das nicht in ihr heiles Weltbild passt. Ganz egal ob es sich um lodenumwehte Trachtenluschen oder funktionskleidungszwangsgestörte Fahrradanhängerfahrerinnen handelt. Und unter diesen selbstgerechten Musterbürgern gibt es trotzdem eine Menge Menschen, die ein Herz aus Gold haben.

Wenn man davor flieht und lieber in einen Stadtteil geht, in dem zwar die Erde brennt, man aber in Ruhe gelassen wird und sein darf, der man ist, muss man sich mit einer Vielzahl von Reizen auseinandersetzen, die man möglicherweise als störend, irritierend oder provokativ empfindet - manchmal hat man sogar Angst. Meistes ist es doch so: Wenn man in dem einen Teil lebt, macht man gern mal im Gegenteil Urlaub.

Und es gibt ja immer Ausnahmen. Ich habe mal in einem wilden Multinationalen Stadtteil gearbeitet, da kamen aber alle miteinander aus und es war einfach lebendig.
Und ich habe mal einen Sprachkurs in einem winzigen, abgelegenen, italienischen Dorf gemacht, wo jeder so individuell und ausgeflippt sein durfte, wie er wollte, aber gern auch stinknormal. Alles war erlaubt und alle gehörten dazu. Das macht mir Hoffnung auf bessere Zeiten.

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Die Hoffnung, Frau Fabry, teile ich. Apropos Hoffnung, haben Sie Nachrichten aus dem Krankenhaus von Herrn D.? Auf seinem Blog hat er sich noch nicht gemeldet.

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@manhartsberg: Sie haben sich entschuldigt, ich habe paar Tage pflichtschuldigst rumgegrummelt, und ich bin auch nicht nachtragend, also lassen wir mal ruhen, was ruhen kann und gucken nach vorne.

Herr S. sprach von Feindschaft, das muss auch eine einseitige gewesen sein, denn ich fetze mich durchaus gerne mal, aber die Energie, wirkliche Feindschaften zu pflegen, hatte ich selbst im gesunden Zustand nicht übrig. Ich hätte halt um das Blog unseres talentierten Schreibers kommentierenderweise künftig einen Bogen gemacht, aber weiterhin gern gelesen.

Was den Volksverpetzer betrifft, werde ich gleich mal gucken. Grundsätzlich ist für mich nichts sakrosankt, was der geschätzte Kollege schreibt. Immerhin habe ich mich damals vor Urzeiten bei blogger.de nur angemeldet, um was gradezurücken, was der Don über meinen Ex-Seniorpartner abgelassen hatte. Ich kann manche seiner Kampagnen gegen Leute, die ich kaum kenne, nicht so recht nachvollziehen, manchmal stellt sich raus, es traf die richtigen, ein andermal bleiben da ernsthafte Zweifel. Es macht für mich aber schon einen Riesenunterschied, wenn man die Realperson hinter der Kunstfigur kennt. Und wenn man zusammen Alpenpässe und toskanische Hügel rauf- und runtergekurbelt ist und sich dabei zu 100 % auf die Achtsamkeit des anderen und sein Equipment verlassen kann, welche Rolle spielen da etwaige politische Differenzen?

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@c.fabry:
Die selbstgefälligen Menschen, da sagen Sie was. Da können Sie hier im Millionärsghetto schöne Studien betreiben. Allein die immer perfekt gestylten SUV-Mamis - angesichts von so viel panzerharter Perfektion kriegt selbst meine sehr vorzeigbare und beruflich erfolgreiche Frau bisweilen die Krise.

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Also unser Streitmaterial
hatte es aber schon in sich. Da blieb nix über von mir was sich dann noch gestalten ließ. Sie brachten da die Totschlagargumente Goadfather und Schizophrenie. Auch noch sehr klug miteinander verwoben. Sie machen in ihrer Erinnerung aber gerade zu viel Idylle und sagen, geh da war ja nix, das war kein Grund zu Feindschaft und entziehen so unserem Zwist gleich mal jede Schärfe, was ich a bissl unfein finde. Doch Herr M. Was sich da zutrug war wie Klimakatastrophe südlich der Sahara mit Hochwasser in Venedig ab einer Höhe, sagen wir von 1,90 Meter. Sie müssen jetzt doch nicht ein besser Mensch sein als sie es in dem Moment waren.

