Dienstag, 29. Mai 2012
My mother? I'll tell you about my mother.
Ein tiefenenspanntes Pfingstwochenende im elternhaus793 liegt hinter uns. Nachdem die vorigen Übernachtungsaufenthalte bei meiner Mutter nicht gänzlich spannungsfrei verlaufen waren, herrschte diesmal eitel Sonnenschein - auch meteorologisch. Habe Töchterlein endlich das Schwimmbad gezeigt, in dem ich in meiner Kindheit vom Plantschbecken bis zum 10-Meter-Sprungturm wirklich nichts ausgelassen habe. Ansonsten genossen wir ausgiebig den Aufenthalt im Garten, und für die Kleine war es auch mal spannend zu erleben, dass man Salat mehr oder weniger direkt aus dem Garten auf den Tisch bringen und essen kann ohne Umweg über den Lebensmitteleinzelhandel oder Wochenmarkt.

Die Frage ist freilich, ob es auch noch so harmonisch wäre, wenn wir näher dran wären an der Heimat. Meine beiden älteren Brüder, die in manches Heckmeck rund ums Haus und dessen Instandhaltung mehr involviert sind als ich, sind deutlich genervter. Wobei da zum Teil auch ältere Rechnungen offen sein mögen, die ich weder nachrechnen noch bewerten mag. Auf alle Fälle lehrt mich auch mancher Blick in die Blognachbarschaft, dass man es als Geschenk betrachten muss, eine Mutter zu haben, die noch gut beisammen ist und mit der es aus meiner Sicht nichts aufzurechnen oder nachzukarten gibt.

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Donnerstag, 24. Mai 2012
Aan de Grens...

...und darüber hinaus: Mit allen Umwegen und Verfranzungen im schlecht ausgeschilderten Kreis Viersen ("alle Ziele" ist als Hinweis oft weniger zielführend als die Orientierung am Sonnenstand) werden das wohl 130 Kilometer am Stück gewesen sein. Von Roermond aus habe ich keinen direkten Radweg zurück nach West-Schlandistan gefunden, so dass ich auch den Rückweg über Swalmen antrat - nicht ohne in Marthas Frittenbude in der Bosstraat eine Portion Kartoffelstäbchen mit lekker Saus Special zu ordern. Auch sonst habe ich diese Tour eher gemütlich angehen lassen, denn just amTag zuvor hatte ich mit der rotgrauen Rakete mal geguckt, wie weit ich in einer Stunde komme, wenn ich mich bisschen ranhalte: 32,8 Kilometer standen nach exakt 60 Minuten auf dem Zähler. Und ohne diverse rote Ampeln und eine geschlossene Bahnschranke auf dem Rundkurs wäre da noch mehr drinne gewesen.

Aber heute gönne ich meinen Beinen eine Pause und strapaziere stattdessen die Tipp-Fingerchen. Das Ergebnis gibts dann heute nachmittag im FAZ-Blog zu lesen. In diesem Sinne: Tot ziens!

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Dienstag, 22. Mai 2012
Aus der Schule geplaudert
Großen Problematisierungsbedarf scheint es in der Klasse der Kleinen seitens der Lehrkraft ja nicht zu geben: Die anberaumten Zeitfenster beim Elternsprechtag waren grade mal zehn Minuten lang. Die beste Ehefrau von allen hatte mir nichtsdestotrotz einen Merkzettel mit einem stattlichen Fragenkatalog mitgegeben, der für ein anderthalbstündiges Interview gereicht hätte. Um das tieferliegende Erkenntnisinteresse hinter allen Fragen (etwa: "Welcher Lerntyp ist mein Kind?") vollständig zu durchdringen, hätte ich eine vierseitige Kopie eines Artikels aus einer Elternzeitschrift studiert haben müssen, den meine Frau mir schon Wochen vorher ans Herz gelegt hatte. Was mir aber, gestehe ichs offen, in Anbetracht der äußerst knapp bemessenen Sprechzeit etwas, nun ja, unverhältnismäßig schien.

Da mir aber klar war, dass meine Frau mir an dem betreffenden Abend jede Menge Löcher in den Bauch fragen würde, was die Lehrerin denn zu dieser und jener Frage und überhaupt gesagt hat, besann ich mich auf ein Hilfsmittel, das Special Agent Dale Cooper stets gute Dienste leistete und in meinem Berufsstand auch zum Handwerkszeug gehört: das Diktiergerät. Nun hat meine Frau im Vorfeld, als ich diesen Gedanken ventilierte, nicht ernsthaft geglaubt, dass ich das tatsächlich bringe, das Gerätchen aufs Lehrerpult zu legen und das Gespräch mitzuschneiden. Aber was soll ich sagen, wenn ich mir so etwas mal in den Kopf gesetzt habe, hätte mich allenfalls ein "nein, lieber nicht" der Lehrerin davon abgehalten, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ihre Reaktion war "oh, das hatten wir bisher ja noch gar nicht", aber keineswegs ablehnend, und so konnte sich meine Frau das ganze Gespräch noch am gleichen Abend zu Gemüte führen.

Nachdem die Lehrerin einen Laptop dabei hatte, denke ich darüber nach, wie man das technische Level der Veranstaltung und die Möglichkeiten der Mitwirkung für meine Frau noch ausbauen kann: vielleicht mit einem Skype-Gespräch oder mit Hilfe einer "Hangout"-Videokonferenz auf Google plus. Man muss ja mit der Zeit gehen.

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