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Mittwoch, 9. Dezember 2009
Kopenhagener Klima-Kipferl
mark793, 14:27h
So, nun wurden also mal wieder Tonnen von Kerosin in Kohlendioxid und Wasserdampf umgewandelt, um Produzenten von heißer Luft aus aller Welt nach Kopenhagen zum Klimagipfel zu kariolen. Und seit Wochen wird uns eingehämmert, es ist schon fünf nach zwölf, das totale Durchschmoren unseres schönen blauen Planeten ließe sich allenfalls noch verzögern, aber nicht mehr abwenden - kurzum: Wir werden alle sterben.
Das werden wir auch mit Sicherheit. Nur woran genau, das bleibt die große Frage. Inzwischen trägt die Klima-Hysterie ja schon immer mehr quasireligiöse Züge. Da tut es dem Eifer der Klima-Apokalyptiker auch nur wenig Abbruch, dass die Erderwärmung in den letzten zehn Jahren eine kleine Pause eingelegt hat. Aber das muss man den Leuten ja nicht prominent auf die Nase binden, wenn es auch anders geht. Wie zuletzt im Mittelalter glauben die politischen Verantwortlichen offenbar, dass die Menschen ohne Furcht vor der Hölle und anderen Sanktionen nicht zu rechtschaffenem Handeln zu bewegen sind. Da ist biologisch-dynamischen Bußpredigern auch kaum eine Forderung zu radikal oder absurd, als dass man es damit nicht in die Schlagzeilen bringen könnte.
Das hält aber einige Unerschrockene nicht davon ab, in der dänischen Hauptstadt parallel einen Skeptiker-Gipfel abzuhalten. Wie wichtig es ist, dass auch die Gegenstimmen zum klimahysterischen Mainstream gehört werden, zeigt die Affäre um gehackte E-Mails von Klimaforschern. Wie begründet der Verdacht auf Datenmanipulation und das versuchte Mundtotmachen von Klimaskeptikern letztlich ist, möge jeder für sich selber beurteilen. Unstrittig ist aber, dass die offizielle Klima-Lehre vom menschenverursachten Temperaturanstieg ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. Und das wird nicht besser, wenn menschengemachte und computergestütze Rechenmodelle und Projektionen als unumstößliche Fakten deklariert werden, an denen nicht gezweifelt werden darf. Wirkliche Wissenschaft arbeitet mit falsifizierbaren Hypothesen und nicht mit Unfehlbarkeitsdogmen.
Aber da sich die dunkle Seite einer gewissen Ausgewogenheit verpflichtet fühlt, will ich der Leserschaft auch den Link zu einer Seite nicht vorenthalten, auf der sich orthodoxe Klimagläubige mit Argumenten gegen die Skeptiker munitionieren können. Was nun mich selber betrifft: Meine Meinungsbildung ist noch im Fluss. Ich halte es auch nicht für erwiesen, dass der Mensch mit all seinem Treiben gar keinen Einfluss auf das Klima nimmt. Und umweltverträgliches und ressourcenschonendes Handeln ist auch aus einer Vielzahl von ganz anderen Gründen angezeigt.
Es stößt mir aber zunehmend auf, dass so getan wird, als sei Kohlendioxid das dringlichste Problem auf diesem Planeten. Ich würde nun nicht so weit gehen wie das "Wall Street Journal", das in ersten Rohentwürfen für das Kopenhagener Klimaabkommen bereits die Blaupause für eine Art Weltregierung sieht. Aber wenn ich die Zeichen der Zeit deuten sollte, würde ich sagen: Es läuft wohl darauf hinaus, einen noch weitergehenden Ablasshandel mit Emissionszertifikaten zu etablieren als er vom Kyoto-Protokoll angestoßen wurde. Wie man heute weiß, hat das Geschacher den Kohlendioxid-Ausstoß auf der Welt nicht nennenswert reduziert. Aber die Bilanzierung von allem und jedem im Hinblick auf CO2 könnte künftig eine neue Spekulationsblase oder gar eine Parallelwährung bilden, anhand derer eine Art Umweltsünderstrafsteuer von soundsoviel Prozent auf alle möglichen Transaktionen erhoben werden könnte. Die CO2-basierte Kfz-Steuer weist ja bereits den Weg.