Ich habe in dieser Sache natürlich entsprechend entgegengehalten und sie auch angegriffen, natürlich auch unter der Gürtellinie in Richtung ihrer Frau. Allerdings mit stumpferen Waffen, weil mein sozialer Status immer nur ein nachgereichter sein kann im Verhältnis zu. Ich glaub der Blogger Damals hat mich mal als Omega-Blogger bezeichnet. In solchen Auseinandersetzungen kann ich niemals bestehen. Schon gar nicht wenn die besseren Herrschaften Richtung "Keller" abbiegen und ich dann dahingehend ausfranse, dass ich schon aufs Gehsteig-Ausweichspiel in echt hoffen wollte. Und das wird dann recht primitiv meinerseits als Vorschlag und Argument sich aneinander abzuarbeiten, weil mir dann Aggressivität unterstellt wird, die dann wiederum in Richtung einer Frau ausschert, die sich wegen mir in Todesangst befindet. Was aber nicht zentrales Thema ist. Dass wird es erst bei der nächsten Revolte und alte Rechnungen beglichen werden. Nur werde ich dann dafür leider zu alt sein;-)

Thema war hinten hinaus dass wir beide uns gegenseitig in die Hoden-Wippe zurückziehen. Und dagegen muss von mir mit aller Entschiedenheit angeschrieben werden. Sie werden das sicherlich verstehen. Diesen Eindruck kann ich nicht stehen lassen. Seit wann machen Männer aus der besseren Gesellschaft gemeinsame Sache mit den Nachgereichten von der Donauinsel, die nur noch eine kurze Hose haben. Abgesehen von mir. Ich habe noch mehrere, eben wegen dem Goadfather. Da beiß ich mir sozusagen selber in den Sack. Aber in der Regel mit einer Schere. Ziehen die beiden Parteien tatsächlich am selben Strang wird ein Prekärer gehängt oder entlassen. Und das bevorzugte Kommunikationsmittel zwischen den Ansprechgruppen ist in echt der "Befehl" oder eine "Anweisung", der man(n) tunlichst nachkommen soll, so man seinen Nachkommen den sozialen Aufstieg nicht verbauen möchte durch zu viel falsch verstandene Männlichkeit.

Und was den Kolonialismus betrifft. Der war zwischen ihnen und der Frau S. ja gar nicht Thema. Da war eher was zwischen den beiden Reichshälften, Rechts-der-Mitte und Links-der-Mitte, unterlegt vom Geschlechterkampf, der sich dann sogar an mir entzündete, obschon ich ja nicht Partei für sie ergriff, Bruder von Luder war ja nur ein leerer Spruch, einzig weil ich auch ein Kerl bin, obschon sie von der Frau S. über Bande als geistiger Brandstifter bezeichnet wurden, der hofft dass ein andere mit einem Streichholz die Lunte anzündet. Was typisch für ihr Milieu ist. In ihrem Milieu macht sich niemand die Hände schmutzig. Das ist eine Aufgabe für die Nachgereichten.

Ein redlicher Versuch über Kolonialismus zu sprechen, wäre mal die aus Afrika entführten Kunstgegenstände, also deren aus Kunst geschaffenes Erbe, wieder zurückzubegeben. Unsere Musen quillen über mit deren Werke.
Ich würde gerne den Simba aus Nigeria dazu überreden bei einer kleinen Kunstaktion mitzumachen. Ich würde ihn gerne dabei filmen wie er in einer Konditorei Wien, eventuell im Sacher, auf Deutsch folgende Bestellung aufgibt.

"Bitte einmal Mohr im Hemd. Mit ganz viel Schlagsahne".

Und der Kellner ist weiß. So weiß wie die Frau S. in ihren Fotos. Eventuell sogar mit weißen Handschuhen.

