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Montag, 13. Februar 2006
Wachdienst am Wickeltisch
mark793, 14:37h
Ein Soldat schläft nicht, er ruht nur - an diesen Spruch meiner Wachvorgesetzten muss ich in diesen Tagen wieder öfter denken. Nun ist es über 20 Jahre her, dass ich meine letzte Wachrunde in dem abgelegenen Raketenlager im Westerwald drehte. Aber mein Töchterlein schafft es derzeit, mir wieder etwas von dem übernächtigten Feeling jener endlos scheinenden Schichtdienste zurückzubringen. Keine Ahnung, was für Geister und Gespenster sie so schlecht träumen lassen, dass sie im Schlaf weint und wimmert. Da ich einen ziemlich leichten Schlaf habe, wache ich unweigerlich auf. Manchmal ist es ganz einfach, wieder Ruhe einkehren zu lassen: rübergehen, Köpfchen streicheln, vielleicht ein paar beruhigende Worte murmeln. Ein andermal muss ich Töchterlein aufwecken, dann kräht sie zwar erst richtig los, aber danach schläft sie ruhiger weiter. Das Spielchen wiederholt sich seit einigen Tagen mehrfach pro Nacht. Und meine Frau wundert sich, warum ich (obwohl sonst kein ausgesprochener Morgenmuffel) am Frühstückstisch von Tag zu Tag einsilbiger werde. In der Dunkelkammer geht auch schon waschkorbweise (ok, ich übertreibe) E-Post ein mit der bangen Frage, ob sich hier alles wohl befindet. Seien Sie versichert, liebe Leser: Dieses Blog schläft nicht, es ruht nur. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse. Und damit zurück ins Wachlokal...
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Donnerstag, 9. Februar 2006
Im Namen des Volkes: Zu Recht gelinkt
mark793, 14:28h
es erben sich Gesetz und Rechte
wie eine ewge Krankheit fort,
sie schleppen sich vom Geschlecht zum Geschlechte
und rücken sacht von Ort zu Ort.
(Goethes "Faust", der Tragödie erster Teil)
Im Angesicht unserer Sterblichkeit hat es doch etwas tröstliches, dass es ein postmortales Persönlichkeitsrecht gibt. Ich wusste gar nicht, dass so etwas überhaupt existiert - und überlege jetzt angestrengt, wen mein Vater oder dessen Vater (Gott hab sie beide selig) noch verklagen könnten.
Haftungsausschluss: Ich will mich mit diesem Beitrag nicht über das abgeschmetterte Begehr von Trons Eltern lustig machen, den Real-Namen ihres Sohnes aus dem Online-Nachschlagwerk Wikipedia draußenzuhalten. Mir erscheint dieses Anliegen durchaus nachvollziehbar. Auch wenn ich es richtig und verhältnismäßig finde, dass wikipedia.de wieder auf die internationale Domain de,wikipedia.org verlinken darf. Vielleicht war es nicht so geschickt von den Rechtsbeiständen der Eltern, gleich mit dem dicken EV-Knüppel zu kommen. Wie auch immer: Ich bin mal gespannt auf die Urteilsbegründung.
wie eine ewge Krankheit fort,
sie schleppen sich vom Geschlecht zum Geschlechte
und rücken sacht von Ort zu Ort.
(Goethes "Faust", der Tragödie erster Teil)
Im Angesicht unserer Sterblichkeit hat es doch etwas tröstliches, dass es ein postmortales Persönlichkeitsrecht gibt. Ich wusste gar nicht, dass so etwas überhaupt existiert - und überlege jetzt angestrengt, wen mein Vater oder dessen Vater (Gott hab sie beide selig) noch verklagen könnten.
Haftungsausschluss: Ich will mich mit diesem Beitrag nicht über das abgeschmetterte Begehr von Trons Eltern lustig machen, den Real-Namen ihres Sohnes aus dem Online-Nachschlagwerk Wikipedia draußenzuhalten. Mir erscheint dieses Anliegen durchaus nachvollziehbar. Auch wenn ich es richtig und verhältnismäßig finde, dass wikipedia.de wieder auf die internationale Domain de,wikipedia.org verlinken darf. Vielleicht war es nicht so geschickt von den Rechtsbeiständen der Eltern, gleich mit dem dicken EV-Knüppel zu kommen. Wie auch immer: Ich bin mal gespannt auf die Urteilsbegründung.
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Mittwoch, 8. Februar 2006
Eine kleine Bettgeschichte
mark793, 14:00h
Also bevor wir hier zur Sache kommen, muss ich zunächst mal was zum Thema Neubauten loswerden. Da sind diese modernen Konstruktionen isoliert wie nur was, um Heizkosten zu sparen. Und weil es im Schlafzimmer, ähem, alternative Wärmequellen gibt, haben wir den Winter über folgerichtig darauf verzichtet, dort die Heizung anzuschalten. Und nun? Schimmel an der Decke. Na toll. Vermieter sagt, tja, da wurde wohl zuwenig geheizt, denn Schimmel bilde sich immer am kältesten Punkt des Raumes. OK, man lernt ja nie aus, und wir haben inzwischen auch festgestellt, dass das Spezialputzmittel wahre Wunder wirkt. Aber: Nun riecht es seit Tagen im Schlafzimmer trotz Dauerlüftens wie in der Wasseraufbereitungsanlage eines Hallenbades. Anders ausgedrückt: Der Chlorgeruch ätzt wie Sau - und in diesem Chemiedunst zu nächtigen kommt natürlich überhaupt nicht in Frage. Also was tun? Zähneknirschend sind wir auf die Bettcouch im Wohnzimmer umgezogen, auf der manchmal unser Logierbesuch nächtigt. Und was soll ich sagen? So als kleine Abwechslung zwischendurch ist es völlig ok, mal ein paar Nächte auf dem Gästelager zuzubringen. Das hat so einen gewissen Charme des Provisorischen und erinnert an die Zeit unserer ersten gemeinsam verbrachten Nachtstunden. Als noch nicht so richtig klar war, was mit uns beiden noch werden würde. "Hach, und haben wir auf dieser Pritsche nicht damals zum ersten Mal...?" "Psssssst. Genau!" Aber das lassen wir jetzt mal lieber. Das Gequietsche könnte ja die Kleine aufwecken. Hm, ich glaub, ich geh mal gucken, obs im Schlafzimmer immer noch so nach Chlor riecht. Das müsste sich doch jetzt mal verzogen haben....
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