... newer stories
Mittwoch, 22. Mai 2013
Auf diese Steine...
mark793, 13:08h

Mit blauem Himmel kriegt man mich ja immer, und bei entsprechend schöner Wetterlage könnte ich wahrscheinlich sogar der Fußgängerzone von Hannover oder dem Ludwigshafener Hauptbahnhof etwas abgewinnen. Aber Schwäbisch Hall hat mir mit seinem schmucken historischen Stadtkern schon sehr gefallen, und das lag auch (aber eben nicht nur) an dem strahlenden Maiwetter, das uns am Pfingstsamstag dort empfing. In der herausgeputzten Stadt und auf den Wiesen am Ufer der Kocher herrschte gemäßigter Festtagstrubel (den eigentlichen Höhepunkt des traditionellen Kuchen- und Brunnenfestes der Salzsieder am Pfingstsonntag haben wir gemieden). Das war so ein bisschen wie in dem berühmten Osterspaziergang im "Faust", wo es heißt, "zufrieden jauchzet Groß und Klein, hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein."

Nun ist das Städtchen ja auch Sitz der gleichnamigen Bausparkasse, dem unternehmerischen Inbegriff des häuslebauenden Spießertums, und angesichts all der graffitilosen Fachwerkmauern und der traditionellen Festtagstrachten bimmelt die innere Spießer-Alarmglocke natürlich ohne Unterlass. Die Frage, ob man als rollstuhlfahrende Transe afrikanischer Herkunft und jüdischen Glaubens dort ebensoviel Spaß gehabt hätte wie als Angehöriger der weißdeutschen Mehrheitsgesellschaft, ist sicher nicht ganz unberechtigt. Die Mehrheit allerdings ist in jeder Gesellschaft die allergrößte Plage, weil sie kaum jemals gewillt ist, ihre normativen Kräfte durch Selbstzweifel im Zaum zu halten, schreibt Max Goldt in seinem richtungsweisenden Aufsatz "Tätowiert, motorisiert, desinteressiert - der Kleinbürger zwischen Statistik und Traum". Was freilich nicht heißt, dass man als Angehöriger der Mehrheitsgesellschaft damit automatisch gegen jegliche Selbstzweifel gefeit wäre. Ich für mein Teil gehe jetzt mal meine Privilegien checken, wenn Sie verstehen, was ich meine.

... link (35 Kommentare) ... comment
Samstag, 18. Mai 2013
Abendrunde
mark793, 00:08h

Morgen dann wieder 400 Autobahnkilometer. Denke ernsthaft darüber nach, die linksrheinische Route (A 61, 10 Kilometer länger) zu wählen, um nicht schon wieder auf der sattsam bekannten A 3 durch den Westerwald zu kariolen. Ich mag diese Strecke eigentlich, aber wenn man sie zu oft fährt, nutzt sich die Freude etwas ab.
Beim Fahrradfahren stört mich das komischerweise weit weniger, immer wieder die gleichen Strecken zu fahren. Anderes Licht, anderes Wetter, andere Windrichtung macht schon einen Riesenunterschied, und besonders im Frühjahr verändert sich von Woche zu Woche so viel da draußen, da kommt einfach keine Langeweile auf.
... link (4 Kommentare) ... comment
Sonntag, 12. Mai 2013
Heute mal wieder Höherprozentiges
mark793, 23:59h

Erstmals in diesem Jahr den Mörderanstieg von Fähr Rödel nach Grünscheid unter die Räder genommen. Das sind gerade mal 100 Höhenmeter, aber die haben es in sich: laut Beschilderung 19 Prozent Steigung, diversen Radforen zufolge liegt das Maximum bei 20 Prozent. Nach den ganzen 9-12-Prozentern mit wesentlich mehr Höhenmetern am Stück, die ich um Ostern herum im Westerwald hinaufgekurbelt bin, hätte ich gehofft, dass mich dieser Anstieg heute nicht mehr so sehr schlaucht. Tja, Pfeidendeckel. Wie beim ersten Mal an der gleichen Stelle war ich kurz davor, vom Rad zu steigen und zu schieben. Von der Vorstellung, man könnte mit 10-Prozentern auf so einen steileren Anstieg hin trainieren, muss ich mich wohl verabschieden. Die einzige Methode, sowas besser zu bewältigen, liegt wohl darin, da möglichst oft raufzukurbeln. Was andererseits das praktische Problem mit sich bringt, dass dieser knackige Anstieg doch ziemlich weit weg von zu Hause ist. Zu weit jedenfalls, um mit dem Rad dorthin zu fahren und die Hügelrunde zu absolvieren.
Wie dem auch sei: Übers Knie brechen muss ich das jetzt nicht. Wenn in nicht mehr ganz drei Wochen die Blogsportgruppe die Neandertal-Rundfahrt (Abbildung zeigt den 2011er-Rundkurs) in Angriff nimmt, sind Bergwertungen dieser Kategorie eher nicht zu erwarten. Unter der Prämisse, dass nicht auf Teufel komm raus Tempo gebolzt wird, sollte mein derzeitiger Trainingsstand eigentlich ausreichen, um bei der 75-Kilometer-Runde nicht vor Erschöpfung aus dem Sattel zu kippen.
... link (22 Kommentare) ... comment
... older stories