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Montag, 19. September 2011
Voll die Hertel
mark793, 15:08h

Normalerweise schlägt diese Suchanfrage hier ein oder zwei Mal pro Woche auf. Aber seit ein paar Tagen kommt es ziemlich geballt. Nachdem unsere Nachbarin das ihr aufgeschwatzte Abo eines Klatsch- und Käseblatts kündigen konnte und ich die Titelseiten-Teaser nicht mehr im Vorbeigehen auf dem Treppenabsatz lesen kann, bin ich nicht mehr so ganz à jour, was das Ehe- und Familienleben von Adligen und Volksmusik-Stars angeht. Ich rätsle ja immer noch, wer dieser Stefan Mross überhaupt ist, war das nicht ein Ex-Stecher von der Brühler Filzball-Gräfin? Ach nein, der hieß Mronz und fuhr einigermaßen erfolglos Rennautos. War der Mross dann jener Trompeter, der im Verdacht stand, dass eigentlich ein anderer für ihn Tuten und Blasen tut? Und will ich das eigentlich wirklich wissen - würde mein Weltbild tatsächlich wanken, wenns so wäre? Oder würde ich denken, siehste, hab ich doch gleich geahnt, diese ganze ironiefreie Heile-Welt-Scheiße im Dilettantenstadl ist doch Volksverarsche pur? Zumindest würde mich ja interessieren, welches Erkenntisinteresse Zeitgenossen treibt, Tante Gu seit Jahr und Tag mit einer solchen Suchabfrage zu belämmern. Da muss es ja doch so etwas geben wie öffentliches Interesse - so abseitig mir das auch erscheinen mag.
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Samstag, 17. September 2011
Kleiner Grenzverkehr
mark793, 18:54h
So, heute nochmal da angesetzt, wo ich schon paar Mal vorzeitig kehrt gemacht habe - auf dem Weg ins gelobte Land des Fietsens, in unseren sympathischen Nachbarzwergstaat, der von einem weiblichen Hape-Kerkeling-Double regiert wird. Durch Mönchengladbach hindurch hatte ich zwischenzeitlich nicht mehr so ganz den Plan, aber der stete Wind aus West wies mir die Richtung, wo ich hinstrampeln muss. Nachdem sich abzeichnete, dass Roermond wohl allenfalls über die Autobahn gut zu erreichen ist, beschloss ich jenseits von Brüggen eine Grenzüberquerung in Richtung Swalmen zu wagen. Die letzten 8-9 Kilometer führten auf einem elend schlechten Radweg entlang der L 373 durch einen schier endlosen Wald, aber irgendwann, als ich schon nicht mehr dran glaubte, kam tatsächlich das blaue Schild mit den zwölf Sternen und der Aufschrift "Niederlande". Gleich hinter der Grenze lockt ein Supermarkt mit dem Hinweis "Alle deutschen Kaffeesorten". Ob es wirklich alle waren, habe ich nicht überprüft, aber ich hatte durchaus den Eindruck, dass das Pfund Kaffee hier rund einen Euro weniger kostet als bei uns. Ich war aber nicht zum Kaffeekaufen hier (und auch nicht auf der Suche nach einem Coffie Shop), sondern der Plan war, irgendwo eine diese dubiosen frittierten Großkroketten zu essen ohne drüber nachzudenken, was drin ist. Allein, es lockte nirgendwo auf meiner Route ein vertrauenswürdiger Imbiss, und so trat ich dann ohne "Kroket" im Magen den Rückweg an. Wer weiß, was mir erspart blieb. Der Westwind war jetzt jedenfalls mein Freund, und so schnurrte die Kette hurtig auf den kleinen Ritzeln auf dem Rückweg durchs Zweistromland zwischen Maas und Rhein. Für den Hinweg über die Autobahn veranschlagt Google Maps etwa 55 Kilometer, ich schätze mal, mit dem Geeier über die Dörfer und durch Gladbach hindurch dürften es insgesamt ein paar mehr als 110 Kilometer gewesen sein. Und das in 4 Stunden und 15 Minuten. Das nächste Mal bringe ich vielleicht etwas mehr Zeit mit, um mich dort noch umzusehen - und vielleicht auch ein Pfund Kaffee zu kaufen. "Dank U wel" für Ihre Aufmerksamkeit!... link (24 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 14. September 2011
...und tanz den Don Alphonso
mark793, 00:51h

Also ich weiß ja auch nicht, wie der das immer macht. Ich habe mich heute im Sattel wirklich in alle möglichen und unmöglichen Posen verrenkt, um ein paar brauchbare Bilder in Bewegung zu schießen. Wenn - was selten genug der Fall war - der Bildausschnitt halbwegs stimmte, war das Licht unmöglich oder der Horizont hing windschief. Kurzum, die Pixel-Ausbeute war kümmerlich, und so konzentrierte ich mich wieder mehr aufs Pedalieren. Und irgendwo hinter Schiefbahn durchzuckte mich angesichts einer Radlergruppe dann der Gedanke "Einer flog übers Hornissennest":

Aber die gelbschwarze Gefahr entpuppte sich als harmlose Seniorentruppe vom VfR Büttgen. Ich hatte eine Weile in gebührendem Abstand das Tempo sondiert und festgestellt, dass das eher gemütlich als verbissen zugeht. Dann schloss ich zu der Truppe auf und fragte, wohin des Wegs. "Nach Brüggen", hieß es, ich könne mich gerne anschließen. Was ich dann auch einige Kilometer lang tat. Sehr angenehme Gesellschaft, nette Gespräche, ausreichend Pinkelpausen - aber eins, das pack ich wirklich nicht: diese seelenruhige Nebeneinanderhergondelei in jeder Lebenslage, egal, ob man auf einer engen Landstraße LKWs behindert oder auf der Bundesstraße Autos mit 70 bis 100 Sachen vorbeikacheln. Platz machen und in Reihe fahren? Och nö. Mannmannmann, da wars mir echt peinlich, in dem Pulk drinzustecken. Aber die alten Herren kennen da nichts, und mein dezenter Hinweis, dass ich am Steuer meines Darkmobils für derlei Fahrverhalten außerhalb von angemeldeten sportlichen Veranstaltungen auch nur begrenztes Verständnis aufbringe, lief irgendwie ins Leere. Nun ja. Aus Zeitgründen war es mir eh nicht möglich, die ganze Strecke bis nach Brüggen mitzufahren (oder gar dort noch Kaffee und Kuchen zu tanken), und so klinkte ich mich bei einer Abzweigung nach Boisheim aus und fand nicht zuletzt dank des Rückendwinds schnell in den Alleinfahrermodus zurück. Nicht wirklich nötig war ein Platten, den ich mir auf dem Rückweg noch einhandelte, ich hätte an dieser Stelle womöglich sowieso angehalten, um noch ein Foto zu machen:

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