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Freitag, 22. April 2005
Ferndiagnosen
mark793, 12:55h
Die Blogosphäre ist im Grunde die Fortsetzung der Selbsthilfegruppe mit anderen Mitteln. Ein Stuhlkreis, bei dem sich jeder zu Wort melden kann: "Ja, hallo erst mal, ich bin der Mark, ne, und mein Problem ist, dass ich alles so dunkel bis schwarz sehe." "Mein Name ist Yvonne, und ich leide arg darunter, dass alle mich nur als Psycho-Tante wahrnehmen." "Hi, ich bin die Eva, und immer wenn ich meine Heulkrämpfe kriege, greife ich zwanghaft zu hochprozentigen Gegenmitteln, die alles nur noch schlimmer machen."
So läuft das hier, wir kennen uns nur mit unserenVornamen Nicknames, wie das in Selbsthilfegruppen üblich ist. Oft melden sich verständnisvolle Gruppenmitglieder mit konstruktiven und aufmunternden Beiträgen zu Wort. "Hey Du, diesen Zustand kenn ich gut, mir haben die Cipramil forte und ein Wochenendseminar mit Bäumeumarmen im Spessart sehr geholfen." "Echt? Wow, danke für den Hinweis. Sollte ich vielleicht auch mal probieren."
Natürlich keimt da und dort mal der Verdacht auf, dass manche Teilnehmer ihre Macken etwas arg exhibitionistisch zur Schau stellen. Oder dass andere, die so tun, als sei bei ihnen alles bestens bestellt im Leben, in Wirklichkeit auch ihr Päckchen zu tragen haben, das aber nicht jedem auf die Nase binden wollen. Ist auch ok, denn es gilt der Grundsatz, alles kann, nichts muss.
Der Fall Anne-Marie sprengt allerdings den üblichen Rahmen der erprobten Stuhlrunden und Gruppengespräche. Und so schlagen die Wellen hoch in der Selbsthilfegruppe Klein-Bloggersdorf. Herr Sebas, der die Marien-Legenden publikumswirksam Stück für Stück demontiert, bringt sich in Verdacht, dies nur aus gekränkter Eitelkeit, sexueller Frustration oder auch Klickzahlen-Geilheit zu tun.
Das sind Hypothesen, die ich per Ferndiagnose nicht ausschließen kann. Was ich aber aus meiner Selbsthilfegruppen- und Suchtthema-Sozialisation weiß, ist, dass es einen therapeuthisch wirksamen Effekt haben, kann, wenn das Lügen- und Verdrängungskonstrukt zerstört wird, das der Suchtkranke um sich selbst herum aufgebaut hat. Manchem Alkoholiker etwa eröffnet erst die klare Einsicht und das offene Eingeständnis, Hilfe zu benötigen, Wege aus der Sucht. Inwieweit diese Analogie übertragbar ist auf die real-life-Kollisionen der Kunstfigur Marie, schwer zu sagen. Dass sie unter dem Druck der Enthüllungen immerhin selber eine Erklärung dazu abgegeben hat, werte ich als positives Signal.
Und was den Kollegen Sebas angeht: Es ist nicht ohne Risiko, den Weißen Anzug gegen den weißen Kittel zu vertauschen, ohne sich dem Generalverdacht auszusetzen, von weniger hehren Motiven getrieben zu sein. Aber ich hab für mich in dieser Runde auch wieder was gelernt: Ich sollte nicht immer alles so schwarz sehen.
So läuft das hier, wir kennen uns nur mit unseren
Natürlich keimt da und dort mal der Verdacht auf, dass manche Teilnehmer ihre Macken etwas arg exhibitionistisch zur Schau stellen. Oder dass andere, die so tun, als sei bei ihnen alles bestens bestellt im Leben, in Wirklichkeit auch ihr Päckchen zu tragen haben, das aber nicht jedem auf die Nase binden wollen. Ist auch ok, denn es gilt der Grundsatz, alles kann, nichts muss.
Der Fall Anne-Marie sprengt allerdings den üblichen Rahmen der erprobten Stuhlrunden und Gruppengespräche. Und so schlagen die Wellen hoch in der Selbsthilfegruppe Klein-Bloggersdorf. Herr Sebas, der die Marien-Legenden publikumswirksam Stück für Stück demontiert, bringt sich in Verdacht, dies nur aus gekränkter Eitelkeit, sexueller Frustration oder auch Klickzahlen-Geilheit zu tun.
