... newer stories
Montag, 14. Mai 2007
McDrive-by-shooting
mark793, 17:09h
Ort der Handlung: Draußen vor einem McDrive-Restaurant, nahe einer Schule in Berlin-Kreuzberg. Ein Auto fährt vor bis zu der Lautsprecher-Einrichtung, an der die Bestellungen abgegeben werden. Der Fahrer lässt die verdunkelte Scheibe der Fahrertür herunter, der 5,4-Liter-V 8-Motor seines Sports-Utility-Vehicles US-amerikanischer Herkunft grummelt im Leerlauf weiter.
Stimme aus dem Lautsprecher: *brrzlft* Guten Tag, Willkommen bei McDonald's. Ihre Bestellung bitte?"
Kunde: Ich hätte gern einmal Gehacktes von gerodeten Urwaldböden.
Stimme: Einmal Gehacktes, jawoll. Darfs noch etwas sein?
Kunde: Äh, ja, eine Lage kanadische Treibhauskartoffeln, maschinell geschält, lebendig längsgeschnitten und von minderbezahlten Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in Altöl frittiert, bitte schön...
Stimme: Normal oder Maxi?
Kunde: Ultra, wenns nicht zuviel Mühe macht.
Stimme: Sehr gerne. Vielleicht noch was zu trinken?
Kunde: Ja, einen halben Liter von der menschenverachtend überzuckerten Koffeinplörre, deren Hersteller in Kolumbien kritische Gewerkschaftsmitglieder mit Repressalien verfolgt oder verschwinden lässt. Mit Eis bitte, Sie wissen schon, die Erderwärmung...
Stimme: OK, eine große Cola. Nachtisch?
Kunde: Ja, eine Apfeltasche aus Fallobst, aufgesammelt von behinderten indischen Kindern.
Stimme: Jawohl. Ihre Bestellung macht 5 Euro und 80 Cent, fahren Sie bitte vor ans zweite Fenster...
Das spritschluckende Geländewagenmonster setzt sich in Bewegung...
Tja, liebe Leser, dieses Szenario könnte bald Realität werden. Aber nicht, wenn es nach dem Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele geht. Unterstützen wir seinen heroischen Kampf um einen systemgastronomiefreien Kiez! Hoch-die-in-ter-na-tio-na-lä-So-li-da-ri-tääät!
Nieder mitdem Quartsextakkord der Zweiachtelbulette*!
* Viertelpfünder
Anregung kam von hier.
Stimme aus dem Lautsprecher: *brrzlft* Guten Tag, Willkommen bei McDonald's. Ihre Bestellung bitte?"
Kunde: Ich hätte gern einmal Gehacktes von gerodeten Urwaldböden.
Stimme: Einmal Gehacktes, jawoll. Darfs noch etwas sein?
Kunde: Äh, ja, eine Lage kanadische Treibhauskartoffeln, maschinell geschält, lebendig längsgeschnitten und von minderbezahlten Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in Altöl frittiert, bitte schön...
Stimme: Normal oder Maxi?
Kunde: Ultra, wenns nicht zuviel Mühe macht.
Stimme: Sehr gerne. Vielleicht noch was zu trinken?
Kunde: Ja, einen halben Liter von der menschenverachtend überzuckerten Koffeinplörre, deren Hersteller in Kolumbien kritische Gewerkschaftsmitglieder mit Repressalien verfolgt oder verschwinden lässt. Mit Eis bitte, Sie wissen schon, die Erderwärmung...
Stimme: OK, eine große Cola. Nachtisch?
Kunde: Ja, eine Apfeltasche aus Fallobst, aufgesammelt von behinderten indischen Kindern.
Stimme: Jawohl. Ihre Bestellung macht 5 Euro und 80 Cent, fahren Sie bitte vor ans zweite Fenster...
Das spritschluckende Geländewagenmonster setzt sich in Bewegung...
