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Montag, 25. Februar 2008
Nur Sonntag Nacht
mark793, 01:45h
Grad will ich nochmal den Hund an die frische Luft führen, da sehe ich durchs Küchenfenster gegenüber vor "Paul's Pinte" (jaa, ohne Apostroph ist so ein Etablissement heutzutage nur halb so authentisch) das große Aufgebot rumstehen: Notarztwagen, ein Rettungswagen (Johanniter), dann stoßen noch zwei Streifenwagen hinzu. Alles ohne Blaulicht und ganz großen Bahnhof, aber allein die vier Warnblinkanlagen sind für hiesige Sonntagnacht-Verhältnisse schon ein bisschen Großalarm. Und kurioserweise scheinen auch gerade wirklich sämtliche Hundebesitzer in der Nachbarschaft noch dringende Bedürfnisse bei ihren Fifis und Bellos festgestellt zu haben, um da unten doch mal nach dem Rechten sehen zu können, ohne als böde Gaffer angeguckt zu werden.
Damit ist klar, dass ich mich dieser Bewegung mit unserem Hundi erst mal nicht anschließe, sondern einstweilen hier oben auf dem Beobachtungsposten ausharre. Viel gibt es auch nicht mehr zu sehen. Zwei Polizeibeamte führen einen älteren Herrn aus der Kneipe und zum Rettungswagen. Was sich da weiter abspielt, ist von hier oben nicht zu erkennen. Dann tritt eine ältere Frau aus der Kneipe heraus und redet wild gestikulierend auf einen der beiden Polizeibeamten ein. Der beschwichtigt und schickt sie zurück ins Lokal. Kurz darauf setzt sich der Konvoi in Bewegung, und alles ist hier wieder still und ruhig wie sonst auch. Die Kartenspielerrunde am runden Tisch vorm Fenster kloppt unbeeindruckt weiter ihren Skat oder Doppelkopf.
Was sich da en detail abgespielt hat, werde ich mangels sozialer Verdrahtung in der Nachbarschaft wohl nicht erfahren. Denn eine Meldung auf den Regionalseiten von "RP Online" wird das mit Sicherheit nicht hergeben. Ist ja letztlich auch egal. Wenn ich jetzt mit dem Hund rausgehe, wird es so sein wie immer. So als habe das alles gar nicht stattgefunden.
Damit ist klar, dass ich mich dieser Bewegung mit unserem Hundi erst mal nicht anschließe, sondern einstweilen hier oben auf dem Beobachtungsposten ausharre. Viel gibt es auch nicht mehr zu sehen. Zwei Polizeibeamte führen einen älteren Herrn aus der Kneipe und zum Rettungswagen. Was sich da weiter abspielt, ist von hier oben nicht zu erkennen. Dann tritt eine ältere Frau aus der Kneipe heraus und redet wild gestikulierend auf einen der beiden Polizeibeamten ein. Der beschwichtigt und schickt sie zurück ins Lokal. Kurz darauf setzt sich der Konvoi in Bewegung, und alles ist hier wieder still und ruhig wie sonst auch. Die Kartenspielerrunde am runden Tisch vorm Fenster kloppt unbeeindruckt weiter ihren Skat oder Doppelkopf.
Was sich da en detail abgespielt hat, werde ich mangels sozialer Verdrahtung in der Nachbarschaft wohl nicht erfahren. Denn eine Meldung auf den Regionalseiten von "RP Online" wird das mit Sicherheit nicht hergeben. Ist ja letztlich auch egal. Wenn ich jetzt mit dem Hund rausgehe, wird es so sein wie immer. So als habe das alles gar nicht stattgefunden.
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Donnerstag, 21. Februar 2008
Heute im Heimkino am Herd
mark793, 21:11h
Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren. Aufgrund zahlreicher Zuschaueranfragen haben wir unser heutiges Abendprogramm geändert und zeigen Ihnen heute:
"Hühnersuppe reloaded"
Wir wünschen Ihnengute Unterhaltung guten Appetit.
"Hühnersuppe reloaded"
Wir wünschen Ihnen
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Dienstag, 19. Februar 2008
Kleine Fluchten
mark793, 23:14h
Es liegt hier mal wieder das gewisse Etwas in der Luft. Ich weiß nicht, ob es Kerosin ist von den Flugzeugen, die hier abends von Westen herkommend die Landebahn auf der anderen Rheinseite anpeilen. Oder was für ein Dreck auch immer. Jedenfalls glotzt der Mond so bleich und trübe durch die atmosphärische Suppe, als würde er sich in einer öligen Pfütze spiegeln. Der Hund winselt grundlos im Körbchen rum, obwohl wir gerade draußen waren. Die Kleine sollte auch längst schlafen, brabbelt aber immer noch irgendwelche Satzfragmente im Bettchen vor sich hin. Und ich selber komme irgendwie auch nicht so recht zur Ruhe, um mich jetzt schon an die wohlgeformte Rückseite meiner Frau im Ehebett zu schmiegen.
