Dienstag, 15. Januar 2013
Zweifelhafte Ehrungen


Tja, Freundchen, das war ja wohl gewissermaßen eine freudsche Fehlleistung. Dieser Tage fand ich meinen FAZ-Beitrag zum Thema Rundfunkgebühr in voller Länge in einem Kommentarthread bei freitag.de, reinkopiert von einem gewissen Martin Gebauer. Meinen freundlichen Hinweis, dass so ein Vollzitat auch mit Quellennennung vom Zitatrecht nicht gedeckt ist, quittierte dieser Schlauberger mit dem leicht höhnischen Verweis darauf, dass er jede Woche seine IP-Adresse wechsle und somit für irgendwelchen Regress nicht zur Verfügung stünde. Woraufhin eine andere Nutzerin kommentierte, dann würde das auf freitag.de zurückfallen. Das war wohl das Stichwort, das es brauchte, um das Community Management zum Einschreiten zu bewegen. Die Beiträge dieses Herrn Gebauer mit all seinen, ähm, Ehrungen fremder Autorenleistungen sind nicht mehr aufzufinden. Perfekt wäre es gelaufen, wenn man beim freitag noch die Zeit gefunden hätte, mir kurz mitzuteilen, dass dieser Urheberrechtsverstoß jetzt aus der Welt ist. Aber vielleicht ist man dort ja so beschäftigt mit dem Ausmisten, dass für Vollzugsmeldungen keine Zeit mehr bleibt. Wie auch immer: abheften und zurück zum Tagesgeschäft.

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Donnerstag, 10. Januar 2013
Enjoy the silence - not
Gerade wollte ich schreiben "amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden", dann habe ich aber doch nochmal nachgegoogelt und festgestellt, mein heutiges Thema nimmt seinen Lauf in New South Wales, also Australien. An der Charles Sturt University hat ein Dozent über sechs Jahre lang Studenten beobachtet und befragt, wie sie mit dem Thema Stille umgehen. Und dem Vernehmen nach fühlen sich viele der Befragten unwohl ohne ständige Hintergrundgeräusche. Einer der von 580 zu der Thematik befragten Undergraduates sah sich beispielsweise außerstande, in der Blibliothek konzentriert zu arbeiten - weil es ihm dort zu ruhig war. Bereits nach wenigen Minuten gab er dem Drang nach, aufs Zimmer zu gehen und seinen iPod zu holen, der die nötige Beschallung gewährleistete.

Tja. Unsereins hat sich zu Studizeiten gern in die Bibliothek verzogen, weil es da vergleichsweise ruhig zuging. Aber damit kommen junge Leute, die sich von klein auf an permanente medial erzeugte Tonspuren gewöhnt haben, anscheinend nicht mehr klar. Tonträger, TV und Internet sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen inzwischen so präsent, dass dieser sogenannte dritte Elternteil oft mehr zu den Kindern spricht als ihre leiblichen Eltern. Wobei man fairerweise sagen muss: Hausaufgaben machen mit Musikberieselung oder ständige Beschallung durch den Walkman gab es auch früher schon. Allerdings war es in meinem Elternhaus nicht Usus, dass die Glotze oder das Radio den lieben langen Tag lang lief. Und selbstredend ist das auch nicht die mediale Dauerkulisse, in der unsere Tochter aufwächst. Klar hat sie Hörbücher und Musik-CDs, zu Weihnachten gab es auch eine Box mit Kinderfilmen aus aller Welt. Aber nach dem Film oder dem Hörspiel gilt dann das Peter-Lustig-Motto aus der Sendung Löwenzahn: "Und jetzt abschalten, liebe Kinder."

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Sonntag, 6. Januar 2013
In die Kristallkugel geguckt

...drüben in der FAZ.

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