Ende

Oh oh. Ich sehe gerade wie mich der Herr Don hier schon aus meinem eigenen Kommentar drängt. Angeleitet von der Frau M. Das war zu erwarten. Passt doch. Jetzt ist er Thema. Geht Razz Fazz. Obschon ich es bin der hier viele Kommentare getragen hat. Typisch Lichtwelt. Sobald einer Prestige hat reagieren die besseren Leute in ihren Reflexen wie die Treuesten vom alten Iwan Petrowitsch Pawlow.

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Am Dienstagabend war Don Alphonso stellvertretend für andere, die durch ihre Tweets rechtspopulistische und rechtsextreme Shitstorms auslösen, Thema im Deutschlandfunk Kultur. Das Interview ist nicht online, womöglich hatte die Redaktion keine Lust, selbst Ziel des nächsten Shitstorms zu werden.

Edit: Gerade gesehen, es ist auf Twitter zu finden.

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Es ist ja ihr gutes Recht, das anders wahrzunehmen. Nur habe ich mich lange vor unserem Zwist hier schon mit Leuten ähnlich hart gefetzt, ohne dass daraus Dauerfeindschaft entstanden wäre. Das geht bei mir meist mehr in Richtung Kneipenschlägerei, wo man sich erst gepflegt aufs Maul haut und dann anschließend wieder zusammen am Tresen steht und weitertrinkt. Ich bin nicht mal dem Kommentator Dr. D. dauerhaft böse, der mich dieser Tage sinngemäß als Braunhemd im Arsch von Don Alphonso titulierte.

Über Lunten und Rhetorik wäre sicher auch nochmal zu reden. Die Frau S. wird mir das nicht glauben, aber keine Nanosekunde denke ich beim Schreiben daran, haha, jetzt leg ich eine Lunte, mal gucken, obs gleich knallt. Da könnte sich die geneigte Leserin ja auch mal fragen, mit welchen Erwartungshaltungen sie eigentlich hierherkommt. Wahrscheinlich, dass sich hier jemand zum Horst macht, und da haben wir dann prompt im Doppelpack geliefert. ;-)

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@arboretum: Zuvor hatte schon der Hashtag #DonAlphonso auf Twitter getrendet, das geht also schon paar Tage.

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Genau das ist ja der Trick
ihr Milieu taucht zu Kneipenschlägereien in der Regel nicht auf. Glauben sie mir. Ich kenne mich da aus. Ihre Peergroup radelt da lieber mit dem Radl die Berge auf und ab und jeder gelegten Lunte davon.

Diese sprachliche Geschicktheit den Widersachern in Argumenten eine rein zu hauen ist doch typisch für ihr Milieu. Das ist gewissermaßen ihr Ärmel. Die einen haben die Macht der Worte, die anderen nur rohe Gewalt. Unten drin können sie gar nicht so tief fliegen in Argumenten. Das ist undenkbar. Steht so in jeder Statistik.

So jetzt zum Wesentlichen. Wichtig ist dass sie nicht weiter erkranken und ihnen das Leben trotz ihres aktuellen Handicaps leicht von der Hand geht. Ich hoffe da werden wir uns einig.

Aber gucken sie die Frau M wie geschickt die ist. Zuerst ist sie bei ihnen in den Argumenten und dann bringt sie den Herr Don ins Gespräch und schon hat sie wieder obsiegt. Ist das eine Bitch.

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Vor jenem Interview gab es die Wiederholung eines O-Tons von Margarete Stokowski zum Thema rechte Shitstorms. Gut möglich, dass der Hashtag Anlass war, dass der Moderator in der Anmoderation Dons Namen nannte und auch im Interview bei dem Beispiel blieb. Ich habe das auf Twitter nicht verfolgt.

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@imperialist: Frau M. bezog sich da auf einen Kommentar von mir an anderer Stelle, wo ich in Aussicht stellte, evtl. einen Beitrag zum Thema Don Alphonso zu machen. Das war in dem Fall also kein Manöver zur Erlangung der Lufthoheit oder der Versuch, ein anderes Thema durchzudrücken. Ich hatte das Stichwort selber angeteasert.