Klingt abgefahren oder gar paranoid? Ja, und ich kann nur hoffen, dass das Spekulation bleibt. Eine neue Quasi-Religion, die den Ablasshandel für vermeintliche Umweltsünden als weltweites Geschäftsmodell wieder salonfähig oder gar zum Pflichtprogramm macht, brauchen wir meines Erachtens wirklich nicht.
Nachtrag: Hier noch ein interessantes Video zum Thema Climategate, gefunden beim antibürokratieteam.
Das werden wir auch mit Sicherheit. Nur woran genau, das bleibt die große Frage. Inzwischen trägt die Klima-Hysterie ja schon immer mehr quasireligiöse Züge. Da tut es dem Eifer der Klima-Apokalyptiker auch nur wenig Abbruch, dass die Erderwärmung in den letzten zehn Jahren eine kleine Pause eingelegt hat. Aber das muss man den Leuten ja nicht prominent auf die Nase binden, wenn es auch anders geht. Wie zuletzt im Mittelalter glauben die politischen Verantwortlichen offenbar, dass die Menschen ohne Furcht vor der Hölle und anderen Sanktionen nicht zu rechtschaffenem Handeln zu bewegen sind. Da ist biologisch-dynamischen Bußpredigern auch kaum eine Forderung zu radikal oder absurd, als dass man es damit nicht in die Schlagzeilen bringen könnte.
Das hält aber einige Unerschrockene nicht davon ab, in der dänischen Hauptstadt parallel einen Skeptiker-Gipfel abzuhalten. Wie wichtig es ist, dass auch die Gegenstimmen zum klimahysterischen Mainstream gehört werden, zeigt die Affäre um gehackte E-Mails von Klimaforschern. Wie begründet der Verdacht auf Datenmanipulation und das versuchte Mundtotmachen von Klimaskeptikern letztlich ist, möge jeder für sich selber beurteilen. Unstrittig ist aber, dass die offizielle Klima-Lehre vom menschenverursachten Temperaturanstieg ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. Und das wird nicht besser, wenn menschengemachte und computergestütze Rechenmodelle und Projektionen als unumstößliche Fakten deklariert werden, an denen nicht gezweifelt werden darf. Wirkliche Wissenschaft arbeitet mit falsifizierbaren Hypothesen und nicht mit Unfehlbarkeitsdogmen.
Aber da sich die dunkle Seite einer gewissen Ausgewogenheit verpflichtet fühlt, will ich der Leserschaft auch den Link zu einer Seite nicht vorenthalten, auf der sich orthodoxe Klimagläubige mit Argumenten gegen die Skeptiker munitionieren können. Was nun mich selber betrifft: Meine Meinungsbildung ist noch im Fluss. Ich halte es auch nicht für erwiesen, dass der Mensch mit all seinem Treiben gar keinen Einfluss auf das Klima nimmt. Und umweltverträgliches und ressourcenschonendes Handeln ist auch aus einer Vielzahl von ganz anderen Gründen angezeigt.
Es stößt mir aber zunehmend auf, dass so getan wird, als sei Kohlendioxid das dringlichste Problem auf diesem Planeten. Ich würde nun nicht so weit gehen wie das "Wall Street Journal", das in ersten Rohentwürfen für das Kopenhagener Klimaabkommen bereits die Blaupause für eine Art Weltregierung sieht. Aber wenn ich die Zeichen der Zeit deuten sollte, würde ich sagen: Es läuft wohl darauf hinaus, einen noch weitergehenden Ablasshandel mit Emissionszertifikaten zu etablieren als er vom Kyoto-Protokoll angestoßen wurde. Wie man heute weiß, hat das Geschacher den Kohlendioxid-Ausstoß auf der Welt nicht nennenswert reduziert. Aber die Bilanzierung von allem und jedem im Hinblick auf CO2 könnte künftig eine neue Spekulationsblase oder gar eine Parallelwährung bilden, anhand derer eine Art Umweltsünderstrafsteuer von soundsoviel Prozent auf alle möglichen Transaktionen erhoben werden könnte. Die CO2-basierte Kfz-Steuer weist ja bereits den Weg.
