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Samstag, 12. Oktober 2013
Mahlzeit - neues vom Radspocht
mark793, 10:05h
Das gestrige Regenband hat sich weiter nordwärts gewälzt, nur einige Schleierwolken hat der Wettergott ins Blau hineingetupft, es ist schwachwindig, kurzum: Das sieht recht gut aus für die heutige Radrunde. Ob wir uns zur großen Schleife mit 111 km Länge aufmachen oder es bei 75 km belassen, entscheiden wir am Start. Von den äußeren Bedingungen her spräche jedenfalls nichts gegen die Langstrecke, die nebenbei bemerkt auch das hier mehrfach erwähnte große Loch in der Landschaft umrundet. Man könnte nochmal einen Blick erhaschen auf den Immerather Dom, in dem dieser Tage die letzte Messe gelesen wurde. Leider lässt die Streckenbeschreibung auf der Vereinswebsite einiges im Unklaren, eine Karte mit den genauen Streckenverläufen wäre wirklich hilfreich gewesen. Im Vorjahr hatte mich ein übersehener oder anhanden gekommener Wegweiser auf Abwege kommen lassen. Aber das gehört zum spezifischen Charme solcher Ausfahrten, habe ich mir sagen lassen von Leuten, die damit mehr Erfahrung haben als ich.Jetzt, wo mich die Wetterlage nicht zwingend auf das Schutzblechrad festnagelt, stehe ich nur vor dem Problem, welches Rad nehme ich eigentlich? Die rotgraue Rakete, den Vintage-Franzmann oder sicherheitshalber doch den regentauglichen Olm mit den robusteren Reifen? (Und wie entscheiden das Bloggerkollegen, die noch viel mehr Räder zur Auswahl haben?)
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Dienstag, 8. Oktober 2013
Nur heiße Luft?
mark793, 09:54h

Grad gestern sprachen wir noch davon, wie lange es wohl dauern mag, bis das große Loch in der Landschaft südlich von Jüchen wieder verfüllt ist. Und heute lese ich in der "Süddeutschen", dass der Bergbaubetreiber RWE darüber nachdenkt, dem umstrittenen Tagebau-Projekt Garzweiler II vorzeitig den Stecker zu ziehen. Die großen Kraftwerke ließen sich kaum noch rentabel betreiben, wenn immer mehr günstiger Ökostrom im Netz ist. Entsprechend könnte der Abbau bereits in vier oder fünf Jahren gestoppt werden. Damit wäre der Erhalt etlicher Dörfer und Siedlungen gesichert, die nach bisherigen Planungen umgesiedelt und abgebaggert werden sollen.
Das ist ja mal eine interessante Entwicklung, zurückhaltend ausgedrückt. Mit dem Argument "Arbeitsplätze" und "Wirtschaftsfaktor" ist bislang noch jeder Einwand gegen den kaum gezügelten Landschaftshunger der RWE Power abgebügelt worden. Man darf davon ausgehen, dass sich der gut verdrahtete Energiekonzern im Gegenzug für dieses Entgegenkommen poliische Zugeständnisse an anderer Stelle erhofft. Und das Gejammer über die abnehmende Rentbilität, je nun. Was die Braunkohle die ganze Zeit für eine Lizenz zum Gelddrucken gewesen sein muss, mag man daran ermessen, dass die Gewinnmargen ja wohl ausgereicht haben, um die teuren Umsiedlungen ganzer Dörfer und Ortschaften sowie die Verbreiterung der Autobahn 61 mehr oder weniger aus der Portokasse zu bezahlen. Und wenn das alles so unrentabel ist: Warum steht die alte Kohlendioxid- und Rußschleuder Frimmersdorf immer noch unter Dampf, und warum genau musste dann unbedingt noch das neue Kraftwerk Neurath II her? Dass die Bagger tatsächlich vor den verbliebenen Ortschaften des projektierten Abbaugebiets haltmachen, glaube ich ehrlich gesagt erst, wenn es amtlich ist. Aber falls es tatsächlich zu einem vorzeitgen Stopp im Tagebau kommt, könnte ich mir vorstellen, dass es die Ortschaft Borschemich rechts der Autobahn noch erwischt und das große Loch dann entlang der A 61 endet.
Aber wie gesagt, ein Boot braucht man sich für den im Restloch geplanten See heute noch nicht zu kaufen.
