Freitag, 24. August 2012
Digitalisieren wir uns zu Tode?
Ach, ich wollte hier in der Dunkelkammer doch noch eine schöne Strecke mit Bildern aus dem Urlaub pflastern, aber da sind schon wieder so viele Verpflichtungen, Liegengebliebenes in stillem Protest auf dem einen Haufen, in dem anderen Ablagekörbchen akut Dringliches, am Horizont schon wieder familiär bedingte Kilometerfressorgien die A 3 rauf und wieder runter. Also was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja, eine Momentaufnahme aus dem Urlaub hat es auf die FAZ.NET-Startseite geschafft. Als die bestehe Ehefrau von allen auf Koufonisi die drei Mädchen mit ihren digitalen Daddelkistchen ablichtete, hatte ich noch keinen Blassen, welches mein erstes FAZ-Blogthema nach dem Urlaub sein würde. Aber zu der düsteren Diagnose des Hirnforschers Manfred Spitzer, wir uns unsere Kinder würden uns das Hirn wegdaddeln, passt die Aufnahme doch ganz gut.

... comment

 
Hat eigentlich schon mal jemand erforscht welche Spuren der Verwüstung diese so genannten „Waschmaschinen“ an den Handwäsche-Fähigkeiten deutscher Hausfrauen angerichtet haben?

... link  

 
Also ganz verlernt
haben meine Frau und ich es nicht. Im Urlaub kamen die rudimentären Fähigkeiten und R** in der Tube wieder zum Einsatz. Aber meine Oma hätte wahrscheinlich das kalte Grausen gekriegt, wenn sie dem Schauspiel hätte beiwohnen müssen. ;-)

... link  

 
Bei Urlaubs-Handwäsche bin ich immer total glücklich, das es nur T-Shirts und Socken sind, und nicht die Bettlaken …

... link  

 
;-)
Der Versuch, weiße T-Shirts und Shorts mit Handwäsche wieder richtig weiß zu kriegen, lehrt einen auch so die Grenzen dessen, was mit Handwäsche im Waschbecken und Tubenwaschmittel geht.

... link  

 
VersuchenSe mal heutzutage ein Waschbrett zu bekommen. Von einem gescheiten waschkessel ganz zu schweigen.

Großindustrielle Verschwörung zur Unterwanderung der Häuslichkeit.

... link  

 
Im Wohnheim (Baujahr 74, alles noch Originalausstattung) hatten wir im Waschraum ne richtig riesiege Spüle mit zwei Becken nebeneinander. Da konnte man super Handwäsche machen. Wenn ich jetzt mal schnell per Handwäsche was durchknitschen muss, fluche ich über unser einzelnes kleines (normal großes) Waschbecken.

... link  


... comment
 
Merkwürdigerweise denke ich nicht unbedingt an Verblödung, sondern an Singularität, wenn man das erweitert denkt...

(Das Buch, in dem ich zum ersten Mal davon gelesen habe, ist reichlich bescheiden, aber die Idee finde ich nach wie vor großartig - wenn auch mit kleineren Ausnahmen. ;) )

Aber was will Kind heute denn auch bitte anderes machen? Schließlich lauert an jeder Ecke ein Kinderschänder und die Adoptionsklau-Mafia, jawohl! (Persönlich kenne ich keine Eltern, die in der Beziehung nicht ein bisschen Gaga im Kopf wären...) - Ich habe als Kind in meiner Freizeit keinen Fuß vor die Tür gesetzt, wenn ich nicht gerade an Mamas Hand zum Einkaufen oder zur Grippe-Impfung geleitet wurde.

... link  

 
Das Stichwort
(im Sinne von "technologische") Singularität habe ich im Beitrag selber zwar nicht untergekriegt, aber im weiteren Diskussionsverlauf zumindest mal erwähnt, um auch eine andere als die verblödungs-apokalyptische Denkrichtung aufzuzeigen.