Klingt abgefahren oder gar paranoid? Ja, und ich kann nur hoffen, dass das Spekulation bleibt. Eine neue Quasi-Religion, die den Ablasshandel für vermeintliche Umweltsünden als weltweites Geschäftsmodell wieder salonfähig oder gar zum Pflichtprogramm macht, brauchen wir meines Erachtens wirklich nicht.
Nachtrag: Hier noch ein interessantes Video zum Thema Climategate, gefunden beim antibürokratieteam.
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Montag, 7. Dezember 2009
Mathematische Früherziehung
mark793, 14:31h
Die Kleine fragt mir Löcher in den Bauch über Zahlen. Allmählich kommt sie dahinter, was es mit dem Zusammenzählen auf sich hat.
Ich: "...und genau so ist das bei den großen Zahlen: Hundert plus Hundert sind Zweihundert, und Tausend plus Tausend sind Zweitausend."
Die Kleine: "Ah, dann ist Unendlich plus Unendlich also Zweiunendlich?"
Ich: "Äh, ja, so ungefähr..."
Ich: "...und genau so ist das bei den großen Zahlen: Hundert plus Hundert sind Zweihundert, und Tausend plus Tausend sind Zweitausend."
Die Kleine: "Ah, dann ist Unendlich plus Unendlich also Zweiunendlich?"
Ich: "Äh, ja, so ungefähr..."
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Freitag, 4. Dezember 2009
Generation null positiv
mark793, 15:17h
Herr nnier vom M.A.D. hat grad eine kleine Geschichte zur Generationenfrage auf Lager, die mich zum Schmunzeln bringt - und auch zum Nachdenken. Wer kann von sich sagen, dass er noch nie Sprüche von Altvorderen à la "Damals nach'm Krieg, mir hadde ja praktisch nix." gehört hätte? Gerne auch: "Da lagt ihr noch in den Windeln, damals bei den Beatles!" Oder noch schlimmer: "Die heutige Studentengeneration ist so unpolitisch geworden, bei uns war die Demo aus dem Studentenleben gar nicht wegzudenken."
Zugegeben: Dass diese Anklage an meine Adresse gerichtet war, liegt jetzt auch schon über zwei Dezennien zurück. Aber wie ich es drehe und wende: Ein spezifisches Verdienst oder eine besondere Bürde habe ich in meinem Geburtsdatum und was da so alles an Zeitgeschichte dranhängt, nie zu sehen vermocht. Es ist, wie es ist: Zu der Zeit, als die Beatles den "Star Club" in Hamburg rockten, übten meine Eltern noch, die richtigen Keimzellen für Klein Mark zusammenzukriegen. Als 1977 in London der Punk tobte, entdeckte ich gerade Engtanz und Klammerblues zu Endlos-Stücken von Pink Floyd. Und nachdem Kurt Cobain sich die Schrotflinte in den Mund gesteckt hatte und alle Welt lautstark das vorzeitige Ableben dieser Pop-Ikone bejammerte, konstatierte ich relativ ungerührt: "Also das Sprachrohr meiner Generation war dieses maßlos überschätzte Zwei-Hit-Wunder wirklich nicht."
Vielleicht hätte ich anders empfunden, wäre ich zwei Jahre später auf die Welt gekommen. Dann hätte ich nämlich noch zur "Generation Golf" gezählt, die für gewöhnlich ab 1965 datiert wird. Aber ich seltsamer Sonderling musste ja unbedingt einen VW Jetta fahren. Am ehesten käme für mich noch das Etikett der Generation X in Betracht. Aber auch der Schuh passt irgendwie nicht so richtig: Weder leide ich an "Now Denial" (sich einreden, daß die einzige Zeit, die es wert war zu leben, die Vergangenheit war, und daß die einzige Zeit, die überhaupt wieder interessant sein könnte, die Zukunft ist). noch an "Ultra Short Term Nostalgia" (Heimweh nach der allerjüngsten Vergangenheit: 'Gott, letzte Woche sah die Welt noch so viel besser aus.'). Selbst in meinen dunkelsten Stunden war ich nie woanders als mit beiden Beinen im Hier und Jetzt, ich habe weder je die Vergangenheit groß verklärt noch irgendwelche irrationalen Hoffnungen auf irgendeine ferne oder nähere Zukunft gehegt.
