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Mittwoch, 16. Januar 2013
Desperate Houseman (30)
mark793, 12:24h
Nach hausmännischen Standards gemessen ist dieses (nicht mehr so ganz zeitgemäße) Mobiltelefon nicht nur sauber, sondern rein. Und das bei nur 30 Grad - es steckte nämlich noch in der Rückentasche der Radlerjacke, die ich dieser Tage nach einem kleinen Ritt zusammen mit einer Ladung Buntwäsche in die Waschmaschine stopfte. Schon bald nach dem Start des Vorwaschgangs war dann der besten Ehefrau von allen ein untypisches Bollern und Rumpeln in der Wäschetrommel aufgefallen, und nach einem kurzen Moment des Überlegens hatte ich traurige Gewissheit, da muss wohl mein Handy drinstecken. Und in der Tat, so war es, wie sich nach dem Abbrechen des Waschgangs herausstellte.Die größte Überraschung beim Herausfischen des Apparats war, dass im Display überhaupt noch ganz diffus was flimmerte (stellen Sie sich ein sehr unscharf-verwackeltes und blass gewordenes Video einer Lavalampe mit Aussetzern vor, dann haben Sie etwa das Bild vor Augen, das sich mir in dem Moment bot). Zur Erstversorgung habe ich dann den Akku und die SIM-Karte rausgenommen, zwei Schräubchen im Akkufach gelöst und das Gehäuse etwas aufgebogen, um etwaiges Restwasser rauslaufen zu lassen. Viel war es nicht, und am Tag danach zeigte sich das Display nach dem Einschalten zwar noch recht verwaschen, aber die Schrift "insert SIM" war einigermaßen lesbar. Doch beim Versuch, die PIN einzugeben, endete der erste Versuch, das Telefon in Betrieb zu nehmen, auch schon wieder.
Nun kann man natürlich fragen, wozu die Mühe? Geräte dieser Güteklasse gibt es im Gebrauchthandel nachgeschmissen, das alte Siemens S 45, das ich vorher benutzt hatte, liegt auch noch hier herum. Aber leider Gottes sind auf diesem Apparat ein paar Nummern gespeichert, die ich nicht ins Telefonbuch des Festnetz-Apparats oder sonstwohin übertragen habe. Die auf anderen Wegen wiederzubeschaffen wäre mir sehr lästig, und so versuche ich immer noch mein Glück. PIN eingeben und so klappt jetzt schon mal, aber wegen der wackligen Stromversorgung geht mir das Teil immer aus, wenn ich mich grad in die Kontakte durchgeschlagen habe. Drücken Sie mir also bitte die Daumen, dass ich das zumindest noch so weit in den Griff kriege, dass ich an die gespeicherten Telefonnummern wieder rankomme.
Ansonsten muss ich aber auch sagen: Die Farben auf dem Display strahlen jetzt, wo es innen anscheinend wieder trocken geworden ist, so hell wie eh und je. Hat sich also gelohnt, mit Persil Megaperls Color zu waschen und nicht mit irgendeinem No-name-Pulver, das dem Grauschleier nicht beikommt.
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Dienstag, 15. Januar 2013
Zweifelhafte Ehrungen
mark793, 09:44h

Tja, Freundchen, das war ja wohl gewissermaßen eine freudsche Fehlleistung. Dieser Tage fand ich meinen FAZ-Beitrag zum Thema Rundfunkgebühr in voller Länge in einem Kommentarthread bei freitag.de, reinkopiert von einem gewissen Martin Gebauer. Meinen freundlichen Hinweis, dass so ein Vollzitat auch mit Quellennennung vom Zitatrecht nicht gedeckt ist, quittierte dieser Schlauberger mit dem leicht höhnischen Verweis darauf, dass er jede Woche seine IP-Adresse wechsle und somit für irgendwelchen Regress nicht zur Verfügung stünde. Woraufhin eine andere Nutzerin kommentierte, dann würde das auf freitag.de zurückfallen. Das war wohl das Stichwort, das es brauchte, um das Community Management zum Einschreiten zu bewegen. Die Beiträge dieses Herrn Gebauer mit all seinen, ähm, Ehrungen fremder Autorenleistungen sind nicht mehr aufzufinden. Perfekt wäre es gelaufen, wenn man beim freitag noch die Zeit gefunden hätte, mir kurz mitzuteilen, dass dieser Urheberrechtsverstoß jetzt aus der Welt ist. Aber vielleicht ist man dort ja so beschäftigt mit dem Ausmisten, dass für Vollzugsmeldungen keine Zeit mehr bleibt. Wie auch immer: abheften und zurück zum Tagesgeschäft.
