Samstag, 12. Februar 2011
You're in the Army now - reloaded
Über Träume und deren gelegentliche Wiederkehr hatte ich mich verschiedentlich schon ausgelassen. Vorige Nacht hat mich mal wieder ein Traum heimgesucht, der auch schon mehrmals lief in meinem Schlafkino: Ich bin (warum auch immer) zum zweiten Mal zum Wehrdienst einberufen worden, muss mir in der Kleiderkammer der Kaserne inmitten von lauter Jungspunden Uniform, Kampfanzug und Trainingsanzug in die Hand drücken lassen, danach gehts auf die Stube zum Spind einräumen, und irgendwo tief drin weiß ich die ganze Zeit: Irgendwas läuft hier grundverkehrt. Normalerweise muss kein Mensch zweimal zum Bund, überdies bin ich zu alt für diese Kriegsspielchen. Ich nehme mir vor, bei nächster Gelegenheit den Kompaniechef in Kenntnis zu setzen, dass hier ein Irrtum vorliegen muss. Notfalls müsste ich noch im Dienst verweigern, um aus der Nummer wieder rauszukommen. Aber noch jedesmal, bevor ich irgendetwas in diese Richtung unternehmen kann, wache ich auf. Zurück bleibt ein unbestimmt belämmertes Gefühl - und der feste Vorsatz, diese seltsame Situation irgendwie und irgendwann im Rahmen der Traumhandlung anzugehen und mich dem nicht gleich zu entziehen, indem ich aufwache. Der Stunt mit dem Mich-selbst-aus-Träumen-aufwecken-zu-können hat ja auch irgendwann mal geklappt.

Nachtrag für Frau Sid: Dies ist übrigens der 999ste Beitrag in der Dunkelkammer...

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Dienstag, 8. Februar 2011
Gehupft wie gegoogelt


Irgendetwas in mir weigert sich zu glauben, dass heute sage und schreibe 990 mal "Auto" in das Google-Eingabefenster geschrieben wurde.

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Sonntag, 6. Februar 2011
Streckenweise stürmisch aufböend
Gestern nachmittag habe ich mich bei stark böigem Wind (8 bft Südwest laut Wetterbericht) auf den Sattel geschwungen. Das war eine gute Idee, den Kopf so richtig durchpusten zu lassen. Denn ich ging mit einer Themenidee für das FAZ-Blog schwanger, und es glühte mir ein wenig die Birne bei der Frage, wie ich von den angeblichen Twitter-Revolutionen in Tunesien und Ägypten die Kurve kriege zu den lauen Shitstorm-Lüftchen, welche unsere einheimischen Netz-Aktivisten von Zeit zu Zeit so ablassen. Und ob es da vielleicht eine Verbindung gibt, warum sich mancher Shitstormtrooper so an den Ereignissen jenseits des Mittelmeers berauscht, während die netzpolitischen Diskurse in Deutschland allenfalls minderheitentauglich sind. Das Ergebnis dieser Überlegungen steht jetzt online. Und beim Schreiben heute lief es exakt so wie beim Fahrradfahren gestern: Auf den ersten Kilometern anstrengend, fast zermürbend, dann kam ich allmählich trotz des Gegenwinds auf Betriebstemperatur. Und die zweite Hälfte des Ausritts absolvierte ich völlig locker, geradezu beflügelt vom Rückenwind. Kunststück, wenn man gegen den Wind startet und dann die Wende einleitet. Aber beim Schreiben ist das nicht immer so einfach. Da ist es oft genug manchmal so, dass die letzten fünf bis zehn Zeilen mehr Anstrengung kosten als der ganze Text davor. Da steckt man vorher nicht drin.

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