Tja, liebe Leser, dieses Szenario könnte bald Realität werden. Aber nicht, wenn es nach dem Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele geht. Unterstützen wir seinen heroischen Kampf um einen systemgastronomiefreien Kiez! Hoch-die-in-ter-na-tio-na-lä-So-li-da-ri-tääät!
Nieder mit
* Viertelpfünder
Anregung kam von hier.
... link (52 Kommentare) ... comment
Samstag, 12. Mai 2007
Bummelst Du noch oder streikst Du schon?
mark793, 20:10h
Der erste Streiktag bei der Telekom verlief ohne große Unterschiede zum Normalbetrieb, so berichtet Telepolis heute. Was auch immer das über den Regelbetrieb bei den ehemaligen Staatsfernmeldern aussagt - ich kann die Kernaussage der Telepolis-Geschichte bestätigen. Denn kurz bevor wir uns heute mittag um zwölf aufmachten zum Wochenendeinkauf, klingelte es an der Wohnungstür - davor stand mal wieder ein Hausbesucher vom Telekommunikationskonzern: "Deutsche Telekom - Bestandskundenpflege." Von dieser Drohung ließ ich mich aber nicht einschüchtern. Ich sagte nur, "lassense mal stecken", und zeigte mit dem Finger auf das Magenta-T auf meiner Regenjacke, die ich ja schon anhatte, weil wir gerade aus dem Haus gehen wollten. Und die, tja so verrückt spielt das Leben manchmal, so ziemlich das baugleiche Modell ist wie die, die der unglückliche Tropf vor meiner Tür auch anhatte. Wie diese Kluft in meinen Besitz kam, muss hier weiter nicht interessieren. Jedenfalls sah der Mann ein, dass hier nichts zu erben ist und suchte das Weite. Ich war selber auch nicht ganz auf der Höhe, sonst hätte ich ihm vielleicht noch hinterhergerufen: "Und was hast Du überhaupt heute hier zu suchen, elender Streikbrecher?"
Nein, nur ein Scherz, das hätte ich natürlich nicht gemacht. Sind ganz arme Schweine, die da an der Kundenfront Klinken putzen müssen. So sehr ich manchmal schon den Kopf geschüttelt habe über die Telekomiker, ihrem Verständnis von Service, ihrem Datenchaos und ihren sonstigen missfits - es sind nicht alles Versager, Beamte und Schläfer. Und irgendwo kann ich die Gründe für den Streik sogar nachvollziehen. Auch wenn ich nicht glaube, dass davon irgendwas besser wird beim großen T. Aber zumindest ist es mal ein Signal an den Dobermann und die anderen großen Kläffer, dass jetzt Schmerzgrenzen erreicht sind.
Nein, nur ein Scherz, das hätte ich natürlich nicht gemacht. Sind ganz arme Schweine, die da an der Kundenfront Klinken putzen müssen. So sehr ich manchmal schon den Kopf geschüttelt habe über die Telekomiker, ihrem Verständnis von Service, ihrem Datenchaos und ihren sonstigen missfits - es sind nicht alles Versager, Beamte und Schläfer. Und irgendwo kann ich die Gründe für den Streik sogar nachvollziehen. Auch wenn ich nicht glaube, dass davon irgendwas besser wird beim großen T. Aber zumindest ist es mal ein Signal an den Dobermann und die anderen großen Kläffer, dass jetzt Schmerzgrenzen erreicht sind.
... link (13 Kommentare) ... comment
Freitag, 11. Mai 2007
Aus dem Bauch heraus gebloggt
mark793, 16:04h
Auch wenn es derzeit gerade mal wieder etwas herbstlich aussieht da draußen: Der Lenz braust mit Macht durch die Blogosphäre. Und allerorten macht man sich Gedanken darüber, ob die eigene Körpermitte in Badehose noch präsentabel ist, wenn demnächst die Freibad-Saison in die heiße Phase geht.