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Freitag, 4. Oktober 2013
Friede den Schrauberhütten, Krieg den Glaspalästen!
mark793, 11:03h
Die "Service fällig!"-Anzeige im Auto meiner Frau hatte schon länger genervt. Und jetzt hat es grad ins Programm gepasst, meiner Liebsten das Darkmobil zu überlassen und ihr Sportbäckchen in die Werkstatt zu bringen. So in etwa weiß ich ja, was mich in solchen Glaspalästen für ein Getue erwartet, aber diesmal hat sich der Premium-Hersteller wirklich selber übertroffen. Die Terminabsprache orientierte sich nicht etwa an der Auslastung der Werkstatt, sondern daran, wann "mein persönlicher Serviceberater" Zeit für mich hat, das Fahrzeug entgegenzunehmen. Na gut, wenns der Wahrheitsfindung dient, denkt man sich und nimmt Platz, um mit Herrn Sowienoch vor seinem Computer die ganze Fahrzeughistorie durchzukauen beim Versuch herauszufinden, was jetzt eigentlich genau fälig sein soll. Ah, TÜV wäre im August fällig gewesen, aber das hat der ach so schlaue Bordcomputer natürlich nicht vermeldet. Naja, sei's drum, also TÜV und Abgasuntersuchung, Inspektion mit Ölwechsel, und Wechsel der Bremsflüssigkeit wäre auch mal wieder an der Reihe, nein, sonst ist eigentlich nichts aufgefallen. Und als ich mit Blick auf die Uhr grade denke, "Orrr, ham wers jetzt bald", sagt mein persönlicher Serviceberater (der im Übrigen der Bruder des nervigen Tankwarts an der Shell-Tanke sein könnte): "So, nun fahren wir das Fahrzeug mal in die gläserne Annahme". Das Procedere war mir neu, da gibt es also im vorderen Bereich des Glaspalastes ein Extra-Glaskabuff, zweigeteilt mit Hebebühnen, steril wie beim Zahnarzt, kein Tröpfchen Öl auf dem Teppich. Und da will herr Sowienoch das Fahrzeug in meinem Beisein genauer begucken. Aber bevor diese Darbietung stattfinden kann, muss der Audi-Mann erst mal das Auto meiner Frau hier rückwärts reinrangieren, und weil irgendein Heudeu seinen R 8 in die zweite Reihe gestellt hat, wo er nicht hingehört, kurbelt Herr Sowienoch erst mal einen großen Rangierbahnhof zusammen, bis das Auto endlich im Glaskabuff steht.
Dann das Klemmbrett geschnappt und die Batterieleuchte und große Begutachtung mit Mr.Wichtig-Gesichtausdruck, und ich denk mir so im Stillen, Junge, du bist doch kaufmännischer Angestellter, mim hier doch nicht den Checker, der auch nur eine Zündkerze auswechseln könnte, wenns drauf ankäme. Dann fährt er die Hebebühne hoch, und die knabenhafte Freude an diesem Großspielzeug dampft ihm aus allen Poren. Wieder großes Rumgeleuchte und "hm, hm"-Gegucke. Ah, da hat der Motor ein bisschen "geschwitzt", wie man so sagt, und ich kann mir den Hinweis nicht verkneifen, dass man das auch von oben sehen könnte, wäre da nicht diese alberne und unnütze Plastikabdeckung über dem Motor. Aber ich will da gar nicht ins Fachsimpeln kommen, meine Zeit ist ja auch Geld, und ich will diese Performance endlich hinter mir haben.
Aber ich mache mir keine Illusionen darüber, dass die Gage des Autochecker-Darstellers Herr Sowienoch und die aufwendige Hebebühnenhydraulik in der gläsernen Annahme nicht zu knapp in der Werkstattrechnung eingepreist sein wird. Als ich es dann ein paar Stunden später Schwarz auf Weiß habe (etwas über 500 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer), muss ich dann doch schlucken. Für die gleichen Arbeiten am Darkmobil (okay, die Kupplung muss man beim alten BMW meines Wissens nicht zwingend mit entlüften, wenn die Bremsflüssigkeit gewechselt wird), durchgeführt im markenunabhängigen Autohaus Yildirim, war ich vor zwei Jahren mit gerade mal 270 Euro dabei. Für das Richten des elektrischen Fensterhebers, der sich kürzlich mal verhakt hatte, hat das premiumtürkische Schrauberhaus meines Vertrauens ums Verrecken gar nichts berechnen wollen. Aber mit der Einstellung kommt man halt auch nicht zu einem Glaspalast...
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