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Donnerstag, 10. Januar 2013
Enjoy the silence - not
mark793, 10:51h
Gerade wollte ich schreiben "amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden", dann habe ich aber doch nochmal nachgegoogelt und festgestellt, mein heutiges Thema nimmt seinen Lauf in New South Wales, also Australien. An der Charles Sturt University hat ein Dozent über sechs Jahre lang Studenten beobachtet und befragt, wie sie mit dem Thema Stille umgehen. Und dem Vernehmen nach fühlen sich viele der Befragten unwohl ohne ständige Hintergrundgeräusche. Einer der von 580 zu der Thematik befragten Undergraduates sah sich beispielsweise außerstande, in der Blibliothek konzentriert zu arbeiten - weil es ihm dort zu ruhig war. Bereits nach wenigen Minuten gab er dem Drang nach, aufs Zimmer zu gehen und seinen iPod zu holen, der die nötige Beschallung gewährleistete.
Tja. Unsereins hat sich zu Studizeiten gern in die Bibliothek verzogen, weil es da vergleichsweise ruhig zuging. Aber damit kommen junge Leute, die sich von klein auf an permanente medial erzeugte Tonspuren gewöhnt haben, anscheinend nicht mehr klar. Tonträger, TV und Internet sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen inzwischen so präsent, dass dieser sogenannte dritte Elternteil oft mehr zu den Kindern spricht als ihre leiblichen Eltern. Wobei man fairerweise sagen muss: Hausaufgaben machen mit Musikberieselung oder ständige Beschallung durch den Walkman gab es auch früher schon. Allerdings war es in meinem Elternhaus nicht Usus, dass die Glotze oder das Radio den lieben langen Tag lang lief. Und selbstredend ist das auch nicht die mediale Dauerkulisse, in der unsere Tochter aufwächst. Klar hat sie Hörbücher und Musik-CDs, zu Weihnachten gab es auch eine Box mit Kinderfilmen aus aller Welt. Aber nach dem Film oder dem Hörspiel gilt dann das Peter-Lustig-Motto aus der Sendung Löwenzahn: "Und jetzt abschalten, liebe Kinder."
Tja. Unsereins hat sich zu Studizeiten gern in die Bibliothek verzogen, weil es da vergleichsweise ruhig zuging. Aber damit kommen junge Leute, die sich von klein auf an permanente medial erzeugte Tonspuren gewöhnt haben, anscheinend nicht mehr klar. Tonträger, TV und Internet sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen inzwischen so präsent, dass dieser sogenannte dritte Elternteil oft mehr zu den Kindern spricht als ihre leiblichen Eltern. Wobei man fairerweise sagen muss: Hausaufgaben machen mit Musikberieselung oder ständige Beschallung durch den Walkman gab es auch früher schon. Allerdings war es in meinem Elternhaus nicht Usus, dass die Glotze oder das Radio den lieben langen Tag lang lief. Und selbstredend ist das auch nicht die mediale Dauerkulisse, in der unsere Tochter aufwächst. Klar hat sie Hörbücher und Musik-CDs, zu Weihnachten gab es auch eine Box mit Kinderfilmen aus aller Welt. Aber nach dem Film oder dem Hörspiel gilt dann das Peter-Lustig-Motto aus der Sendung Löwenzahn: "Und jetzt abschalten, liebe Kinder."
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