Mir selber sind in den letzten zwei Jahren auch Veränderungen meiner Körperproportionen aufgefallen, die mich nicht rundherum glücklich stimmen. Gut, 90,6 Kilo (mit Klamotten an, Kleingeld und Schlüsselbund in der Hosentasche) bei Einsneunzig Gardemaß, das klingt vielleicht für manchen nach Luxusproblem. Aber Fakt ist nun mal: Die fünf, sechs Kilogramm, die in der Zeit meiner Vaterschaft und meines Nichtraucherdaseins dazugekommen sind, haben sich eben nicht auf Bizeps, Trizeps, Oberschenkel und Waden verteilt. Sondern, wie soll ich sagen, sie bilden eine neue Mitte, eine amorphe Wölbung, wo vor langer Zeit ein moderates Waschbrettchen prangte.
Über die möglichen Ursachen brauche ich nicht lange zu rätseln: die Haribos, die das Nichtrauchen kompensieren, das gesettelte Familienleben, das Alter - es kommt halt einiges zusammen. Und da lese ich in der Online-Ausgabe der "Welt" ein Interview mit einem Ernährungsexperten, das eine interessante These aufstellt:
Oder warum bekommen viele Männer nach der Geburt des ersten Kindes einen Bierbauch? Weil ihr Körper dafür sorgt, dass sie sich weniger für andere junge Frauen interessieren, sondern sich um das eigene Kind kümmern. Dazu wird der Testosteronspiegel heruntergefahren – Folge: Der Kerl wird fett. Zugleich signalisiert der „Bierbauch“ den jungen Frauen: Der „alte Sack“ ist in der Evolution schon einen Schritt weiter, kümmert euch lieber um die „Benachteiligten“. So ist nun mal die Biologie!
Aha. Das ist doch mal ein revolutionärer Erkenntiszugewinn. Dachte ich bislang doch, dass man(n) einen Bierbauch in erster Linie vom Biertrinken bekommt. Aber was verstehe ich schon von Biologie...
Mir selber sind in den letzten zwei Jahren auch Veränderungen meiner Körperproportionen aufgefallen, die mich nicht rundherum glücklich stimmen. Gut, 90,6 Kilo (mit Klamotten an, Kleingeld und Schlüsselbund in der Hosentasche) bei Einsneunzig Gardemaß, das klingt vielleicht für manchen nach Luxusproblem. Aber Fakt ist nun mal: Die fünf, sechs Kilogramm, die in der Zeit meiner Vaterschaft und meines Nichtraucherdaseins dazugekommen sind, haben sich eben nicht auf Bizeps, Trizeps, Oberschenkel und Waden verteilt. Sondern, wie soll ich sagen, sie bilden eine neue Mitte, eine amorphe Wölbung, wo vor langer Zeit ein moderates Waschbrettchen prangte.
Über die möglichen Ursachen brauche ich nicht lange zu rätseln: die Haribos, die das Nichtrauchen kompensieren, das gesettelte Familienleben, das Alter - es kommt halt einiges zusammen. Und da lese ich in der Online-Ausgabe der "Welt" ein Interview mit einem Ernährungsexperten, das eine interessante These aufstellt:
Oder warum bekommen viele Männer nach der Geburt des ersten Kindes einen Bierbauch? Weil ihr Körper dafür sorgt, dass sie sich weniger für andere junge Frauen interessieren, sondern sich um das eigene Kind kümmern. Dazu wird der Testosteronspiegel heruntergefahren – Folge: Der Kerl wird fett. Zugleich signalisiert der „Bierbauch“ den jungen Frauen: Der „alte Sack“ ist in der Evolution schon einen Schritt weiter, kümmert euch lieber um die „Benachteiligten“. So ist nun mal die Biologie!
Aha. Das ist doch mal ein revolutionärer Erkenntiszugewinn. Dachte ich bislang doch, dass man(n) einen Bierbauch in erster Linie vom Biertrinken bekommt. Aber was verstehe ich schon von Biologie...
... link (24 Kommentare) ... comment
... older stories