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Sonntag, 6. November 2011
Alle Räder stehen (nicht) still
mark793, 19:43h

Bis zum Rheinkilometer 793 hat es auf der heutigen Radrunde nicht ganz gereicht. Aber ich taste mich allmählich ran. Nördlichster Punkt der heutigen Tour war die Brücke der Solidarität. An den Anlass für diese Umbenennung - Stahlarbeiterstreiks und Besetzungen der Brücke wegen der bevorstehenden Schließung der Krupp-Hüttenwerke in DU-Rheinhausen in den späten Achtzigern - erinnert auf der linken Rheinseite nicht mehr viel. Die Kruppstraße führt heute an einem Logistikzentrum mit Container-Terminal vorbei. Ich kann nur vermuten, dass an dieser Stelle früher das Stahlwerk stand, das exemplarisch die Krise und den Niedergang der einheimischen Stahlindustrie (siehe auch Landschaftspark Duisburg-Nord) verkörperte. Auf der anderen Rheinseite raucht aber noch so mancher Schlot der Schwerindustrie. Auch von Düsseldorf-Nord, Meerbusch und Krefeld aus recht prominent am Horizont zu sehen, die Qualmwolken der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann:

Normalerweise verlangt es mich auf dem Rad ja nicht nach musikalischer Beschallung, aber beim Pedalieren auf der Mannesmannstraße hätte es ganz gut gepasst, Wahre Arbeit, wahrer Lohn und überhaupt das ganze Album "Stahlwerksymphonie" von den Krupps im Ohr zu haben. Der Rückweg auf der linken Rheinseite stand dann aber mehr im Zeichen der Chemie, genauer gesagt der Bayer-Werke in Krefeld-Uerdingen. Was an dieser Schiffsanlegestelle so alles hin- und hergepumpt wird, das will ich lieber gar nicht wissen:

Zwischen dem Chempark und dem Uerdinger Ortskern liegt übrigens die Dujardinstraße, wo der gleichnamige Weinbrand ("Darauf einen Dujardin") herkommt. Und angesichts der vom Strukturwandel gebeutelten Nachbarschaft könnte man sich grad einen - oder auch zwei oder drei - zur Brust nehmen, um das Elend in milderem Licht zu sehen.

Aber was soll ich sagen? Bayerische Bergwiesen schön finden kann jeder. Doch der spezielle Reiz dieser Relikte der Industriekultur, das ist schon was für Kenner. Darauf einen Sie-wissen-schon!
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Freitag, 4. November 2011
mark793, 16:19h

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Donnerstag, 3. November 2011
Die mikroökonomischen Folgen der Eurokrise
mark793, 13:52h
"Hm, sie wissen nicht, ob Europa gerettet werden kann", teilte mir mein Töchterlein gestern abend mit sorgenvoller Miene mit, nachdem sie die 19-Uhr-Nachrichten auf WDR 5 gehört hatte. Ich rang den Impuls nieder zu antworten "Wir werden alle sterben" und versuchte stattdessen, ihr mit einfachen Worten Sachverhalte zu erklären, die ich wenn ich ehrlich sein soll selbst nicht so recht verstehe.
Aber Töchterlein ist ja nicht blöd, und die Botschaft, dass der Euro demnächst vielleicht nicht mehr viel oder schlimmstenfalls gar nichts mehr wert ist, hat sie sehr wohl verstanden. Und messerscharf gefolgert: Bevor sie mit wertlosem Papier und mit klimpernden Münzen mit begrenztem Unterhaltungswert dasitzt, investiert sie doch lieber in Sachwerte. Und zwar - ich traue mich kaum, es zu verlinken und verraten - in solche.
Meine Erklärungen, dass es bei Hamsterkäufen nicht darum geht, Hamster zu kaufen (nein, auch keine batteriebetriebenen), haben offenbar nichts genützt.
Aber Töchterlein ist ja nicht blöd, und die Botschaft, dass der Euro demnächst vielleicht nicht mehr viel oder schlimmstenfalls gar nichts mehr wert ist, hat sie sehr wohl verstanden. Und messerscharf gefolgert: Bevor sie mit wertlosem Papier und mit klimpernden Münzen mit begrenztem Unterhaltungswert dasitzt, investiert sie doch lieber in Sachwerte. Und zwar - ich traue mich kaum, es zu verlinken und verraten - in solche.
Meine Erklärungen, dass es bei Hamsterkäufen nicht darum geht, Hamster zu kaufen (nein, auch keine batteriebetriebenen), haben offenbar nichts genützt.
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