@arboretum: Ich habe von dem Getwitter zumindest soviel mitbekommen, um zu wissen, dass es da richtig rund ging (genau dafür habe ich ja den Account, mit dem ich selber aktiv nicht viel anstelle). Selbst meine Frau, die sich überwiegend in anderen Filterblasen bewegt, schickte mir eine DM mit der Frage: "Uiuiui, hast Du das grad mitgekriegt?"

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Geh Herr M.
Die schreibt doch wortwörtlich dass sie sich ihnen anschließt argumentativ und nicht mir. Das macht die doch überall wenn ich irgendwo auftauche. Der ihr Kommentar hatte auch die Überschrift Bruder vor Luder. Wer hatte das geschrieben natürlich ich. Die stalkt mich seit über einem Jahr mit untergriffigkeiten aller Art und den Herrschaften aus der besseren Welt ist das völlig gleichgültig. Was die mit mir macht ist übelste passiv-aggressive weibliche Gewalt. Denn irgendwann vergreif Ich mich im Ton und dann kann sie sagen guck der hat bitch zu mir gesagt. dass sie nicht betroffen sind ist ihnen das natürlich völlig gleichgültig ich verstehe das schon. Aber zu sagen ich bilde mir selbiges nur ein halte ich dann doch ein bisschen für unverantwortlich. Beweisen kann ich es nicht. Vielleicht hätte sie ohne meinen Kommentar hier selber gar nicht kommentiert. Wobei richtig übel wird es ja erst wenn sie dann in meinen Kommentar Block triumphiert und ich dann auf ihr sitzen bleibe weil andere in engen Grenzen machen.

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Völlig gleichgütltig ist mir Ihr Beef nicht, Herr S., ich bin ja ziemlich harmoniesüchtig. Aber tatsächlich halte ich mich da nach Möglichkeit raus. Ich hätte auch zu Ihren Episoden mit Herrn Dreadpan oder zu dessen Zerwürfnis mit Herrn Al Bern was sagen können, habe es mir aber verkniffen, weil damit kein Blumentopf zu gewinnen gewesen wäre.

Was die Frau M. angeht, ist es für mich nach wie vor völlig undurchsichtig, was sie für ein Spiel spielt, aber ich neige nicht dazu, von vornherein nur die niedersten Motive zu unterstellen.

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Die Frau S. wird mir das nicht glauben, aber keine Nanosekunde denke ich beim Schreiben daran, haha, jetzt leg ich eine Lunte, mal gucken, obs gleich knallt. Da könnte sich die geneigte Leserin ja auch mal fragen, mit welchen Erwartungshaltungen sie eigentlich hierherkommt.

Naklar, so weit kommts noch, dass Sie aus nem x 1 u machen und ich soll Ihnen dann noch ein W vorzeichnen,welches Sie dann so lange drehen und wenden bis es ein M ist. Zwinkersmiley. Jaja, ich weiß, so weit denken Sie gar nicht und schon gar nicht denken Sie sich etwas bei irgendetwas (macht das Rhetorik | Dinge | Worte eigentlich *besser*?!). Meinerseits und für Ihr Harmoniebedürfnis ist aber natürlich alles im grünen Bereich, denn hier "im Netz" ist nur funfunfun oder sollte es zumindest sein, meine Meinung, und ich bin inzwischen auch für Schubladen, Stempel und Kategorien. Dort die nebulösen "gewissen Kreise" wie "Sprachwächter", "Social justice warriors", "Berufsempörte","SUV-Mamis", woanders der Mohr, Maure usw usf . Möchte auch nochmal die gewissen Kreise der "Gendertröten", "Linxradikalen","Feminazis" einwerfen, auch wenn hier ja überwiegend die besonnenen "50+ Hodenwipp(l)er"+ "50plusAufklärerfrauen" Worte schubsen.

