Sonntag, 12. April 2015
L'inverno è passato


Der mediterrane Mittelaltermarkt für MAMILs ruft, und ein passendes Wams habe ich mir besorgt. Das stählerne Turnierpferd wird von einem ausgewiesenen Fachmann und Veteranen dieser Veranstaltung historisch korrekt konfiguriert. Aber sonst steht im Detail noch einiges in Frage. Denn ausgerechnet in der Woche, in der ich gen Italien aufbrechen möchte, muss meine Frau geschäftlich für ein paar Tage die USA. Ursprünglich war dieses globale Großkopfeten-Treffen ihres Brötchengebers für zwei Wochen vorher anberaumt, das hätte auch alles gepasst - aber die Terminverschiebung verursacht uns jetzt ein ziemliches Problem: eine elterliche Betreuungslücke für Töchterlein von zwei Tagen. Kind alleine zuhause zurücklassen ist keine Option, sie bei ihrer besten Freundin unterzubringen auch nicht, da deren Eltern auch schon anderweitige Pläne haben. Kurzum, auch sonst drängt sich keine elegante Variante auf, und wenn ich meine zugesagte Teilnahme nicht knicken will, dann muss mademoiselle793 eben mit nach Italien. Irgendwie werden wir das Kind schon schaukeln.

Eine andere Baustelle ist meine Fitness. Nun bin ich zwar ganz passabel durch den Winter gekommen. Aber da ich nicht wie in den beiden Vorjahren auf Ostern im Westerwald hin trainiert habe, sehe ich den 2000 Höhenmetern der mittleren Eroica-Strecke (109 km) doch mit einem mulmigen Gefühl entgegen. Das ist in etwa doppelt so viel Kletterei wie auf der etwa gleich langen Rund-ums-Neandertal-Langstrecke. Das heißt, ich muss bis Anfang Mai noch einiges tun. Für heute steht gleich eine Trainingseinheit mit Aphro Child an; der erfahrene und antrittstarke Pedaleur nimmt mich mit auf seine Trainingsstrecke im Niederbergischen. Da der Kollege im Winter den einen oder anderen krankheitsbedingten Trainingsausfall hatte, besteht zumindest eine theoretische Chance, dass ich nicht völlig den Allerwerterstesten abgefahren bekomme.

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Ha!
Gerade habe ich die Neuigkeiten gehört!
Ich habe große Zweifel, ob ich die 27km Rentnerausflug überhaupt schaffen.
Zum Glück hat der Teamkapitän eine Untersetzung konfiguriert, die alle möglichen Steigungen machbar erscheinen lässt.
Im Stadtpark an der Donau habe ich jedenfalls die Böschungen geschafft!
Vedremo!

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Bleiben Sie auf alle Fälle dran,
in der verbleibenden Zeit lässt sich die Form noch deutlich steigern. Kleinere Hügel auch gerne mal in einem nicht ganz so kleinen Gang hochdrücken - oder kleinen Gang dafür mit mehr Schmackes fahren. Wie ich heute lernte, muss man für den Kraftaufbau schon ab und zu mal raus aus der Komfortkurbelzone. Liegt mir auch nicht so, ich neige ja normalerweise eher dazu, die Hügel piano anzugehen und dann auf den Flachstrecken allegro oder forte zu treten. Ich muss mir zu eigen machen, im Training die Steigungen mit mehr Verve anzugehen und die Abfahrten und flachen Stücke mehr zur Erholung zu nutzen als zum Tempomachen.

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nach 5km falle ich komatös vom Rad.

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Puh,
das ist natürlich hart. Mir ist die Fähigkeit, notfalls auch mal 30 oder 40 Kilometer am Stück zu fahren, seit meinem dreizehnten Lebensjahr nicht mehr abhanden gekommen. Auch nicht nach 15 Jahren völliger Radelpause.