Ich hatte das auch schon mal im Rahmen eines früheren FAZ-Beitrags behandelt, es istja durchaus nicht nur eine Vorstellung von kommendem Flausch, auch da gibt es durchaus vernünftige Gründe, nicht das Paradies auf Erden zu erwarten.

... link  


... comment
 
Das
permanentes Gedaddel verblödet, na ja, denke ich auch nicht und da bin ich ganz bei dir.
Was aber in jedem Fall zutrifft, ist die damit einhergehende Bewegungsarmut. Daraus resultierend Fettleibigkeit und motorische Störungen bei Kindern und Jugendlichen.
Ist an der Gesamtschule meiner Jungs ein ganz großes Thema.

... link  

 
Das Thema Bewegungsarmut
und was da noch dranhängt halte ich auch für den gravierendsten Aspekt an der ganzen Sache. Das war aber auch schon Thema in den frühen 90ern, als es noch um Couch Potatoes vor der Glotze und Gameboys ging. Zu dem medienmitbedingten Mangel an Bewegung kommen auf dem Weg zur Fettleibigkeit noch paar Faktoren dazu, die abartigen Dosen an Zucker, die sich die Kids in Form von Limonaden, Eistees, Süßkram und was weiß ich noch alles einfahren. Und bei den jüngeren Kindern wird der Bewegungsdrang vielfach von übervorsichtigen Eltern ausgebremst, die wegen jeder Schramme gleich am liebsten den Notarzt mit Blaulicht rufen würden und deswegen dem Kind prophylaktisch auch möglichst gar keine Chance mehr lassen wollen, von einem Klettergerüst zu fallen oder dergleichen. Mir fallen da bei weiterem Nachdenken noch viel mehr Problemfelder ein, angesichts derer ich die (nicht komplett unbegründeten) Digitalsierungssorgen des Herrn Spitzer für ziemliche Nebenschauplätze halte.

... link  

 
So ähnlich sehe ich das auch. Das "Ausbremsen übervorsichtiger Eltern" ist ein echtes Problem.

Ein Beispiel: Wir haben einen ehrer "unscheinbaren" Hund und vor einiger Zeit hat sich ihm ein Junge unbedarft genähert, als er vor einem Geschäft angebunden war. (Der Hund, nicht der Junge ... obwohl das einige Eltern wohl auch öfter tun würden, wenn sie es dürften). Auf jeden Fall lief da was schief und der Hund schnappte kurz nach der Hand des Kleinen. Nichts dolles, er fing sich nur einen kleinen Kratzer am Zeigefinger ein. MAN SAH BLUT. Habe mich ernsthaft entschuldigt, der Mutter meine Telefonnummer gegeben und ihr versichert, dass meine "Bestie", äh, mein Hund geimpft ist. So richtig zugehört hat sie mir allerdings nicht. Die war in Panik, hat den Sohnemann sofort im Auto verstaut und war weg vom Fenster. Später hat sie mich dann angerufen. Sie war mit ihm beim Arzt und der wiederum hat sofort ein Antibiotikum verschrieben.

Der Kleine tut mir leid. Weniger, weil er von einem unbekannten Hund erschreckt wurde, (ich hoffe, er lernt aus dieser Erfahrung), sondern eher wegen seiner Mama, die mit Sicherheit nicht nur in solchen "Extrem-Situationen" hysterisch reagiert.

Der wird für´s Erste wohl nicht die Chance haben, von einem Klettergerüst zu fallen oder gar mit einem Fahrrad zu stürzen.

... link  

 
Als Mutter eines Kindes, was in blaue Flecke in allen Farbschattierungen hat, Laufrad fährt als gäbe es kein Morgen (die Sache mit der Schräge haben wir gemeistert), kopfüber am Klettergerüst hängt und grundsätzlich ausprobiert, wie man Spielplatzgeräte kreativ bespielt, wäre ich mit dem Lütten aber auch zum Arzt gegangen.