Es soll ja Leute geben, die vor dem Fernseher ganz gut entspannen können. Ich gehöre aber eher nicht (mehr) zu dieser Spezies. Da läuft so wenig, was mich wirklich interessiert, und über den ganzen blöden Rest könnte ich mich aufregen - und das nicht zu knapp. Vielleicht sollte ich einfach das Darkmobil anwerfen und noch ein bisschen durch die mondhelle Nacht gondeln. Gar nicht mal rasen, einfach nur fahren ohne groß nachzudenken, bisschen Landstraße über die Dörfer, dann auf die Autobahn nordwärts, wo jetzt nicht viel los sein dürfte. Irgendwo hinter Krefeld gehts dann rechts rüber Richtung Duisburg, da qualmt linkerhand ein großes und hell erleuchtetes Chemiewerk aus unzähligen Schloten und Kaminen, in Fahrtrichung zerstreut ein grün illuminierter Industrieschornstein die letzten Zweifel, dass wir im Ruhrgebiet angekommen sind.
Dass mich dieser Anblick innerlich wärmt, obwohl mich natürlich auch die arme Umwelt dauert, kann ich gar nicht genau begründen. Hängt vielleicht damit zusammen, dass mir Hafengebiete und alteingesessene Schlotbaronate in meiner Heimatgegend rund um Mannheim-Ludwigshafen von klein auf vertraut waren. Von den Tempo-Werken bei Neuss riecht es manchmal ähnlich herüber wie seinerzeit von den Zewa-Werken in Mannheim-Sandhofen. Und irgendwo im Düsseldorfer oder Neusser Hafen muss auch eine Ölmühle sein, den charakteristischen Geruch erkenne ich nämlich auch mühelos wieder.
Aber ich schweife ab und sollte dann besser aufpassen, dass ich in dem Asphaltknäuel vom Kreuz Kaiserberg die richtige Abfahrt erwische. Auf der A 3 Richtung Köln lenken wenig äußere Reize ab, da könnte ich in Versuchung kommen, den Pferdchen mal kurz die Sporen zu geben. Ob ich am Kreuz Breitscheid auf die A 52 wechsle oder den Schwung auf der dreispurigen A 3 bis Ratingen Ost beibehalte, kann ich dann vor Ort entscheiden, im Endeffekt lande ich eh auf der A 44, wo eine weithin sichtbare gelbe Suppe im westlichen Himmel den nahen Flughafen ankündigt. Dort brauche ich mich nicht lange aufhalten, da startet oder landet um diese Zeit eh nichts mehr. Ich muss nur auf den Starenkasten achten und dann den Strom nochmal überqueren - und wenn ich dann noch nicht die nötige Bettschwere habe, dann muss ich mir wirklich was einfallen lassen.
Es soll ja Leute geben, die vor dem Fernseher ganz gut entspannen können. Ich gehöre aber eher nicht (mehr) zu dieser Spezies. Da läuft so wenig, was mich wirklich interessiert, und über den ganzen blöden Rest könnte ich mich aufregen - und das nicht zu knapp. Vielleicht sollte ich einfach das Darkmobil anwerfen und noch ein bisschen durch die mondhelle Nacht gondeln. Gar nicht mal rasen, einfach nur fahren ohne groß nachzudenken, bisschen Landstraße über die Dörfer, dann auf die Autobahn nordwärts, wo jetzt nicht viel los sein dürfte. Irgendwo hinter Krefeld gehts dann rechts rüber Richtung Duisburg, da qualmt linkerhand ein großes und hell erleuchtetes Chemiewerk aus unzähligen Schloten und Kaminen, in Fahrtrichung zerstreut ein grün illuminierter Industrieschornstein die letzten Zweifel, dass wir im Ruhrgebiet angekommen sind.
Dass mich dieser Anblick innerlich wärmt, obwohl mich natürlich auch die arme Umwelt dauert, kann ich gar nicht genau begründen. Hängt vielleicht damit zusammen, dass mir Hafengebiete und alteingesessene Schlotbaronate in meiner Heimatgegend rund um Mannheim-Ludwigshafen von klein auf vertraut waren. Von den Tempo-Werken bei Neuss riecht es manchmal ähnlich herüber wie seinerzeit von den Zewa-Werken in Mannheim-Sandhofen. Und irgendwo im Düsseldorfer oder Neusser Hafen muss auch eine Ölmühle sein, den charakteristischen Geruch erkenne ich nämlich auch mühelos wieder.
Aber ich schweife ab und sollte dann besser aufpassen, dass ich in dem Asphaltknäuel vom Kreuz Kaiserberg die richtige Abfahrt erwische. Auf der A 3 Richtung Köln lenken wenig äußere Reize ab, da könnte ich in Versuchung kommen, den Pferdchen mal kurz die Sporen zu geben. Ob ich am Kreuz Breitscheid auf die A 52 wechsle oder den Schwung auf der dreispurigen A 3 bis Ratingen Ost beibehalte, kann ich dann vor Ort entscheiden, im Endeffekt lande ich eh auf der A 44, wo eine weithin sichtbare gelbe Suppe im westlichen Himmel den nahen Flughafen ankündigt. Dort brauche ich mich nicht lange aufhalten, da startet oder landet um diese Zeit eh nichts mehr. Ich muss nur auf den Starenkasten achten und dann den Strom nochmal überqueren - und wenn ich dann noch nicht die nötige Bettschwere habe, dann muss ich mir wirklich was einfallen lassen.
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