Donnerstag, 19. Juni 2008
In da hood
Aha: Paul, der wie sagt man: Maître? von "Pauls Pinte" gegenüber, grüßt auf einmal. Einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass ich letzthin zweimal den Fuß in seine Kneipe gesetzt habe, darf man durchaus vermuten. Nur: An den fraglichen Abenden war der Padrone himself gar nicht in seinem Laden. Gut zu wissen, dass der Flurfunk funktioniert.

Freue mich schon darauf, dieses interessante Sozialexperiment bei Gelegenheit fortzusetzen. Muss ja nicht gerade an einem Abend sein, wenn das Lokal in der Hand der Schlandinista ist - zu groß wäre die Versuchung, den Contra zu geben, nur um mal zu gucken, was passiert...

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Montag, 16. Juni 2008
Desperate Houseman (16)
Jetzt, wo ich damit angefangen habe, weiß ich wieder, warum ich das so lange vor mir hergeschoben habe. Aber das ganze Ensemble der Botanik auf der Fensterbank samt den beiden größeren Bäumchen auf dem Beistelltisch davor war einfach in einem himmelschreienden Zustand. Der Ficus hat die ganze Ecke und einige von den kleineren Pflanzen mit Schmierlaus-Sülze eingesaut. Die Tabakpflanze (hier im Archivbild zu sehen) ist mit dem wild wuchernden Teil im banachbarten Topf zu einer fast unentwirrbaren Einheit zusammengewachsen. Und der Gummibaum verrenkt sich mehr und mehr in die Quere, um noch etwas von dem knapper gewordenen Tageslicht zu ergattern. Kurzum: Eigentlich bräuchte es eine Machete oder ein Buschfeuer, um hier vor dem Fenster wieder überschaubare Verhältnisse herzustellen. In der vorigen Wohnung, wo ich ja doppelt so viel Fensterbank zur Verfügung hatte, war es auch schon eng, wie man hier sieht:
Wie dicht gedrängt die Flora hier jetzt vor dem kleineren Fenster normalerweise rumsteht, mag ich gar nicht ablichten, weil mir sonst Greenpeace, der Pflanzenschutzverein oder der B.U.N.D auf die Pelle rücken. Das Problem ist nun: Alles, was ich da anfange, zieht einen Rattenschwanz weiterer Verrichtungen nach sich. Wenn ich die Fensterbank freimache, um (andlich mal wieder) das Fenster zu putzen, würde es sich natürlich anbieten, den Ficus, den Gummibaum und die anderen Kollegen mal in der Dusche abzubrausen. Zuvor sollte ich die Pflanzen vielleicht auch von altem Blattwerk befreit haben. Dann kann ich das ganze nasse Gelumpe nicht gleich wieder vors Fenster stellen, sonst kriegt das wieder Flecken. Und das enorm gewachsene Teil mit den rötlichen Blättern kriege ich nie wieder so schön hindrapiert zusammen mit der Tabakpflanze. Um es aber woranders hinstellen zu können, wo die Triebe schön hängen können, müsste ich das Ding erst in einen größeren und schwereren Kübel umtopfen - sprich: erst zum Gartencenter fahren, Kübel und Erde kaufen und dann losbuddeln. Was das dann wieder für einen Dreck macht, kann sich auch jeder ausmalen.

Mit einem Wort: Es ist schlechterdings zum Haareraufen, wie sich diese 1,20 Meter Fensterbank plus Vorplatz zu einem Zeitfresser und Nervfaktor entwickeln wegen dieser ganzen Indoor-Landschaftsgärtnerei. Wohlgemerkt: Eigentlich mag ich Pflanzen in der Wohnung. In aller Regel gedeiht mir auch das meiste, ohne dass ich mir einen abbrechen müsste. Aber ich stehe nicht drauf, wenn der Krempel Arbeit macht. Den einzigen halbherzigen Versuch, bisschen was von dem Grünzeug loszuwerden, hatte meine Frau seinerzeit sabotiert. Bevor wir unsere Haushalte zusammenlegten, war ich kaum noch in meiner Wohnung gewesen. Ich sagte mir, was verdorrt, muss ich schon mal nicht mehr rumschleppen beim Umzug. Entsprechend hatte ich das Gießen eingestellt. Aber das Zeug machte gar keine Anstalten, einzugehen. Und weil ich Wegschmeißen nicht übers Herz brachte, schleppte ich halt alles mit, die Yucca, die große Palme, die Gummibäume, den Ficus und das ganze andere Zeug, dessen Namen ich nicht kenne. Tja, wie meine Frau mir später steckte, hatte sie sich damals ein paarmal meinen Wohnungsschlüssel unter den Nagel gerissen und war rüber in meine Wohnung gefahren, um die Pflanzen zu gießen. Tja, da konnte ich natürlich lange warten auf die große Dürrekatastrophe. Aber hilft ja alles nichts, das ganze Gejammer. Ich hab damit angefangen, die Fensterbank in Ordnung zu bringen - also ziehe ichs jetzt auch durch. Mit etwas Glück gibts auch paar Scherben...