Als im Mai der Nachbarsbesuchshund ein Mädchen aus der Nachbarschaft gebissen hat war meine Reaktion auch eher unflätig. Da sah man den Zahnabdruck schwarz werden während wir die Wunde noch wuschen. Kind war danach auch beim Arzt.

Gleichzeitig wissen die Tiger auch, dass man nicht jeden Wauzi anfasst.

Ich würde mich nicht für übervorsichtig halten. Andere Eltern halten mich eher für risikofreudig wenn sie es freundlich ausdrücken, es fielen auch schon Sätze wie "ist ja schön wenn dir egal ist wenn die Kinder sich die Augen ausstechen. Mir nicht".

Was mich zum nächsten Punkt bringt: es gibt übervorsichtige Eltern. Meinem Eindruck nach verstärkt Eltern, die mit höherem Bildungsabschluss rumlaufen und erst relativ spät Eltern geworden sind, Mütter eher als Väter. Das haben wir hier in der Strasse ein paar Mal und führt zu Sätzen wie "ich finde das aber zu gefährlich wenn die Kinder im Sandhaufen spielen weil sie verschüttet werden könnten und dabei sind schon Kinder gestorben."
Baustellenbedingt hatten wir hier 2 Sommer lang riesige Sandberge, Kieshaufen, Steinlieferungen und beeindruckende Gruben samt Absperrgitter. Das fanden besagte Eltern endgefährlich. Klar fand ich die Aussicht, mein Kind könnte auf den Bagger klettern und von da aus in die Baugrube fallen und mit Zement überschüttet werden eher unprickelnd. Ich fand sie aber auch eher unrealistisch.

Am Ende hängt es wahrscheinlich davon ab, was man selbst als Kind so angestellt hat- bei ein paar unserer Spielideen wären einige heutige Eltern wahrscheinlich mit Blaulicht wegen akutem Herzkasper abtransportiert worden.
Ich sag mir immer, wir haben das überstanden, von den Kindern auf dem Kindergartenfotos leben fast alle noch und die Ausfälle, die da sind, erklären sich mit Alkohol am Steuer (also eher nicht im Kindsalter) und einmal mit Krebs.

Wie viele Eltern eigentlich übervorsichtig sind ist finde ich eine sehr gute Frage. Die Junx&Mädels mit den blauen Knien fallen nämlich weniger auf als die kreischende Mama, deren Herzblatt grad einen Ball abgekommen hat.

... link  

 
Bei der Geschichte mit Hund
wäre ich vermutlich auch nicht ultralocker, man weiß ja, dass Hunde ihre Beute nicht direkt mit dem Biss töten, sondern per Blutvergiftung aufgrund mangelnder Zahnhygiene. ;-))

Große Sandberge, wie sie auf Baustellen vorkommen, sind tatsächlich nicht ganz ohne. Meine Begeisterung hielte sich da auch in Grenzen, andererseits kann man nun mal nicht alles verbieten und rund um die Uhr überwachen. Mir ging es weiter oben auch mehr so um Mütter auf dem Spielplatz: Der Dreikäsehoch schickt sich an, die erste Stufe auf irgendein Spielgerät zu erklimmen (viel weiter wird er eh nicht kommen, weil ihm eh schon von der einen Stufe fast die Puste ausgeht), schon kreischt das Muttertier mit mühsam unterdrückter Panik von der Sitzbank: "Nicht so hoch, Malte-Torben, Du könntest runterfallen und Dir ganz doll weh tun!"