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Richtig, die Feminazis und Gendertröten sind nicht meine Baustelle, ebensowenig die Herren, die sich im Sommer ihren Pullover um die Schultern wickeln - gerne auch in Kombination mit weißen Shorts - und im Winter ihren Schal einseitig in eine Schleife knoten (Sie wissen schon, was ich meine). Vielleicht wird es Sie interessieren, wenn ich verrate, dass es sich hierbei oftmals um die Göttergatten der SUV-Mamis handelt. Solche Schubladen und Kategorien leisten einen wertvollen Beitrag zur Komplexitätsreduktion, und von aus der Art gefallen Einzelexemplaren kann man sich ja freudig überraschen lassen. So gesehen win-win, wie der Lateiner sagt. Zwinkersmiley.

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Als ich das Interview hörte, fand ich es einfach nur traurig, dass es soweit gekommen ist. Er hat aber auch selbst dazu beigetragen, dass ausgerechnet er sogar von Identitären, Rechtsextremen und Rechtspopulisten für einen der ihren gehalten wird. Dabei muss er sich doch selbst vor denen in Acht nehmen.

Am Freitag machte die Sendung "Wenn Hass aus dem Netz das Leben bedroht" ihn nochmals zum Thema - und einer der drei Links zum Thema entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

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Worin genau dieser Beitrag bestanden haben soll, das wäre nochmal genauer zu erörtern. Ich habe seine Welt-Beiträge nicht mehr regelmäßig gelesen wegen der Paywall, aber ich kann mich auch auf Twitter nicht erinnern, dass Don A. Aufrufe an rechte Shitstormtrooper lanciert hätte, nach dem Motto terrorisiert mal schön die Sibel Schick oder die Margarete Stokowski. Gut, wenn man schreibt, ich finde die Migrationspolitik der letzten vier Jahre grundverkehrt oder die Feministin XY geht mir mit ihren Jammerarien auf die Keimdrüsen, besteht natürlich die Gefahr, dass der Beifall auch von der falschen Seite kommt und dass sich jemand bemüßigt fühlt, da noch einen draufzusetzen. Aber so einfach, wie der Volksverpetzer glaubt, funktioniert es nicht, das zu verhindern. Und leider macht sich auch dessen offener Brief an D.A. die urbane Legende zu eigen, der Don würde Namen und Anschriften von ihm unliebsamen Leuten veröffentlichen, wofür er jeglichen Beleg schuldig bleibt. Und das könnte tatsächlich teuer werden.

Rainer hat jedem, der es hören und lesen will, gesagt, wo seine politischen Präferenzen liegen und wo er für gewöhnlich seine Kreuzchen macht, und im Lichte dessen ist es nachgerade absurd, wenn er sich Anwürfe wie Rechtsblogger, AfD-Fanboy oder gar Hitlerjunge anhören darf. Das sind dann Ausprägungen des Hasses, die anscheinend kein Problem darstellen, weil sie ja den vermeintlich richtigen treffen. Die ganze Debatte ist an Verlogenheit kaum zu überbieten, aber zumindest hatte auch der Interviewer vom DLF einen lichten Moment, als er Mario Sixtus damit konfrontrierte, dass der selber ja auch kein Kind von Traurigkeit ist, wenn es darum geht, auf Twittter ordentlich hinzulangen verbal.

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Großartig, was der Deutschlandfunk leistet. Das eine oder andere finden wir traurig. Was uns hingegen nicht wundert, ist, dass solcher Aktivismusmüll wie hinter Arboretums Link genau die Erwartung erfüllt, die man dem Aktivismus beimisst. Journalistische Qualität null, journalistische Würde null, Aktivismus hundert Punkte. Peinlicher, journalistisch wertloser, würdeloser Aktivismusmüll. Die Würde des Journalismus vollständig demontiert. Na und? Wir senden, her mit dem Pulitzer-Preis.

Jeden Tag ein Offenbarungseid, der die Haupteigenheit von diesem Journalismus offenlegt: dass er intellektuell pleite ist. Und es ist diesem Journalismus herzlich scheißegal. Er versteht die Frage gar nicht. Egal, die Hörer verstehen die Frage auch nicht. Die Moderne ist zu Ende.

