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Dienstag, 7. September 2010
Aus der Praxis geplaudert
mark793, 15:03h
Wenn man das Kind im Rahmen der U 9-Untersuchung auf die Toilette schickt, damit es dort in einen Becher Pipi macht, dann sollte man vielleicht schon dazusagen, dass es den vollen Becher anschließend bitteschön zur Sprechstundenhilfe bringen möge. So hat die Kleine halt wie geheißen in den Becher gepinkelt - und den Inhalt dann in die Toilette geschüttet. Tja. Urinprobe dann halt nächstes Mal...
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Samstag, 4. September 2010
Heldenkurbeln, Körbchen und offene Wäscheleinen *
mark793, 21:40h

Das wissen wie gesagt immer mehr Fahrer zu schätzen, entsprechend brauchte ich viel Geduld und mehrere Anläufe, um so ein rares Stück aus der Ebucht zu angeln. Die 30 Euro und ein paar Cent waren auch nicht wirklich ein Schnäppchen, aber immerhin prangten noch Aero-Lenker (so Ellbogen-Auflagen für Fahrer in Triathlon-Haltung) und Bremsgriffe von Campagnolo dran. Mit denen wusste ich bisher nicht so recht was anzufangen, schwankte noch zwischen selber verbauen anstelle der jetzigen Weinmann-Griffe oder zurückwerfen in die Ebucht. Aber nun ist aus unerwarteter Richtung Interesse daran aufgeflammt. Und wenn die Post schnell genug ausliefert, dann könnte es gut sein, dass dieses Paar Bremsgriffe eine interessante Reise in sein Herstellungsland antritt, wo im Oktober ein ganz besonderes Radsport-Event ansteht. Wenn ich schon selber nicht dort sein kann, dann wäre es mir doch eine große Ehre, wenn wenigstens meine kleine Materialspende mit am Start wäre.
* Heldenkurbel = zweifaches Kettenblatt mit 52/42 Zähnen
Körbchen: Pedale mit Haken und Schlaufen
offene Wäscheleine: offen verlegte Bremszüge
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Mittwoch, 1. September 2010
Unfreiwillige vor!
mark793, 19:17h
Es wird der werten Leserschaft nicht entgangen sein, dass es hier in der Dunkelkammer die letzten Tage relativ ruhig zuging. Und ich weiß nicht so recht, wie ich das erklären soll. Es ist nämlich nicht eine üblichen temporären Blockaden oder Unlustphasen. Es ist, nun ja, etwas Grundsätzlicheres. Vielleicht habe ich es in den falschen Hals bekommen, was ich dieser Tage vom Ende des freiwilligen Internets gelesen habe. Denn wenn das stimmt, dass das Internet ab jetzt nicht mehr freiwillig ist, dann hieße das ja in letzter Konsequenz, dass wir uns hier nur noch unter Zwang digital selbstdarstellen, ohne echte Alternative einer rein analogen Existenz. Und da kommt bei mir unweigerlich so etwas auf wie Trotz und Verweigerungshaltung. Die kaum verhüllte Drohung der Digitalista steht im Raum: Ihr Kinderlein, kommet all ins Internet und zeiget Euch - oder aber andere werden Euch ins Licht der digitalen Öffentlichkeit zerren, und dann seht Ihr vielleicht nicht ganz so toll aus wie wenn Ihr Eure Selbstrepräsentation proaktiv in die eigenen Hände nehmt.
Noch zielen "Aktivisten" der Digitale Armee Fraktion angeblich nur auf verpixelte Häuserfassaden von Google-Streetview-Gegnern. Aber wer garantiert denn dauerhaft, dass nicht die Namen und Gesichter der Hausbesitzer in einer weiteren Eskalationsstufe in eine Online-Prangerdatei gestellt werden? Oder jeder, der keine Lust hat auf die schöne, neue Onlinewelt? Nach dem Motto: Und willst Du nicht mein Facebook-Freund sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein. Die Erfahrung der jüngeren Geschichte lehrt jedenfalls, dass sich die Aktivisten, die wenig später die RAF gründeten, nicht lange damit zufrieden gaben, Kaufhäuser abzufackeln. Es kamen, wie man hinlänglich weiß, durchaus Personen zu Schaden. Und die unschönen Folgen der massiven staatlichen Reaktion (ich sage nur: Radikalenerlass, Rasterfahndung etc.) für unser Gemeinwesen waren immens.
Deswegen ist es höchste Zeit, Klartext zu reden und die vermeintlichen Vorturner der Daseins-Digitalität in ihre Schranken zu weisen. In diesem Konflikt stehen sich nämlich nicht analoge (im Sinne von: rückwärtsgewandten) Lebenswelten und das Internet als solches gegenüber, wie uns die Lobos, Sixtusse und Seemänner dieser Welt einreden wollen. Der unverkennbar totalitäre Unterton, die sportpalastklatscherhafte Begeisterung über das totale Internet stößt auch Zeitgenossen übel auf, die sich durchaus komfortabel und souverän auf dem TCP/IP-Parket bewegen - wie zum Beispiel Benedikt Köhler: Vielleicht das erste Mal in meinen 23 Onlinejahren spüre ich tatsächlich etwas wie Fremdheit, fühle mich tatsächlich wie ein digitaler Einwanderer. Oder nehmen wir meine Frau. Die twittert, posteroust, foursquaret und picasat mit Begeisterung - und fragte sich nach der Lektüre des neuesten Seemansgarns trotzdem, ob der Verfasser noch alle Latten am Zaun hat. Aber gut, was will man erwarten von einem Zeitgenossen, der schon exoskelettierte Erektionen davon bekommt, dass gerade ein Mit-Twitteur in der U-Bahn vorbeifährt, während er selber noch an der Haltestelle steht.