Vielleicht wären wir auch so geworden, aber da muss ich die Erzieherinnen der Firmenkita loben, in die unsere Lütte am vorigen Wohnort drei Tage die Woche ging). Da war was Klettereien und dergleichen angeht die Policy, erst mal machen lassen, von selber würden Kleinkinder im Normalfall eher nichts unternehmen, was sie überfordert. Und was soll ich sagen, so hat man das in der städtischen Kita auch im großen und ganzen gehandhabt, und wenn ich beim Abholen meine Tochter nicht auf den ersten Blick beim Sandkasten oder auf Fahrgeräten gesehen habe, musste ich oft nur hoch in den Baum gucken, ob da irgendwo ein Ast wackelt oben in der Krone. So hoch wie unsere Kletterkönigin hat sich nie ein anderes Kind getraut. Und in den 30 Jahren, seit es diesen Kindergarten gibt, ist nie ein Kind mit ernsten Folgen vom Baum gefallen.

... link  

 
von selber würden Kleinkinder im Normalfall eher nichts unternehmen, was sie überfordert"

Seit ich das Kind vom brüderlichen Spielzeugregal geholt habe (er kam rauf, aber nicht runter) bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Aber: er rief um Hilfe als er merkte, dass da was nicht so klappt wie geplant.

Bei der Sache mit dem Hund bin ich vor allen Dingen durchgetickt weil besagter Hund in der Woche bereits ein Kind angefallen hatte und morgens alleine Gassi ging. Da der Zaun zwischen den Grundstücken nicht die Berliner Mauer oder der koreanische Tidesstreifen ist, sondern eher symbolisch gemeint ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Viech illegale Grenzübertritte tätigen würde.

Das ging mit ihrem 15 Jahre alten Hund immer prima, das Viech war altersdement und grundfriedlich. Manchmal verwechselte es die Türen und lag dann bei uns in der Küche.
Aber das kann man nicht mit jedem Hund machen.

... link  

 
Die Aussage
über Kleinkinder und ihre Unternehmungen bezog sich auch ausdrücklich auf Spielplatz, Gruppenraum und ähnliche Umgebungen. Dass die Kurzen in der Wohnung und anderswo durchaus Dinge anfangen, denen sie dann doch nicht gewachsen sind, wurde mitnichten im Abrede gestellt.

Ich hatte es wahrscheinlich schon mal zum besten gegeben mit der 5 m hohen Rutsche im Biergarten (vor dem Umbau, schon etliche Jahre her): Da ist die Kleine einem größeren Jungen hinterhergewatschelt, der nicht die Treppe nach oben nahm, sondern die Rutschfläche hoch lief. Es war schon schlicht zu spät, um von unserem Tisch aus einzugreifen, und rufen wollten wir dann auch nicht, um sie nicht aus dem Tritt zu bringen, aber wir saßen ziemlich blass da, bis sie endlich oben war. Sie hatte da auf dem Weg nach oben mit ihren kleinen Füßchen so eine traumwandlerische Sicherheit, dass jedes "Vorsicht" oder "pass auf, Du könntest runterfallen" wahrscheinlich zur self fulfilling prophecy geworden wäre.

... link  

 
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: "das mit dem Hund" hat mich auch beunruhigt, "locker gesehen" habe ich das nicht. Nach der ersten Schrecksekunde hatten sich aber alle "Beteiligten" - abgesehen von der Mutter - wieder gefangen; der Junge blickte mich daraufhin eher verwundert als erschrocken an.

Auf Spacken, die ihre gestörte Persönlichkeit auf Hunde übertragen und sie dann frei herumlaufen lassen, bin ich nicht gut zu sprechen; von diesen Kampfhund-Arschlöchern ganz zu schweigen.

... link  

 

In der Drogerie in der elterlichen Pampa hab ich es mal erlebt, wie eine Oma mit Enkel einkaufen war. Dabei trug sich folgendes zu:

Enkel greift nach diesen kleinen Einkaufswagen für Kinder
Oma: Vorsicht.
Enkel schiebt Einkaufswagen an den Regalen entlang. Es soll offensichtlich Zahnpasta gekauft werden.
Oma: Vorsicht. Sei vorsichtig beim rausnehmen.
Kind: Wenn ich immer vorsichtig sein muss, wo muss ich denn dann mal nicht vorsichtig sein?

