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Freitag, 14. März 2014
mark793, 11:16h

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Dienstag, 11. März 2014
Mein (nicht ganz so) langer Ritt zu mir selbst
mark793, 16:30h

Ein paar Dinge laufen grad nicht so richtig rund hier, und damit meine ich nicht das Hinterrad mit dem geringfügigen Höhenschlag in der Felge. Aber wenigstens ergab sich heute die Möglichkeit, mal aufs Rad zu steigen, statt am Rad zu drehen. Der Plan war, dem Nordostwind entgegen Richtung Ruhr zu radeln und am Esel - dem Anstieg aus dem Ruhrtal Richtung Ratingen - ein paar Intervalle einzulegen (INTERVALLE! Grundgütiger, jetzt schwalle ich auch schon so klickpedalschuhgestelzt daher wie so ein MAMIL, man sagt dann auch nicht mehr, "ich gondel so vor mich hin" - das heißt dann "ich bewege mich heute ausschließlich im Bereich Grundlagenausdauer"). Naja, wie auch immer, ich wollte halt paarmal den Anstieg rauf und wieder runterfahren. Weil das macht man so, erstens weil das von der Trainingslehre her als total effizient gilt. Und zweitens weils hier in der Nähe halt auch keine nennenswert längeren Anstiege gibt, die man am Stück hochkurbeln könnte. Aber hier geht es jetzt erst mal runter:
Wenn ich die Bremsspuren unten im Bild (derer ich erst am heimischen Bildschirm gewahr wurde) richtig deute, dann waren das

Als Rennradler fährt man natürlich bis ganz runter, bevor man umdreht und sich wieder durch die beiden Haarnadelkurven nach oben schraubt. Und ehe man sichs versieht, überholt schon einer.

Ah, EPO! Ist das Werbung oder hat der Typ tatsächlich Erithropoietin intus? So wie der den Esel mit einem Mördertempo hochpumpt könnte man fast auf die Idee kommen. Ich ringe mit Mühe den Impuls nieder, mich dranzuhängen, ich will mich ja nicht beim ersten Hochfahren gleich auspowern, sondern wie gesagt ein paar Intervalle einlegen. Was dann auch ohne EPO ganz gut klappt. Es müsste jetzt viereinhalb Jahre her sein, dass ich mich auf dem Rückweg vom Baldeneysee erstmals hier hochwuchtete und mich dabei ziemlich verausgabte. Wenn ich vergleiche, wie viel weniger weniger Mühe das heute macht, gleich ein paar Mal hintereinander den Acht-Prozenter hinaufzukurbeln, macht mich das doch froh.

Und ja, wäre ich erst gegen Mittag gestartet, hätte ich es heute vielleicht auch in kurzen Hosen gewagt. Später, auf dem Rückweg von Töchterleins Orchesterprobe, habe ich sogar irgendwelche Zugvögel in V-Formation nordwärts fliegen sehen. Was genau es für welche waren, kann ich nicht sagen, ich habe mal gelernt, eine F-15 von einer MiG 25 zu unterscheiden, aber ein Ornithologe ist an mir nicht verloren gegangen.
Sei es drum, ich deute die heutige Sichtung jedenfalls als Zeichen dafür, dass der Winter womöglich vorbei ist.
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Donnerstag, 6. März 2014
Unmaßgebliche Betrachtungen zur Lage in der Ukraine
mark793, 10:09h
In den vergangenen Tagen habe ich mich öfters gefragt, wie mein Vater die Ereignisse in der Ukraine bewerten würde, wäre er noch am Leben. Die Unabhängigkeit seines Heimatlands nach dem Zerfall der Sowjetunion hat ihn soweit ich das mitbekommen habe nicht übermäßig elektrisiert. Er hatte nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs auch nie Anstalten gemacht, da mal hinzufahren. Es war, als hätte er das Thema komplett abgehakt seit jenem Tag, als die Deutschen in seinem Dorf junge Männer als Fremdarbeiter rekrutierten.
Meine Mutter erzählte irgendwann einmal, eigentlich habe er vorgehabt, sich zur Waffen-SS zu melden, da gab es eine ganze Division von ukrainischen Freiwilligen. Aber dafür fehlten ihm wohl ein paar Zentimeter Körpergröße, und so musste er stattdessen fern der Heimat in der Landwirtschaft ackern. Soweit wir wissen, sind er und sein Cousin aber freiwillig gegangen. Und wie man dann zufällig bei der Bloggerei erfährt, wurden Fremdarbeiter aus der gleichen Ecke mit dem gleichen Familiennamen auch andernorts gesichtet.
Wie auch immer. Völlig ausschließen könnte ich es jedenfalls nicht, dass mein Vater als glühender Antikommunist mit der Swoboda-Partei oder anderen Gruppierungen dieses Spektrums sympathisiert hätte. Ich selber tue mich ehrlich gesagt auch schwer, bei all der dröhnenden Propaganda von allen möglichen Seiten zu einer stringenten Beurteilung der Vorgänge zu kommen. Wie der geschätzte Kommentator don ferrando an anderer Stelle anmerkt: (...) Aber in weiten Teilen wird der Stab über die ganze Opposition gebrochen: alles Nazis. Das ist eben genauso falsch wie die Jubelchöre: friedliebende Demokraten führen eine freie Ukraine in die Gemeinschaft der EU! Wie gesagt. Nicht schwarz oder weiß.
Und damit gebe ich zurück ins Funkhaus.
Meine Mutter erzählte irgendwann einmal, eigentlich habe er vorgehabt, sich zur Waffen-SS zu melden, da gab es eine ganze Division von ukrainischen Freiwilligen. Aber dafür fehlten ihm wohl ein paar Zentimeter Körpergröße, und so musste er stattdessen fern der Heimat in der Landwirtschaft ackern. Soweit wir wissen, sind er und sein Cousin aber freiwillig gegangen. Und wie man dann zufällig bei der Bloggerei erfährt, wurden Fremdarbeiter aus der gleichen Ecke mit dem gleichen Familiennamen auch andernorts gesichtet.
Wie auch immer. Völlig ausschließen könnte ich es jedenfalls nicht, dass mein Vater als glühender Antikommunist mit der Swoboda-Partei oder anderen Gruppierungen dieses Spektrums sympathisiert hätte. Ich selber tue mich ehrlich gesagt auch schwer, bei all der dröhnenden Propaganda von allen möglichen Seiten zu einer stringenten Beurteilung der Vorgänge zu kommen. Wie der geschätzte Kommentator don ferrando an anderer Stelle anmerkt: (...) Aber in weiten Teilen wird der Stab über die ganze Opposition gebrochen: alles Nazis. Das ist eben genauso falsch wie die Jubelchöre: friedliebende Demokraten führen eine freie Ukraine in die Gemeinschaft der EU! Wie gesagt. Nicht schwarz oder weiß.
Und damit gebe ich zurück ins Funkhaus.
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