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Donnerstag, 12. Juni 2008
Dauerwerbesendung +++ Dauerwerbesendung +++ Daue
Mehr als drei Jahre lang habe ich dieses Blog von allen kommerziellen Umtrieben freigehalten. Sicher, einen Autotest habe ich hier vor einiger Zeit auch mal veranstaltet, aber für ein Linsengericht oder 30 Silberlinge hätte ich meine Unschuld nie dahingegeben. Und deswegen weiß ich jetzt auch nicht so recht, wie ich die Kurve kriegen soll. Also erzähle ich die Geschichte einfach so wie sie ist: Der Nachbar verriet mir am Montagabend in der Kneipe im Rahmen des "und-was-machst-Du-so?", dass er Küchenchef in einer exklusiven ("members only") Düsseldorfer Location ist. Er ließ es sich auch nicht nehmen, ausgerechnet einem kulinarischen Banausen und Küchen-Dilettanten wie mir eine Einladung in diesen elitären Klub zukommen zu lassen - mit der Ansage, er werde mir da mal bisschen was zaubern.

Und, wahrlich, ich sage Euch: Der Mann hat Wort gehalten. Ich bin ja nicht so der Feinschmecker vor dem Herrn und kulinarisch eher so auf der kiss-Linie ("keep it simple and stupid"). Daher hatte ich im Vorfeld schon ein wenig Sorge, ob mir da lauter überkandideltes Yuppie-Food aufgetischt wird à la "halbierte Hummerhoden an Zitronengras-Spitzen" oder "guatemaltekisches Gewürzkäfer-Gulasch mit Guano-Dressing" und dergleichen Greuel mehr.

Tja, was soll ich sagen? Weit gefehlt. Das Hummer-Trinksüppchen zum Auftakt mundete ganz vortrefflich, auch wenn Krusten- und Schalentiere (wie die ganze wirbellose Fauna) von mir ansonsten weitestgehend verschmäht gemieden werden. Die Spaghettini mit Waldpilzen kamen in Begleitung eines ganz vortrefflichen und überraschend kräftigen Sößchens. Den Hauptgang bildete dann Schwertfisch in - wie soll ich sagen - Spargel-Bad? Das war ja nun genau das richtige für jemanden wie mich, der es mit den so richtig fischigen (und grätengespickten) Fischen eigentlich nicht so hat. Den krönenden Abschluss bildete dann ein Löffelchen Mousse nebst einem sahnecreme-gekrönten Früchtekörbchen.

Kurzum: Das ganze Mahl war ziemlich sensationell, das Ambiente in dem Club in einer Kö-Seitenstraße ganz exquisit. Und wenn es ein öffentliches Lokal wäre, würde ich jetzt bei qype und anderen einschlägigen Empfehlungsseiten Lobeshymnen schreiben. Aaaber - und damit kriege ich nun die Kurve in meine Käuflichkeit - der Nachbar betreibt auch einen kleinen, feinen und diskreten Catering-Service. Keine Website, keine Werbung, das läuft alles nur auf Basis von persönlichen Empfehlungen. Und diese Empfehlung gebe ich hiermit gerne weiter, vor allem an meine Leser im Raum Düsseldorf. Kontaktdaten und Referenzen kann ich bei Interesse (Kommentar oder nebenstehende Rohrpost-Adresse) gerne rüberschicken.

P.S. Ach ja, das obige Bild zeigt mich beim Mümmeln eines Möhrchens. Meine Frau, die ich zu dem Termin mitnahm (weil ich ja so sehr unter ihrer Fuchtel stehe), war der Meinung, dieses historische Ereignis müsse für die Nachwelt dokumentiert werden. Und wer bin ich, da zu widersprechen? ;-)

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