Das arme Kind. (Es passiert oft auch Blinden, dass sie von vorwiegend älteren Frauen, die helfen wollen und die dabei ganz und gar nicht hilfreich sind, ein "Vorsicht!" entgegengeschleudert kriegen - "hier lang können Sie nicht gehen, Sie müssen dort *fuchtelt wild mit den Armen* lang gehen! Nicht auf die [auf dem Nachhauseweg zu überquerende] Straße gehen!".)

Und zum Thema Kinder und Hunde: Ich hab es auch mal gesehen, wie eine Erwachene einem (nicht ihrem) Kind gesagt hat, dass der Hund, an dem das Kind gerade interessiert war (es beruhte auf Gegenseitigkeit), das Kind beißen will. Die Körpersprache des Hundes drückte ganz klar aus, dass der Hund sich freute, dass er einen Spielkameraden gefunden hat. So lernen Kinder auch nicht, fremde Hunde einzuschätzen.

... link  

 
Kind: Wenn ich immer vorsichtig sein muss, wo muss ich denn dann mal nicht vorsichtig sein?

Unbezahlbar, diese Frage. Aber so sehr wir uns auch bemühen, Töchterlein möglichst angstfrei zu erziehen - in Sachen fremde Hunde raten wir auch zu Abstand halten, nicht streicheln, es sei denn, der Halter lädt ausdrücklich dazu ein und meine Frau und/oder ich billigen das. Klingt vielleicht kompliziert, aber im Großen und Ganzen hat das bisher gut funktioniert.

@dlog: Kam schon bisschen so rüber, als ob Sie's als Lappalie gesehen hätten. Aber sei es drum: Im Zweifelsfall hätte ich mir bei der Geschichte als Elternteil eine hysterische Reaktion schon deshalb eher verkniffen, um meinem Kind nicht noch das Gefühl zu geben, es wäre schlimmer als es ist.

... link  

 
Eben drum:
@mark793, genau darauf wollte ich hinaus.

War weder eine Lappalie, noch eine Katastrophe. Eine hysterische Reaktion aber ist genau das Falsche in so einem Fall. Stichwort "self fullfilling prophecy".

... link  

 
Hunde&angstfrei
ist hier ein schwieriges Thema. Grosser Tiger war knappe 2 und saß im Fahrradanhänger, daneben hatte ich den Einkaufskorb geparkt in dem sich auch die Fleischereitüte befand. Grosser Tiger war noch angeschnallt, ich schloss grad das Rad ab als eine Nachbarin mit ihrem "Kind" (ihr Ausdruck; andere würden es als fiese, fette, untergroße verzogene Promenadenmischung auf Stummelbeinen bezeichnen) vorbeikam. Und in den Anhänger sprang und in seinem Bemühen, an meine Einkäufe zu kommen, aggressiv wurde. Auf dem Tiger, der total unraubtiermässig reagierte und brüllte, was den Köter agggressiv machte. Ich greif den Hund (der meine Fleischtüte im Maul hat) am Kragenfell und expediere ihn aus dem Anhänger. Besitzerin hielt die Leine fest und sagte die ganze Zeit "aber lass' das doch".
"Ja, wenn er Fleich riecht kennt er kein Halten" war ihre Erklärung. Ich fand das etwas dünn.

Mit dem zerkratzten Tiger war ich auch beim Kinderarzt- ich wusste nämlich nicht, ob er die nötigen Impfungen schon hatte und bei der Hundehalterin wusste ich auch nicht, ob der Köter nicht seuchentechnisch bedenklich war. Da es kein Biß war kamen wir an dem Meldebogen an die Krankekasse nochmal rum. Bei Hundebissen fragen die nämlich automatisch nach "wem gehörte das liebe Tierchen denn?".