Allerdings galt diese Richtmarke für Flachstrecke (ich war ja Zeit meines Lebens Bewohner der Tiefebene mit ziemlichem Abstand zu irgendwelchen Bergen). Wenn auch Anstiege zu bewältigen waren, habe ich mehr oder weniger immer wieder bei Null angefangen. Als ich mich hier vor über fünf Jahren erstmals die überschaubaren Hügel hinter Grafenberg hochkämpfte, habe ich die Klamotten durchgeschwitzt und vor Atemnot fast Sternchen gesehen; beim ersten Versuch, auf die Halde zu kommen, war ich kurz davor, auf halber Höhe aufzugeben. Die Wende zum Besseren wurde 2010 mit der rotgrauen Rakete (und ihrer Dreifachkurbel) eingeleitet. Erst damit habe ich den Biss entwickelt, immer wieder die gleichen überschaubaren Anstiege hochzukeuchen und meinen Radius zu erweitern. Wenn man mir damals gesagt hätte, Du wirst den Jaufenpass bezwingen und eine Eroica fahren, hätte ich gesagt, träum' weiter!

Im Übrigen ist es da unten ja nicht verboten, zu schieben, wenns zu steil wird. Somit müsste die Kurzstrecke doch zu machen sein, wenn Sie die Zeit bis dahin noch nutzen, um Ihre Form zu verbessern.

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Immerhin habe ich bei Kilometer 3,8 einen Mountain Biker an der Autobahnbrücke aus dem Windschatten heraus klar versägt!

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Solche Erfolgserlebnisse sind wichtig - und nein, MTB-Piloten sind nicht immer und ausnahmslos leichte Beute. Weiter so!

Autobahnbrücken können im Übrigen auch schon bedeutdende Hindernisse darstellen. Es gibt wie bereits mehrfach erwähnt hier auch eine (es dürfte ungefähr bei Kilometer 4,0 in westlicher Richtung sein), die türmt sich jedes Mal so vor mir auf und der Wind bläst da immer so fies entgegen, dass ich eigentlich wieder umkehren möchte. Aber wenn ich mich drübergekämpft habe, bin ich halbwegs warmgerollt und dann geht es auch irgendwie weiter. Von der anderen Seite kommend ziehen die Trainingsgruppen-MAMILs gerne mal auf der Brücke den Zwischensprint bis zum Ortsschild an, es ist also in beiden Richtungen eine Brücke der Leiden...

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Grüßen Sie mir den Olympioniken bei nächster Gelegenheit.

Hoffe ansonsten, es war eine gute und schöne Tour!

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Gerne. Kommenden Samstag ist die Comenius-RTF, Flachstrecke mit Start in Oberkassel, da ist der Halbgott wahrscheinlich am Start. Wäre eine Gelegenheit für Sie, selber Hallo zu sagen, ich weiß noch nicht, ob ich fahre.

Das war heute eine schöne, aber durchaus auch anstrengende Tour. Und ein bisschen frustrierend war es auch, den Halbgott (der den Winter über im Unterschied zu mir ausschließlich flach gerollt ist) an den Anstiegen mit teils abartigen Übersetzungen oder beeindruckenden Berg-Sprints davonziehen zu sehen. Und selber zu wissen, viele größere Ritzel habe ich nicht in Reserve und tempomäßig zuzulegen habe ich auch nichts mehr. Aber ich sagte mir, es ist ein Privileg, ein Einzeltraining von so einem klasse Fahrer zu bekommen. Und mit dem Wissen um die Methodik kann ich mich auch alleine noch etwas gezielter vorbereiten auf die Kletterei in den toskanischen Hügeln.

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das Trikot ist immerhin schon ein sehenswertes Stück.
Frechen ist eigtl. ja der Zielort für Köln Schuld Köln, was man am 29315 hätte als teststrecke für heroisches wählen können. Aber die Zeit mangelt, alles zu fahren, was vor die Flinte kommt.

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Ja, der Veranstaltungskalender ist proppenvoll, und man kann sich ja nicht aufteilen, um überall an den Start zu gehen. Ich hörte mehrfach, bei RTFs rund um Köln ginge es zum Teil etwas ruppiger zur Sache, manche Teilnehmer verwechselten die Tourenfahrten mit Jedermann-Rennen. Ich weiß nicht, ob das stimmt, im Zweifelsfall könnte der Fehler darin liegen, gleich zu Beginn des Startzeitfensters los zu wollen, wenn auch alle Ambitionierten mit den Hufen scharren...

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