Das sind Hypothesen, die ich per Ferndiagnose nicht ausschließen kann. Was ich aber aus meiner Selbsthilfegruppen- und Suchtthema-Sozialisation weiß, ist, dass es einen therapeuthisch wirksamen Effekt haben, kann, wenn das Lügen- und Verdrängungskonstrukt zerstört wird, das der Suchtkranke um sich selbst herum aufgebaut hat. Manchem Alkoholiker etwa eröffnet erst die klare Einsicht und das offene Eingeständnis, Hilfe zu benötigen, Wege aus der Sucht. Inwieweit diese Analogie übertragbar ist auf die real-life-Kollisionen der Kunstfigur Marie, schwer zu sagen. Dass sie unter dem Druck der Enthüllungen immerhin selber eine Erklärung dazu abgegeben hat, werte ich als positives Signal.
Und was den Kollegen Sebas angeht: Es ist nicht ohne Risiko, den Weißen Anzug gegen den weißen Kittel zu vertauschen, ohne sich dem Generalverdacht auszusetzen, von weniger hehren Motiven getrieben zu sein. Aber ich hab für mich in dieser Runde auch wieder was gelernt: Ich sollte nicht immer alles so schwarz sehen.
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Donnerstag, 21. April 2005
Einen ham wir noch
mark793, 13:02h
Wie nennen die Italiener den neuen Papst? Papa Razzi. Sehr schön. Gefunden bei Berenike. OK, und wie nennt man hierzulande jetzt den päpstlichen Ornat? Ratze-Fummel...
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Donnerstag, 21. April 2005
Enzyklisches zur Marienfrage
mark793, 01:01h
Endlich meldet sich auch der Bloggerkurienkardinal Don Dahlmann zum Fall Marie zu Wort. Eine wohl abgewogene Betrachtung, die dann aber doch in das strenge Verdikt "unverzeihliche Sache" mündet. Da kann man nur hoffen, dass die Rota dieses Urteil in nächster Instanz kassiert. Der Inquisitor Ankläger der Dame war vielleicht auch nicht ganz frei von selbstsüchtigen Motiven.
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Apostolische Aprilscherze
mark793, 19:00h
Eins noch, um das Thema jetzt aber wirklich abzuhaken: Ich hatte hier vor knapp drei Wochen die kryptische Vorhersage gemacht, dass der kommende Papst eventuell eine Verbindung zum Benediktinerorden haben würde. Dabei hatte ich das eigentlich als Aprilscherz gemeint. Und jetzt nennt sich unser Ratzi-Bazi tatsächlich Benedikt. Da geh ich doch gleich mal ein Kerzlein anzünden. Ein rotes Grablicht für meine Guugelhüpfer, was sonst?
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Marienerscheinung
mark793, 17:00h
Zugegeben, wir lüften hier nicht das dritte Geheimnis von Fatima. Aber tatsächlich hatte ich dank Frau Wortschnittchen eine Art Marienerscheinung heute vormittag. Als advocatus diaboli musste ich die Sache zunächst einmal vorsichtig abklopfen. Und die Rücksprache mit den verantwortlichen Kollegen in Rom war aufgrund des gestrigen Wechsels in der Chefetage auch nicht ganz einfach. Genug der Vorrede. Hier ist ihre Botschaft im Wortlaut. Gehet hin in Frieden!
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Bl0ggade-Haltung
mark793, 11:53h
Liegt es an der Frühjahrsmüdigkeit, dass einige geschätze Bloggerkolleginnen und Kollegen derzeit an Schreib-Blockade leiden? Lunally, Spirit und Bs1ffm haben die Lust verloren, Evasive geistert nur noch punktuell in den Kommentarleisten rum. Und jetzt seh ich, dass Marie ihr jahrelang gepflegtes Webtagebuch zugeklappt hat. Hoffen wir, dass es nur ein technisches Problem ist. Jemanden, den ich gerne lese, aus der Blogroll zu streichen, das geht mir jedesmal enorm gegen den Strich.
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