Jedenfalls hat sich der Mist eingeprägt gehabt. Bis vor grob 2 Jahren waren Hunde ein ganz übles Thema. Er sah den senilen Nachbarhund und rannte rein. Dadurch, dass dieses Felltier aber wirklich grundenspannt war, konnten wir ihn im Lauf der Zeit überzeugen, dass nicht alle Hunde ihn fressen wollen. Misstrauisch bleibt er bei kleinen Hunden- große Hunde sind mittlerweile ziemlich ok.

Ziemlich gute Erfahrungen haben wir mit Punks und ihren eher großen Hunden gemacht.
"Ey, hat der Kleine ein Problem mit Hunden?"
Ja.
"Okay, wo wollt ihr denn lang?"
Warum?
"Dann gehen wir woanders lang"

Das stand in krassem Gegensatz zum Polohemd-mit-Hochklappkragenträger, dessen Köter beim Stockchenholen mal das Kinderfahrrad rammte. Einzelfall, aber trug nicht zur Situationsentspannung bei.

... link  

 
@Mark 23:37
Genau das mein ich aber. Wenn man dem Kind beibringt, bei fremden Hunden, die angebunden sind, Abstand zu halten, dann ist das sinnvoll. Wenn man dem Kind aber grundsätzlich sagt, dass Hunde einen beißen wollen und dann trifft das Kind einen Hund, der ausgebüchst ist, führt das mit ziemlicher Sicherheit dazu, dass das Kind wegrennt (am besten schreiend oder quiekend), was wiederum bei fast allen Hunden, die noch zum Rennen fähig sind, den Jagdtrieb oder den Spieltrieb (der dann sehr grob ausfällt) weckt. Wenn man dem Kind dagegen Respekt, aber nicht Angst vor Hunden beibringt, steigt die Chance, dass das Kind in so einer Situation nicht in Panik verfällt, sondern um den Hund einfach einen möglichst großen Bogen macht.

... link  

 
Kann ich absolut nachfühlen.
Ich dürfte etwa drei Jahre alt gewesen sein, da hat mich der Schäferhund des Nachbarn mal böse am Ellbogen erwischt. Hatte ziemlich lange sehr große Angst vor Hunden, wechselte selbst wegen entgegenkommenden Dackeln und dergleichen die Straßenseite. Hat sich irgendwann auch wieder einigermaßen normalisiert, aber völlig sorgenfrei werde ich da wohl nie sein.

... link  

 
Er ist mittlerweile recht entspannt. Der Hund des besten Freundes wird sogar an der Leine geführt und der Nachbarwelpe (nachdem der uralte Hund das Irdische hinter sich liess kam ein neues Flauschbündel) ist total cool.

Der Hund muss nur groß genug sein. Ich finde die Körpersprache von großen Hunden auch einfacher zu lesen.

Meine Schwiegermutter drängte damals auf profi-therapeutische Maßnahmen plus die Anschaffung eines Hundes damit er sich dran gewöhnt, was uns aber nicht ganz so wichtig erschien. Man muß ja keine Hunde mögen.

... link  

 
Ich habe null Probleme mit Hunden
(und wurde auch nie von einem gebissen - obwohl ich gerne, unter Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen, Hunde beim Einkaufen streichle), aber kleine Hunde sind mir auch eher suspekt. Nicht alle, aber relatiiv viele. Erstmal neigen sie sehr dazu, kleine Giftzwerge zu sein, und ja, die Körpersprache ist bei großen Hunden besser zu lesen. Wobei ich bei kleinen Hunden manchmal vermute, dass sie von ihren Besitzern so sehr vermenschlicht (und natürlich verzogen) werden, dass der Hund irgendwann seine hundischen Verhaltensweisen nicht mehr richtig beherrscht. (Eine Ausnahme von dieser Kleine-Hunde-Regel ist der Freddy, dessen Besitzerin oft gleichzeitig mit mir einkaufen geht. Da Freddy sehr oft friert, freut er sich über jeden, der ihn streicheln kommt und an den er sich randrücken kann.)