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Statt Aktivismusmüll könnte man dazu auch Propaganda sagen, die versucht, den Rahmen des Sagbaren enger abzustecken und unbequeme Stimmen per Sippenhaftung zum Schweigen zu bringen. Den simpleren Gemütern unter den Hörern und den vielen, die halt unterfragt in der Strommitte mitschwimmen, wird diese Form der thematischen Bearbeitung schon entgegenkommen. Man will ja auch glauben, dass die Russen die absolut Bösen sind und dass Assad das eigene Volk mit Giftgas dezimiert und und und

Dann ist es nur ein kurzer Schritt hin zum Glauben, dass Hass schon irgendwie okay ist, wenn er nur die richtigen trifft. Und wie wir wissen jeden Tag eingetrichtert kriegen, war Ozeanien schon immer im Krieg mit Eurasien...

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@ mark: Ich glaube, Sie haben mich da womöglich etwas missverstanden. Ich bezog das darauf, dass man mit Dauer-Polemik halt eher Krawall von allen Seiten erzeugt als sachliche Debatten anstößt. Damit bringt man die Diskussion aber nicht weiter (und um die ging es ihm doch eigentlich, oder?).

Bald nachdem er bei der FAZ zu bloggen anfing, zeichnete sich das doch auch schon in seinem eigenem Blog "Rebellen ohne Markt" ab: Eine Debatte wurde zunehmend unmöglich und der Umgangston sehr gehässig, nicht zuletzt weil er es als Hausherr versäumte, dem auch Schranken zu setzen, wo es nötig gewesen wäre.

Klar, hat er nie ein Hehl aus seinen politischen Präferenzen gemacht. Das macht die ganze Debatte ja so traunig.

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In einem Nebenaspekt:
Es fällt bei dieser causa übrigens auf, daß offenbar viele der jüngeren Twitterer gar kein Bewußtsein für die Nullerjahre und die ganzen Ereignisse und Hintergründe um "dotcomtod", das "Blogbar"-Buch und die New Economy, die Kämpfe um Blogs und Attacken auf (und aus) der Verlagsszene haben. In einer auf Twitter rumgreichten sich selbst so bezeichnenden "Analyse" wurden gar die Angriffe auf StudiVZ als "Beweise" angeführt. Da denkt man doch: Meine Fresse! Keine Ahnung von den Samwer-Brüdern und deren Auftreten zu der Zeit, keine Erinnerung an die berüchtigte sogenannte "Klo-Affäre", die in heutigen "me-too"-Zeiten allein schon gereicht hätte, diesen Laden achtkant in einem Shitstorm über die Social-Media-Meere zu jagen.

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Damals waren die noch zu klein, um das mitzubekommen. Und heute sind sie zu träge, um zu recherchieren - oder halt viel zu sehr damit beschäftigt, rumzumeinen.

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Ich komm öfter da vorbei (Sohnemann wohnt ja um die Ecke) und kuck immer noch jedesmal hoch. Brennt Licht?
Und immer mit einem Lächeln, seh ich dann doch den Mark vor mir, wie er damals in der Gegend rumgeschickert ist.
War aber auch eine tolle Wohnung. Ist sie wohl immer noch.
An lauen Abenden sitz ich auch gern am Alten Meßplatz. Da gibt's immer was zu sehen.
Treffpunkt für Bewohner und Kinder (Wasserfontänen!), Kunst am Einraumhaus, Musik von der Feuerwache - hat sich sehr positiv entwickelt da und wird von so ziemlich allen anscheinend gerne angenommen.

(Dass ein Eintrag über die Neckarstadt-West in Richtung Don A. abdriftet, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Passt wie Waldhof-Hools an den Tegernsee.)

