Donnerstag, 11. Dezember 2008
Luxusproblem
Es ist alle Jahre wieder das gleiche Elend: Kaum habe ich den Geburtstag einigermaßen unbeschadet über die Bühne gebracht, steht auch schon wieder Weihnachten vor der Tür, garniert mit Ermahnungen à la "mach Dir mal paar Gedanken, was Du Dir wünschst. Man weiß bei Dir ja nie so recht, mit was man bei Dir punkten kann geschenketechnisch."

Tja, da waren sie dann mal wieder, meine drei Probleme. Wenn mir nämlich unterm Jahr tatsächlich mal was einfällt, was in diese Kategorie passen könnte, vergesse ich das unter Garantie bis zum Spätjahr wieder. Ansonsten wird mir bei der angestrengten Grüblerei nur wieder verschärft bewusst, dass die Welt angefüllt ist mit Dingen, derer ich nicht wirklich bedarf. Beim Buchhändler biegen sich die Regalbretter durch vor lauter Neuerscheinungen und alten Schinken. In den Fachabteilungen bei den Ton- und Datenträgern lagert genug Bild- und Audio-Material, um den Ahasveros bis kurz vor der Ewigkeit zu unterhalten. Aber akut auch nichts dabei, was mich anspringt und einen "Haben will"-Reflex auslöst.

Denken wir also mehr in Richtung der praktischen Dinge, einen Viererpack Unterbuxen kann man immer brauchen. Oder einen Satz Schlechtwetterklamotten für aufs Rennrad. Wenn ich immer nur auf schönes Wetter warte, um mir mal wieder bisschen was runterzustrampeln, dann kann ich Sir Walter gleich einmotten oder ganz in Rente schicken. Andererseits hätte ich mit den richtigen Klamotten im Schrank dann auch keine Ausrede mehr, warum es heute nicht so passt mit dem Geradel. Das sind alles Dinge, die wollen wohl bedacht sein. Nicht, dass man sich am Ende ein Danäergeschenk unterm Baum einhandelt.

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Montag, 8. Dezember 2008
Singe, wem Gesang gegeben
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
der Papa hängt überm Gartenzaun
Die Mama ruft die Feuerwehr,
die Feuerwehr kommt nackig her
O Tannenbaum, o Tannenbaum (...)


Solcherlei Liedgut bringt die Kleine neuerdings aus dem Kindergarten mit. Ich glaube, ich muss mal mit der Erzieherin ein paar Takte reden.

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Donnerstag, 4. Dezember 2008
St. Babsi, gib mich die Piemont-Kirsche!
Das hat uns zwischen Sankt Martin, Totensonntag und Nikolaus gerade noch gefehlt: Ferrero möchte den Barbaratag wiederbeleben. Dieses Ansinnen ist natürlich aufs Schärfste zu missbilligen. Denn sollte es dem Süßwarenhersteller gelingen, das abergläubische Brauchtum rund um diesen Tag wieder aufleben zu lassen, droht weltweit Zillionen von Kirsch- und anderen Obstbäumen Verstümmelung: Traditionell werden an diesem Tag Zweige von Obstbäumen in der Wohnung aufgestellt. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und Glück im kommenden Jahr bringen. Die Absichten von Ferrero hinter dieser Aktion sind natürlich alles andere als fromm und eher profaner Natur. Es geht schlicht um Hype für eine überteuerte Kirschpraline, die so ähnlich heißt wie "mein Lieber" auf französisch und die in der Vorweihnachtszeit womöglich mit Absatzproblemen zu kämpfen hat aufgrund der massiven Konkurrenz durch Lebkuchen, Christstollen, Bratäpfeln und andere saisonale Leckereien. Da kann ich nur sagen, so nicht, mein lieber Signore Ferrero. Auf meine Mitwirkung und Unterstützung bei dieser Aktion werden Sie verzichten müssen, im Interesse der Bäume. Da kann Ihre Kirschkontrolleurin Claudia Bertani so viele Kirschstengel im Mund verknoten, wie sie will. Ach so, kann sie gar nicht? Tja, schade, das hätten wir wirklich gern gesehen. Arrivederci!

Hier gepflückt.

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