... link  

 
das Problem ist am anderen Ende der Leine zu suchen:
bei einem großen Hund weiß jeder, dass er das Tier erziehen muß, daß es viel Bewegung braucht, daß er der Boss sein muß, kurz: daß das ein Hund ist. Das alles leuchtet anscheinend vielen der Kleinhundehalter weniger ein. Wer seinen Hund als "unser Kind" bezeichnet, sagt relativ klar, wo er den Fehler gemacht hat. Da stimmte mir letztens sogar ein Doggenbesitzer zu. Er saß im Bus hinter uns, Doggenkopf aufgrund von Doggenhöhe auf bequemer Augenhöhe des Grossen Tigers, dem das denn doch unheimlich wurde. War aber ein gut erzogenes Tier, der Besitzer stellte uns dann vor und am Ende entspannte sich sogar der Tiger.

Wer seinen Hund vor allem als Kuschelchen auf dem Sofa haben will ist mit einem Plüsch-Hund besser bedient.
Besagter Köter wurde genau ein Mal um den Block geführt, dauerte genau so lange wie er brauchte um zu kacken. Daß das Tier dabei irgendwie seltsam wurde... wundert das wen?

... link  

 
Meine kleine Tochter liebt Hunde und streichelt sie total gerne. Sie hat mir letztens gezeigt wie man das richtig macht.

1. Offensiv von vorne auf den Hundehalter zu gehen (also nicht hinterrücks Mensch und Tier beschleichen) und fragen: „Darf ich Ihren Hund streicheln?“

2. Bei Zustimmung vor dem Tier in die Hocke gehen, vorsichtig die Hand zum dran schnüffeln anbieten.

3. Hat der Hund positiv reagiert, erst sachte streicheln, dann das volle Programm.

4. Hunde ohne Begleitung sind Tabu.

Also, ich bin mit der Taktik einverstanden. Was sagen die anwesenden Hundebesitzer?

... link  

 
Ich bin weder Hunde- noch Kinderhalter, aber genauso würde ich es auch jedem empfehlen, egal ob Kind oder Erwachsener.
Grundsätzlich fragt man doch immer, bevor man fremde Sachen anlangt und grapscht nicht einfach hin.

... link  

 
Gelesen auf www.belauscht.de:

„Wuppertal, in der Schwebebahn.

Neben mir sitzt ein breit gebauter Mann (ca. 28 Jahre) mit dicker Bomberjacke und Kampfhund. Zwei Stationen später steigt eine junge Frau ein. Sie beginnt nach kurzer Zeit den Hund zu streicheln.

Er: “Ey, normalerweise fragt man vorher ob man den Hund streicheln darf!”
Sie: “Ich liebe Hunde über alles.”
Er: “Ja ey, ich liebe Frauen auch über alles, aber die muss ich auch vorher fragen ob ich sie streicheln darf.”

... link  

 
Haha,
gut gegeben. Ansonsten würde ich sagen: Deine Tochter macht das genau richtig.

Frage mich gerade, ob sie unser Hundi noch erlebt hat. Oder ob das schon Geschichte war, als Ihr das erste Mal bei uns wart.

... link  

 
… leider schon Geschichte. Ich liebe es berühmte Hunde der Blogsphäre zu streicheln, und er/sie währe der Höhepunkt meiner Sammelleidenschaft gewesen. Und meine Kleine kann von Hunden nie genug bekommen. Sie weiß, das wir Asthmatechnisch keinen halten dürfen, und reisst sich schon mal von der Hand, wenn sie unterwegs einen Hund sieht der gestreichelt werden könnte …

... link  

 
Oh,
da habt Ihr nun wirklich was verpasst, ein weicheres Bauchfell zum Kraulen hatte die Welt noch nicht gesehen, und wenn man sich vor Augen hält, dass ich Hunden jahrzehntelang eher gleichgültig bis ablehnend gegenüberstand, dann musste schon was besonderes kommen, um das zu ändern.