Vielleicht geht mir das Gespür für meine Generation auch deshalb so stark ab, weil ich zu den geburtenstarken Jahrgängen gehöre. Das vorhandene Identifikationspotenzial verteilt sich auf mehr Zeitgenossen, und dann bleibt für jeden einzelnen weniger übrig. Was erkären würde, warum sich so viele 1963er und 1964er für die total singulären Unikate halten ("Wir sind alle Individuen!" - wie es im Leben des Brian so treffend heißt). Vielleicht liegt es aber auch an meinem Sternzeichen (Wasserwaage, Deszendent Bockschütze) oder an der Blutgruppe. Ja, das wird's sein. Ich erkläre mich hiermit zum Sprachrohr der Generation null positiv.
Zugegeben: Dass diese Anklage an meine Adresse gerichtet war, liegt jetzt auch schon über zwei Dezennien zurück. Aber wie ich es drehe und wende: Ein spezifisches Verdienst oder eine besondere Bürde habe ich in meinem Geburtsdatum und was da so alles an Zeitgeschichte dranhängt, nie zu sehen vermocht. Es ist, wie es ist: Zu der Zeit, als die Beatles den "Star Club" in Hamburg rockten, übten meine Eltern noch, die richtigen Keimzellen für Klein Mark zusammenzukriegen. Als 1977 in London der Punk tobte, entdeckte ich gerade Engtanz und Klammerblues zu Endlos-Stücken von Pink Floyd. Und nachdem Kurt Cobain sich die Schrotflinte in den Mund gesteckt hatte und alle Welt lautstark das vorzeitige Ableben dieser Pop-Ikone bejammerte, konstatierte ich relativ ungerührt: "Also das Sprachrohr meiner Generation war dieses maßlos überschätzte Zwei-Hit-Wunder wirklich nicht."
Vielleicht hätte ich anders empfunden, wäre ich zwei Jahre später auf die Welt gekommen. Dann hätte ich nämlich noch zur "Generation Golf" gezählt, die für gewöhnlich ab 1965 datiert wird. Aber ich seltsamer Sonderling musste ja unbedingt einen VW Jetta fahren. Am ehesten käme für mich noch das Etikett der Generation X in Betracht. Aber auch der Schuh passt irgendwie nicht so richtig: Weder leide ich an "Now Denial" (sich einreden, daß die einzige Zeit, die es wert war zu leben, die Vergangenheit war, und daß die einzige Zeit, die überhaupt wieder interessant sein könnte, die Zukunft ist). noch an "Ultra Short Term Nostalgia" (Heimweh nach der allerjüngsten Vergangenheit: 'Gott, letzte Woche sah die Welt noch so viel besser aus.'). Selbst in meinen dunkelsten Stunden war ich nie woanders als mit beiden Beinen im Hier und Jetzt, ich habe weder je die Vergangenheit groß verklärt noch irgendwelche irrationalen Hoffnungen auf irgendeine ferne oder nähere Zukunft gehegt.
Vielleicht geht mir das Gespür für meine Generation auch deshalb so stark ab, weil ich zu den geburtenstarken Jahrgängen gehöre. Das vorhandene Identifikationspotenzial verteilt sich auf mehr Zeitgenossen, und dann bleibt für jeden einzelnen weniger übrig. Was erkären würde, warum sich so viele 1963er und 1964er für die total singulären Unikate halten ("Wir sind alle Individuen!" - wie es im Leben des Brian so treffend heißt). Vielleicht liegt es aber auch an meinem Sternzeichen (Wasserwaage, Deszendent Bockschütze) oder an der Blutgruppe. Ja, das wird's sein. Ich erkläre mich hiermit zum Sprachrohr der Generation null positiv.
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