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Kurz nach dem Umbau fand ich den Messplatz erst mal ziemlich steril, aber es war mir klar, dass es seine Zeit brauchen würde, bis die Atmo stimmt. Der Zustand vorher war ja auch nicht so der Hit, da hatten die Karnickel mehr Spaß als die Anwohner. Sehr angetan war ich beim letzten Besuch dort auch vom Kiosk am Neumarkt. Zeigt, dass doch nicht überall nur Verfall und Stagnation herrscht.

Übrigens hattet Ihr ja Euren Beitrag geleistet, die sehr sanierungsbedürftige Bude wohnlich zu machen: Ich weiß noch, wie Du und Deine Frau die Küchendecke fachmännisch tapeziert habt, während Euer Sohnemann die Wohnung mit Heizungslack verschönerte.

Alles in allem war es ein hartes Stück Arbeit, die Wohnung auf den Stand zu bringen, den Du kanntest. Ich weiß gar nicht, wieviele Säcke Moltofill wir da verballert haben und wie oft wir mit Deckfarbe über den gigantischen Wasserfleck an der Wohnzimmerdecke drüberpinseln mussten. Mit etwas mehr Geld und Energie hätte man auch noch den Fliesenboden neu fixieren und herausputzen können, aber dafür waren wir ab einem gewissen Punkt einfach zu ausgelaugt.

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haha, hat echt einer okay boomer geschrieben. well played, millennial!

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die Diskussion hier hat zu meinem Verständnis für die Elektromechanik von Netzdebatten beigetragen. Ein account beschimpft den anderen . . .usw.


Den roten Sandstein mag ich, da beginnt ein gewisses mediterranes Gefühl für Menschen nördlich des Main.
Wer gerade heute, November, durch eine Berliner Meile flaniert, wird den Unterschied zum Topos Mannheim schnell bemerken.
War ich damals froh, um die Weihnachtszeit durch Düsseldorf zu kommen: konsumverweichlichter Westdeutscher.

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Der rote Sandstein kommt in Mannheim vor, aber nicht auf diesem Bild. Das rote hier ist Backsteinmauer, und die Kombination mit Fassadenelementen aus Sandstein ist sehr typisch für die dortige Bauweise von Häusern aus der Jahrhundertwende. Davon sind recht viele stehengeblieben, und so hat die Neckarstadt ein bisschen was vom Prenzelberg vor der großen Gentrifizierung.

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(À propos stehenbleiben, „Der Erste, der Zeit hat und den Abbruch vornimmt, bekommt den Zuschlag. Insofern sind wir kurz vor dem Abriss“ und ähnliche verkehrsplanerische Perlen bekommt man hier im Moment fast stündlich serviert.
Der Radler summt "Hoch lebe die Betonfee" und bleibt lieber auf dieser Seite. Denn da drüben liegen die Nerven blank.)

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Puh. Da bewahrheitet sich mal wieder die Regel von Generallfeldmarschall Moltke: „Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus.“

Aber gut, wirklich vorherzusehen war das nicht, dass nun all die schönen Pläne für die Hochstraße Nord Makulatur sind, weil es die Hochstraße Süd schneller zerbröselt. Bin nur froh, dass meine Mutter das nicht mehr miterleben muss. Auch wenn Dreck und Lärm vielleicht nicht bis zu ihrem Alterssitz in der Pranckhstraße durchgedrungen wären, allein der Heckmeck für die Besucher von der anderen Rheinseite hätte schon völlig gereicht.

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jetzt schau ich nach ein paar jahren wieder rein und bekomme auf dieser ersten seite alle informationen, die ich brauche. mark strampelt noch, alle anderen sind auch noch da, querulantenkommentariat darf ebenfalls weiterhin hier diskutieren. \o/

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Wo haben Sie die ganze Zeit gesteckt, Herr vert?

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gute frage. als experte für jobjonglage und kompliziertes privatleben hatte ich irl zwischenzeitlich einige selbstverschuldete und anstrengende extraaufgaben, über die man dann nicht so schreiben möchte (also manche schon, aber ich halt nicht). jetzt ist es nicht mehr kompliziert, aber dennoch mit ner menge arbeit behaftet:)

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