Man muss geistig schon wirklich sehr weit im Hintern von Google stecken, um ernsthaft die Empfehlung zu geben, wenn Ihr ein Problem mit Streetview habt, dann bringt einfach Euren Vorgarten in Ordnung, stellt Blumenkästen auf die Fensterbank und alles wird gut. Oder auch nicht, wie dieses schöne Filmchen zeigt, das ich bei Holgi gefunden habe. Mir kommt in diesem Zusammenhang auch eine frühere Bloggerkollegin in den Sinn, die vor ein paar Monaten einen ziemlich radikalen Strich unter ihre digitale Existenz gezogen hat. Die digitale Dauerentblößung in Blogs, Single-Börsen und Social Networks ginge ihr zunehmend auf den Keks, das sei nicht mehr ihre Welt. Ich fand ihren Rückzug ins Analoge damals etwas überzogen, vielleicht sogar leicht hysterisch. Aber inzwischen verstehe ich diesen Schritt etwas besser. Es ist zumindest eine von mehreren Optionen, mit den Folgen des Kontrollverlustes zu leben.
Noch zielen "Aktivisten" der Digitale Armee Fraktion angeblich nur auf verpixelte Häuserfassaden von Google-Streetview-Gegnern. Aber wer garantiert denn dauerhaft, dass nicht die Namen und Gesichter der Hausbesitzer in einer weiteren Eskalationsstufe in eine Online-Prangerdatei gestellt werden? Oder jeder, der keine Lust hat auf die schöne, neue Onlinewelt? Nach dem Motto: Und willst Du nicht mein Facebook-Freund sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein. Die Erfahrung der jüngeren Geschichte lehrt jedenfalls, dass sich die Aktivisten, die wenig später die RAF gründeten, nicht lange damit zufrieden gaben, Kaufhäuser abzufackeln. Es kamen, wie man hinlänglich weiß, durchaus Personen zu Schaden. Und die unschönen Folgen der massiven staatlichen Reaktion (ich sage nur: Radikalenerlass, Rasterfahndung etc.) für unser Gemeinwesen waren immens.
Deswegen ist es höchste Zeit, Klartext zu reden und die vermeintlichen Vorturner der Daseins-Digitalität in ihre Schranken zu weisen. In diesem Konflikt stehen sich nämlich nicht analoge (im Sinne von: rückwärtsgewandten) Lebenswelten und das Internet als solches gegenüber, wie uns die Lobos, Sixtusse und Seemänner dieser Welt einreden wollen. Der unverkennbar totalitäre Unterton, die sportpalastklatscherhafte Begeisterung über das totale Internet stößt auch Zeitgenossen übel auf, die sich durchaus komfortabel und souverän auf dem TCP/IP-Parket bewegen - wie zum Beispiel Benedikt Köhler: Vielleicht das erste Mal in meinen 23 Onlinejahren spüre ich tatsächlich etwas wie Fremdheit, fühle mich tatsächlich wie ein digitaler Einwanderer. Oder nehmen wir meine Frau. Die twittert, posteroust, foursquaret und picasat mit Begeisterung - und fragte sich nach der Lektüre des neuesten Seemansgarns trotzdem, ob der Verfasser noch alle Latten am Zaun hat. Aber gut, was will man erwarten von einem Zeitgenossen, der schon exoskelettierte Erektionen davon bekommt, dass gerade ein Mit-Twitteur in der U-Bahn vorbeifährt, während er selber noch an der Haltestelle steht.
Man muss geistig schon wirklich sehr weit im Hintern von Google stecken, um ernsthaft die Empfehlung zu geben, wenn Ihr ein Problem mit Streetview habt, dann bringt einfach Euren Vorgarten in Ordnung, stellt Blumenkästen auf die Fensterbank und alles wird gut. Oder auch nicht, wie dieses schöne Filmchen zeigt, das ich bei Holgi gefunden habe. Mir kommt in diesem Zusammenhang auch eine frühere Bloggerkollegin in den Sinn, die vor ein paar Monaten einen ziemlich radikalen Strich unter ihre digitale Existenz gezogen hat. Die digitale Dauerentblößung in Blogs, Single-Börsen und Social Networks ginge ihr zunehmend auf den Keks, das sei nicht mehr ihre Welt. Ich fand ihren Rückzug ins Analoge damals etwas überzogen, vielleicht sogar leicht hysterisch. Aber inzwischen verstehe ich diesen Schritt etwas besser. Es ist zumindest eine von mehreren Optionen, mit den Folgen des Kontrollverlustes zu leben.
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