Freitag, 14. Oktober 2005
Woll bekomms
Auf meinen ethnologischen Streifzügen durchs Bloggerland dringe ich bisweilen in Bereiche vor, die von Impact- und Relevanzbloggern weiträumig gemieden werden. Oder wenn man sich dort mal rumtreibt, geht man unauffällige Umwege, damit ja keine verräterischen Referrer auf die eigene Seite zurückverweisen. Ja, Sie ahnen bereits, wovon ich spreche: dem weiten Feld der elektronischen Handarbeitstagebücher, in denen die berüchtigten Strickbloggerinnen akribisch berichten, wieviele Zentner von welcher Wollsorte sie in den letzten Tagen und Stunden zu was für abartigen Plünnen zusammengenadelt haben. Ich guck mich ja ab und zu gerne dort um, manchmal gibt es da ganz nette Bildchen zu sehen. Aber bisweilen steh ich den an der Nadel hängenden Mädels und ihren Geschichten kopfschüttelnd und ratlos gegenüber. Zum Beispiel, wenn ich lese, dass eine Bloggerin derzeit eine Wolldiät macht. Woll-Diät? Von Atkins- und Brigitte-Diät hab ich ja schon gehört. Aber was erhofft sich die Dame von einer Woll-Diät? Also, falls hier eine der strick-kundigen Bloggerinnen mitliest, bitte lassen Sie mich nicht unwissend sterben - was hat es damit auf sich? Und würde mir als Mann das vielleicht auch helfen? Seit ich nicht mehr rauche, ist das Waschbrett nämlich zu einer veritablen Scheinschwangerschaft Knautschzone mutiert. Wenn Wolle dagegen wirklich hilft, bin ich dabei.

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Donnerstag, 13. Oktober 2005
*pling*, *pling*, *pling*
Kriegen Sie auch ab und zu Mails in der Art:

Die kleine Lucia (7) aus Lusaka leidet seit Geburt an Mailbox-Metastasen und benötigt dringend ein Spenderhirn. Sollte sie ihren sehnlichsten Wunsch, sieben Milliarden Beileidsmails in sieben Wochen zu erhalten, realisieren können, wird alles gut. Wenn nicht, wird in Nigeria stattdessen eine Ehebrecherin gesteinigt. Schicken Sie also diese Mail unbedingt an 10 Personen weiter...

Zu diesem unerfreulichen Thema mit den Kettenmails hat Frau Kaltmamsell einen dankenswert schonungslosen Beitrag geschrieben. Gerne würd ich ihr dafür einen Trackback (oder heißt das Dreckback?) setzen. Da ich diese Kulturtechnik aber nicht beherrsche, werd ich ihr einfach ne Dankesmail schreiben - am besten in 10facher Ausfertigung. Man weiß ja nie...

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Dienstag, 11. Oktober 2005
Familienpolitische Richtlinienkompetenz
Habe grad eben die Kleine aus der Kita abgeholt und mich beim Hören der Radionachrichten gefragt, wie es denn mit der Richtlinienkompetenz in unserer Familienregierung bestellt ist. Und ob die Ressortaufteilung unseren jeweiligen Kernkompetenzen auch in der kommenden Legislaturperiode gerecht wird. Das Superministerium Wirtschaft und Finanzen ist bei meiner Frau auch weiterhin in guter Hand, scheint mir. Ich für mein Teil habe im Familienministerium auch eine Menge dazugelernt im vergangenen Jahr. Das Bildungsreferat lassen wir erst mal unter dem Dach des Familienministeriums solange die Kleine noch nicht in die Vorschule geht. Für Umwelt braucht es kein eigenes Ressort, das Thema ist bei mir im Innenministerium eigentlich ganz gut aufgehoben wie auch Landwirtschaft (die bei uns ja nicht stattfindet, sieht man davon ab, dass ich meistens den Kompostmüll raustrage) und Verbraucherschutz. Das Außenministerium sehe ich eher bei meiner Frau. Und Verkehr? Hm, gerade in einer Ehe ist das keine Aufgabe für einen alleine, wenn ich das mal in aller Schwammigkeit so sagen darf. Ansonsten ist das Regieren im Familienkreis auch nicht zuletzt deswegen so komfortabel, weil die Kleine noch keine ernsthafte Oppositionspolitik betreibt. Aber das kann ja noch kommen. Vor allem, wenn sie nach mir kommt...

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