... link  

 
Pah.
Das allerweichste Bauchfell von allen Tieren der Welt hat immer noch meine eine Nachbarskatze. Die Menschen unnötig findet und sich deshalb nur bei bestimmten Wetterlagen und praktisch nie auf dem Bauch streicheln lässt. (Als sie nach 10 Jahren plötzlich anfing zu schnurren, wollte ich schon Nachbars Bescheid geben, dass ihre Katze kaputt ist.)

... link  


... comment
 
Kurz mal Off-Topic ("in eigener Sache")
Danke für den Kommentar zu meinem "Pillen-Post" und die darin enthaltenene Warnung. Eigentlich müsste sich die SZ doch freuen, wenn man ihre Artikel in der Blogosphäre verstreut. Aber gut, werde mir den Hinweis zu Herzen nehmen und das Post löschen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mein Blog nicht zur Zitiermaschine etablierter Zeitungen verkommen sollte. Habe übrigens auch mal aus einem taz-Blog zitiert. Ob die mir das ähnlich krumm nehmen könnten?

Wie dem auch sei, so viel bis aufs Weitere zu den Themen "Mediengesellschaft" und "Transparenz im Netz".

... link  

 
Die "SZ"
(und mehr noch die "FAZ", für die ich bisweilen blogge) kann da durchaus empfindlich sein. perlentaucher.de, wo im Grunde auch nichts anders stattfand als auszugsweises Präsentieren von Zeitungsinhalten mit entsprechender Quellennennung, bekam diese Praxis von den überregionalen Zeitungshäusern untersagt. Jetzt, wo die Diskussion um das sogenannte Leistungsschutzrecht noch kocht, wird man wohl hoffentlich nicht so instinktlos sein, an einem kleinen Blogger ein großes Exempel zu statuieren. Aber so eine nahezu komplette Übernahme eines Interviews ist vom Zitatrecht beim besten Willen nicht mehr gedeckt. Mehr als ein, zwei Sätze würde ich in einen Lesetipp mit Link zur Quelle nicht übernehmen.

... link  

 
Moment!
Wenn ein Blogger auch nur auszugsweise den Autor und damit auch die Quelle (in unserem Falle also eine Zeitung) angibt, so trägt er doch meinem Verständnis nach zu der Verbreitung des zitierten Mediums bei, ohne sich, sagen wir, "mit fremden Federn zu schmücken".

Er, der Blogger, begeht in diesem Fall doch kein Plagiat, sondern er ZITIERT. Und so etwas ist in jedem Referat, in jeder Hausarbeit, in jeder These, in jeder wissenschaftlichen Arbeit und in jeder anderen schriftlichen Veröffentlichung zulässig.

Nochmal: der ZITIERENDE trägt NUR zur VERBREITUNG von Texten und den ihnen enthaltenden Gedanken bei, OHNE den Anspruch darauf zu erheben, es seien seine eigenen.

Das Problem liegt woanders. Da man als gewöhnlicher Blogger wohl aber nicht dazu in der Lage ist, es zu lösen, sei empfohlen, nur eigene Worte zu gebrauchen und sich höchstens zuweilen gnädigerweise auf Quellen zu beziehen, welche die Ehre wirklich verdienen, als Link zu leuchten.

... link  

 
Zitieren ist erlaubt, Vollzitate ohne vorherige Genehmigung des Autors allerdings nicht. Und wenn ich Herrn Marks Bemerkung richtig interpretiere, handelte es sich bei Ihrem Posting wohl eher um eine "nahezu komplette Übernahme eines Interviews" (ich habe Ihr Posting nicht gesehen).

... link  

 
@arboretum - Stimmt, ich hatte den Text vollständig übernommen.

... link  


... comment