Mittwoch, 14. September 2011
...und tanz den Don Alphonso

Also ich weiß ja auch nicht, wie der das immer macht. Ich habe mich heute im Sattel wirklich in alle möglichen und unmöglichen Posen verrenkt, um ein paar brauchbare Bilder in Bewegung zu schießen. Wenn - was selten genug der Fall war - der Bildausschnitt halbwegs stimmte, war das Licht unmöglich oder der Horizont hing windschief. Kurzum, die Pixel-Ausbeute war kümmerlich, und so konzentrierte ich mich wieder mehr aufs Pedalieren. Und irgendwo hinter Schiefbahn durchzuckte mich angesichts einer Radlergruppe dann der Gedanke "Einer flog übers Hornissennest":

Aber die gelbschwarze Gefahr entpuppte sich als harmlose Seniorentruppe vom VfR Büttgen. Ich hatte eine Weile in gebührendem Abstand das Tempo sondiert und festgestellt, dass das eher gemütlich als verbissen zugeht. Dann schloss ich zu der Truppe auf und fragte, wohin des Wegs. "Nach Brüggen", hieß es, ich könne mich gerne anschließen. Was ich dann auch einige Kilometer lang tat. Sehr angenehme Gesellschaft, nette Gespräche, ausreichend Pinkelpausen - aber eins, das pack ich wirklich nicht: diese seelenruhige Nebeneinanderhergondelei in jeder Lebenslage, egal, ob man auf einer engen Landstraße LKWs behindert oder auf der Bundesstraße Autos mit 70 bis 100 Sachen vorbeikacheln. Platz machen und in Reihe fahren? Och nö. Mannmannmann, da wars mir echt peinlich, in dem Pulk drinzustecken. Aber die alten Herren kennen da nichts, und mein dezenter Hinweis, dass ich am Steuer meines Darkmobils für derlei Fahrverhalten außerhalb von angemeldeten sportlichen Veranstaltungen auch nur begrenztes Verständnis aufbringe, lief irgendwie ins Leere. Nun ja. Aus Zeitgründen war es mir eh nicht möglich, die ganze Strecke bis nach Brüggen mitzufahren (oder gar dort noch Kaffee und Kuchen zu tanken), und so klinkte ich mich bei einer Abzweigung nach Boisheim aus und fand nicht zuletzt dank des Rückendwinds schnell in den Alleinfahrermodus zurück. Nicht wirklich nötig war ein Platten, den ich mir auf dem Rückweg noch einhandelte, ich hätte an dieser Stelle womöglich sowieso angehalten, um noch ein Foto zu machen:

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Sonntag, 11. September 2011
Rheinkilometer 751

Ob die vielen Beschwerden bei Petrus für Einsicht sorgten, man weiß es nicht. Jedenfalls wurde heute, äh, gestern nochmal ein Sommertag nachgeliefert. Was liegt da näher, als an den Strand zu fahren, mit Picknickdecke, Sonnencreme und Speis und Trank in Satteltasche und Rucksack? Anschließend dann noch ein paar Kilometer solo geradelt, während die Kleine in der Badewanne sauber geschrubbt wurde. Der Restsand vom Rheinstrand knirschte noch unter meinen Füßen, als ich dann später unter die Dusche stieg. Steine haben wir heute nicht gesammelt - sondern dem Fluss die ganzen Wacker wieder mitgebracht, die Töchterlein bei vorigen Aufenthalten hier aufgelesen und uns ins Gepäck genötigt hat. Ist sicher die bessere Idee gewesen, als sie der Restmülltonne zu überantworten. Wobei mir einfallt: An manchen Kiesstränden der Normandie ist es übrigens verboten, Steine mitzunehmen. Weil wenn das jeder machen würde. Natürlich war ich grad erst recht versucht, einen Stein von dort mitzunehmen, aber ich habe es dann doch gelassen. Obwohl es mich schon interessieren täte, was wäre, wenn das jeder machte. Vielleicht käme unter all den Steinen ja ein schöner Sandstrand zum Vorschein.

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Donnerstag, 8. September 2011
Ins Bildungssystem eingetütet
Ein kleiner Schritt für uns Eltern, ein großer Schritt fürs Töchterlein: Die Kleine ist seit heute offiziell ein Schulkind - oder ein i-Dötzchen, wie man hier so sagt. Möge ihre Begeisterung von heute auch im künftigen Schulalltag möglichst lange anhalten. Ihre Lehrerin ist eher ein älteres Semester, scheint aber kein schlimmer Drachen zu sein. In der Klasse eine klare Mädchen-Überzahl - was für ein förderliches Unterrichtsklima ja nicht das schlechteste sein muss. Von orientalisch und osteuropäisch über asiatisch bis hin zu afrikanisch ist auch was dabei, Kultimulti kommt also bestimmt nicht zu kurz im Klassenzimmer. Wobei ich ehrlicherweise auch gestehen muss, dass meine Frau und ich mit dem einheimischen Teil der Elternschaft kaum weniger fremdeln. Es verstärkt sich ein Eindruck, den man schon im Kindergarten und beim ersten Info-Elternabend der Schule hatte: Dass sich auch andere Leute fortgepflanzt haben, bürgt nicht unbedingt für weitergehende Interessenskongruenzen. Aber letztlich ist das auch Nebensache - in erster Linie muss ja das Töchterlein klarkommen, und diesbezüglich sind wir guter Dinge. Hachja...

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