... newer stories
Mittwoch, 28. September 2005
Aller guten Dinge sind drei
mark793, 21:39h
Junpei war 16, als sein Vater ihm die Ansage machte: "Von allen Frauen, mit denen ein Mann im Lauf seines Lebens zu tun hat, sind nur drei wirklich von Bedeutung, nicht mehr und nicht weniger." Wie der Protagonist einer Geschichte von Haruki Murakami in der Folge seine Beziehungen zu Frauen erlebt, verspricht interessant zu werden. Zumal der Vater anscheinend keine weiteren Erklärungen zu dieser These abgibt. Ich werde mir die Geschichte im "New Yorker" in den kommenden Tagen zu Gemüte führen, wenn ich die Muße dazu finde. In der Zwischenzeit werde ich vielleicht auch die Ausgangshypothese noch ein wenig ventilieren. Tatsächlich würde ich nämlich mit Stand von hier heute konstatieren, dass ich, lässt man mal meine Mutter außer Acht, tatsächlich mit drei Frauen zu tun hatte, die für mich bedeutsam waren. Mit der dritten aus dieser Reihe bin ich verheiratet. Schwer vorstellbar, dass da nochmal was bedeutsames nachkommen könnte. Aber kategorisch ausschließen kann man es nach menschlichem Ermessen auch nicht. Da bin ich doch froh, dass mein Vater mir in meiner Jugend nicht so ne fragwürdige Prophezeiung gemacht hat. In gewisser Weise hätte das aber gepasst. Denn zu bestimmten Zeiten hatte ich durchaus das Gefühl, Protagonist in einer Murakami-Geschichte zu sein. Und ohne meine Frau hätte ich dieses Gefühl nie adäquat benennen können. Denn sie war es auch, die mich mit den Geschichten von Murakami in Berührung brachte. Und da schließt sich der Kreis vorläufig.
Danke für das Fundstück, Frau Wasweissich!
Danke für das Fundstück, Frau Wasweissich!
... link (3 Kommentare) ... comment
Samstag, 24. September 2005
Wasserzeichen
mark793, 17:06h
Meine Verflossene hatte in ihrer umfangreichen Kochbuch-Sammlung auch das ziemlich geniale Einsteiger-Nachschlagwerk Wasser kochen leicht gemacht. Leider habe ich die langen Jahre unseres Zusammenlebens nicht genutzt, um diesen voraussetzungsfrei geschriebenen Küchenratgeber zu memorieren oder wenigstens zu fotokopieren. Und nun stehen meine Frau und ich ziemlich blöd da. Nicht, dass uns das Wasser kochen als solches intellektuell überfordern würde. In aller Regel gelingt es sogar auf Anhieb. Aber nun hat sich zu diesem vermeintlich simplen und unspektakulären Thema eine engagierte Debatte entwickelt, die immer noch einer Lösung harrt. Worum geht's? Ich pflege, wenn ich beispielsweise Nudeln kochen möchte, heißes Wasser aus dem Hahn in den Topf laufen zu lassen. Warum? Nun, man braucht kein Teilchenphysik-Nobelpreisträger zu sein, um einzusehen, dass ein Topf mit 45 Grad heißem Wasser deutlich schneller auf 100 Grad zu erhitzen ist als sagen wir 15 Grad kühles Wasser. Diese physikalischen Grundlagen werden von meiner Frau auch gar nicht in Abrede gestellt. Aaaaber: Sie ist der unumstößlichen Überzeugung, dass das heiße Wasser aus dem Hahn von weit schlechterer Qualität ist als das kalte - weil: Es ist ja schon mal erhitzt worden, vielleicht sogar mehrfach. Und dies sei der Wasserqualität stark abträglich. Nun bin ich mangels wissenschaftlich validerer Begründungen nach wie vor geneigt, diese Befürchtungen für linksdrehende Erdstrahlen-Paranoia leicht übertrieben zu halten. Gleichwohl habe ich Bereitschaft signalisiert, Babynahrung künftig nur noch mit kaltem Wasser zuzubereiten. Man will ja nur das beste für sein Kind. Aber wir als erwachsene Menschen können doch bedenkenlos Nudeln essen, die in Wasser aus dem Warmwasserhahn gekocht wurden, oder? Tja, wir haben das Thema mittlerweile rauf- und runtergegoogelt, und nach wie vor prallen unsere gegensätzlichen Meinungen aufeinander. Deswegen gebe ich die Frage einfach mal weiter an Sie, liebe Leser: Glauben Sie, dass Wasser aus dem Warmwasserhahn schlechter ist - und wenn ja: warum nicht? Dem Leser mit der besten Antwort mixe ich eigenhändig einen Antarktis-Flip*.
* Leitungswasser mit Eiswürfel und Zitronenscheibe
* Leitungswasser mit Eiswürfel und Zitronenscheibe
... link (25 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 22. September 2005
Abendgedanken
mark793, 23:22h
In Erwartung einer Spätschicht am Rechner hatte ich vorhin extra noch die Espressomaschine entkalkt und gereinigt. Und das dankt mir der Apparat jetzt damit, dass nur noch knapp die Hälfte des Koffeinkonzentrats Kaffees aus den dafür vorgesehenen Düsen in die Tasse strömt - der Rest landet mit dem Kaffeesatz im Tresterbehälter. Hmpf. Den Versuch, mein bisheriges Arbeitsergebnis (eine überschaubare Textdatei ohne interaktive Bewegtbild-Applikationen) unter anderem Namen irgendwoandershin zu kopieren oder zu speichern, quittiert der Rechner mit dem Hinweis auf "zu wenig Arbeitsspeicher". Grmbl. Irgendwie steht der Arbeitstag wohl unter keinem guten Stern. Aber um den Dreh ins Positive doch noch zu kriegen: Bei Frau Pe hab ich unschlagbar gute Gründe für das Weiterleben gefunden. Und da ich gerade an einer demoskopiekritischen Wahl-Nachlese schreibe, war mir der zahlenkompetente Herr Wuerg eine unschätzbare Hilfe. Da sage noch einer, Bloggerei wäre nur so'n Zeitvertreib. Wenn jetzt noch jemand ne zündende (und ernstzunehmende) Idee hätte, wie ich auf die Schnelle wieder Platz im Arbeitsspeicher kriege, könnte ich dem Feierabend getrost ins Auge blicken...
... link (22 Kommentare) ... comment
... older stories